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Anmeldedatum: 16.11.2007 Beiträge: 329
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| Aus dem persischen Bayan |
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Aus dem persischen Bayán
+3:1 #79 Váhid 2:16 ¹
Es ist besser, eine einzige Seele zu führen, als alles auf Erden zu besitzen; denn solange die geführte Seele im Schatten des Baumes der göttlichen Einheit weilt, werden beide, sie und der, der sie geführt hat, zu Empfängern der zärtlichen Barmherzigkeit Gottes. Der Besitz irdischer Güter dagegen endet mit dem Tode. Der Pfad zur Führung ist ein Weg der Liebe und des Mitleids, nicht der Gewalt und des Zwanges. Das war Gottes Weise in der Vergangenheit, und wird es auch künftig sein! Er läßt, wen Er will, in den Schatten Seiner Barmherzigkeit treten. Wahrlich, Er ist der Höchste Beschützer, der Großmütigste.
Es gibt kein wundersameres Paradies für eine Seele, als vor Ihm, Gottes Manifestation, zu stehen an Seinem Tage, Seine Verse zu hören und an sie zu glauben, in Seine Gegenwart zu gelangen, die nichts als die Gegenwart Gottes ist, auf dem Meere des himmlischen Königreiches Seines Wohlgefallens zu fahren und teilzuhaben an den erlesenen Früchten des Paradieses Seiner göttlichen Einheit.
¹ Der Bayán ist in Váhide (Einheiten) zu je 19 Kapitel eingeteilt, auf die sich diese Ziffern beziehen.
+3:2 #79 Váhid 7:19
Bete so zu Gott, daß es deine Anbetung nicht änderte, führte sie dich auch ins Feuer, und ebensowenig, wäre das Paradies dein Lohn. So, und nur so, sollte die Verehrung sein, die dem einen, wahren Gott gebührt. Aus Furcht zu Ihm zu beten, wäre unschicklich am geweihten Hofe Seiner Gegenwart und könnte nicht als ein Dienst angenommen werden, den du der Einzigkeit Seines Wesens weihst. Wäre dein Blick aber auf das Paradies gerichtet und betetest du zu Ihm mit dieser Hoffnung im Herzen, so würdest du Gottes Schöpfung Ihm zum Gefährten machen, dessen ungeachtet, daß die Menschen das Paradies ersehnen.
Feuer und Paradies neigen sich demütig vor Gott. Seines Wesens würdig ist, Ihn um Seinetwillen zu verehren, ohne Angst vor dem Feuer und ohne Hoffnung auf das Paradies. Wohl wird der aufrichtig Betende vom Feuer erlöst und betritt das Paradies des Wohlgefallens Gottes, aber dies darf sein Handeln nicht bestimmen. Gottes Wohlgefallen und Gnade strömen beständig, wie es Seine unerforschliche Weisheit will.
Das annehmbarste Gebet ist das, welches in höchster, strahlender Geistigkeit dargebracht wird. Es lange hinzuziehen, war und ist nicht im Sinne Gottes. Je hingebungsvoller und reiner das Gebet ist, um so annehmbarer ist es in Gottes Gegenwart.
+3:3 #80 Váhid 8:9
Der Tag der Auferstehung ist ein Tag, an dem die Sonne auf und untergeht wie an jedem anderen Tag. Wie oft dämmerte der Tag der Auferstehung, und die Menschen des Landes, wo dies geschah, haben es nicht bemerkt. Hätten sie davon gehört, sie hätten es nicht geglaubt, und so wurde es ihnen nicht gesagt.
