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Abbau religiöser Vorurteile

Eine der folgenreichsten Ursachen des Kriege waren religiöse Vorurteile. Was diese betrifft, so zeigt die Bahá'í-Lehre klar, daß von jeher Feindseligkeit und Streit zwischen Menschen verschiedener Religionen und Sekten nicht der wahren Religion, sondern dem Mangel an ihr zuzuschreiben waren. Sie kamen daher, daß falsche Vorstellungen, Nachahmungen und Entstellungen an die Stelle wahrer Religion getreten sind.

In einem seiner Vorträge in Paris sagte 'Abdu'l-Bahá (Paris S.102):

»Die Religion sollte alle Herzen vereinen und Krieg und Streitigkeiten auf der Erde vergehen lassen, Geistigkeit hervorrufen und jedem Herzen Licht und Leben bringen. Wenn die Religion zur Ursache von Abneigung, Haß und Spaltung wird, so wäre es besser, ohne sie zu sein, und sich von einer solchen Religion zurückzuziehen wäre ein wahrhaft religiöser Schritt. Denn es ist klar, daß der Zweck des Heilmittels die Heilung ist, wenn aber das Heilmittel die Beschwerden nur verschlimmert, so sollte man es lieber lassen. Jede Religion, die nicht zu Liebe und Einigkeit führt, ist keine Religion.«


'Abdu'l-Bahá sagte ferner :

»Von Anbeginn der Menschheitsgeschichte bis auf unsere Zeit haben die verschiedenen Religionen der Welt einander in den Bann getan und einander der Falschheit beschuldigt ... Die einen haben die andern streng gemieden und Feindseligkeit und Groll gehegt. Betrachtet die Geschichte der Religionskriege ... Einer der größten Religionskriege, die Kreuzzüge, dauerte über zweihundert Jahre ... Zuweilen waren die Kreuzfahrer siegreich, töteten und plünderten die Muhammadaner aus und machten sie zu Gefangenen, zuweilen waren die Muhammadaner siegreich und brachten umgekehrt Blutvergießen und Verderben über die Eindringlinge.«


»So ging es zwei Jahrhunderte lang fort. Sie bekämpften einander mit Wut und schwächten sich aufs äußerste, bis sich die europäischen Religionskämpfer vom Osten zurückzogen und, die Asche der Verwüstung hinter sich lassend, ihre eigenen Nationen in einem Zustand der Verwirrung und des Aufruhrs vorfanden ... Doch dies war nur einer der `Heiligen Kriege`.«


»Es gab viele Religionskriege. Neunhunderttausend Märtyrer in der Sache des Protestantismus waren das Ergebnis des Streites und der Meinungsverschiedenheiten zwischen dieser Christengemeinschaft und den Katholiken ... Wie viele schmachteten in den Gefängnissen! Wie unbarmherzig war die Behandlung der Gefangenen! Alles im Namen der Religion! Die Christen und die Muhammadaner betrachteten die Juden als satanisch und als die Feinde Gottes. Daher verfluchten und verfolgten sie dieselben. Eine große Anzahl Juden wurden getötet, ihre Häuser wurden verbrannt und geplündert und ihre Kinder in Gefangenschaft geführt. Umgekehrt betrachteten die Juden die Christen als Ungläubige und die Muhammadaner als Feinde und Zerstörer der Gesetze Moses; daher flehten sie Rache auf sie herab und verfluchten sie bis auf den heutigen Tag.«

»Als das Licht von Bahá'u'lláh im Osten aufging, verkündigte Er die Erfüllung der Einheit der Menschheit. Er wandte sich an die gesamte Menschheit mit den Worten: `Ihr seid alle die Früchte eines Baumes. Es gibt nicht zwei Bäume, der eine der Baum der göttlichen Barmherzigkeit und der andere der Baum des Satans` ... Daher müssen wir einander die größte Liebe erzeigen. Wir dürfen kein Volk als das Volk des Satans betrachten, sondern müssen alle als Diener des einen Gottes erkennen und anerkennen. Höchstens ist es so: Die einen haben keine Erkenntnis, sie müssen geführt und erzogen werden ... Andere sind unwissend, sie müssen unterrichtet werden. Manche sind wie Kinder, man muß ihnen dazu verhelfen, die Reife zu erlangen. Wieder andere sind leidend, ihr sittlicher Zustand ist schlecht; diese müssen behandelt werden, bis ihre Sitten gereinigt sind. Man darf aber den Kranken nicht hassen, weil er krank ist; man darf das Kind nicht meiden, weil es ein Kind ist, auch darf man den Unwissenden nicht verwerfen, weil ihm Wissen mangelt. vielmehr muß ihnen Behandlung, Erziehung, Schulung und liebevoller Beistand zuteil werden. Es muß alles getan werden, um dahin zu kommen, daß die ganze Menschheit in größter Sicherheit und im höchsten Grade der Glückseligkeit unter dem Schatten Gottes leben kann.«
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Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Verfasst am: 25.11.2007, 15:54
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