Als der Gesandte Gottes¹ erschien, verkündete Er den Ungläubigen nicht, daß die Auferstehung gekommen war, denn sie konnten die Kunde nicht tragen. Jener Tag ist fürwahr ein unendlich gewaltiger Tag, denn an ihm verkündet der Göttliche Baum von Ewigkeit zu Ewigkeit: »Wahrlich, Ich bin Gott. Kein Gott ist außer Mir.« Trotzdem glauben die da verhüllt sind, Er sei wie sie, und sie weigern sich sogar, Ihn einen Gläubigen zu nennen, obwohl dieser Titel im Gebiete Seines himmlischen Königreiches auf ewig dem unbedeutendsten Anhänger der Ihm vorangegangenen Sendung verliehen ist. Denn hätte das Volk in den Tagen des Gesandten Gottes Ihn wenigstens als einen Gläubigen ihrer Zeit angesehen, wie hätten sie Ihm dann in den sieben Jahren, während Er auf dem Berge weilte, den Zutritt zu Seinem Heiligen Haus² verweigert? So auch in dieser Sendung des Punktes des Bayán; hätten die Menschen sich nicht geweigert, Ihm den Namen Gläubiger zuzugestehen, wie hätten sie Ihn dann auf diesem Berg einkerkern können ohne zu erkennen, daß der Inbegriff des Glaubens sein Dasein einem Wort von Ihm verdankt? Ihre Herzen sind der Kraft wahrer Einsicht beraubt und also können sie nicht sehen, während die mit geistigen Augen Begabten wie Nachtfalter um das Licht der Wahrheit kreisen, bis sie verzehrt werden. Aus diesem Grund wird gesagt, der Tag der Auferstehung sei der größte aller Tage, und doch ist er wie jeder andere Tag.
¹ Muhammad ² Ka'bah
+3:4 #81 Váhid 5:19
Für die, die an die Einheit Gottes glauben, ist kein Paradies erhabener als der Gehorsam gegenüber Gottes Geboten, und in den Augen derer, die Gott und Seine Zeichen erkennen, ist kein Feuer verzehrender als der Verstoß gegen Seine Gesetze und die Bedrückung einer anderen Seele, und sei es nur mit der Last eines Senfkorns. Am Tag der Auferstehung wird Gott gewiß alle Menschen richten. Und wahrlich, wir alle werden um Seine Gnade flehen.
+3:4 #81 Váhid 5:14
Gott liebt die Reinen. Nichts wird im Bayán und in Gottes Augen mehr geliebt als Reinheit und fleckenlose Sauberkeit ...
Gott wünscht nicht, daß in der Sendung des Bayán auch nur eine Seele strahlender Freude beraubt sei. Er wünscht fürwahr, daß alle Menschen allezeit, innerlich wie äußerlich, eine Reinheit ziere, die keine Abneigung gegen sie selber, noch viel weniger gegen andere entstehen läßt.
+3:6 #82 Váhid 8:19
Betrachte auch die Manifestation des Punktes des Bayán! So mancher ist Nacht für Nacht bis zum Morgen beflissen, Gott anzubeten, und selbst jetzt, wo sich die Sonne der Wahrheit dem Zenit am Himmel ihrer Offenbarung nähert, verharren sie auf ihren Gebetsteppichen. Wurden einem von ihnen die wundersamen Verse Gottes vorgetragen, so rief er: »Warum hältst du mich davon ab, meine Gebete zu verrichten?« O du, der du in Schleier gehüllt bist! Wenn du Gottes gedenkst, weshalb schließt du dich selbst aus von Ihm, der das Licht der Anbetung in deinem Herzen entzündet hat? Hätte Er nicht zuvor den ausdrücklichen Befehl offenbart: »Wahrlich, gedenket Gottes«¹, was hätte dich veranlaßt, Gott zu verehren, und wohin würdest du dich im Gebet wenden?
¹ Qur'án 8:47 , 33:41 , 62:10
Wisse mit Gewißheit, nur dann gedenkst du Gottes, wenn du Seiner gedenkst, den Gott offenbaren wird. In gleicher Weise solltest du den Versen des Bayán lauschen und seine Wahrheit anerkennen, nur dann würden die offenbarten Verse Gottes dir nützen. Welchen Nutzen kannst du andernfalls daraus ziehen? Denn neigtest du dich von Anbeginn bis zum Ende des Lebens in Anbetung nieder und verbrächtest deine Tage im Gedenken Gottes, glaubtest aber nicht an den Künder Seiner Offenbarung für dieses Zeitalter, meinst du, deine Taten brächten dir auch nur den geringsten Nutzen? Doch wenn du an Ihn glaubst und Ihn wahrhaft erkennst und Er sagt: »Ich habe dein ganzes Leben, das du in Meiner Anbetung verbrachtest, angenommen«, dann fürwahr hast du Ihn inniglich verehrt. Der Zweck deines Tuns ist, daß Gott es barmherzig annehme; und göttliche Billigung kann allein durch die Billigung Dessen erlangt werden, der Künder Seiner Offenbarung ist. Wenn etwa der Gesandte Gottes - möge Gottes Segen auf Ihm ruhen - eine Tat annahm, so nahm in Wahrheit Gott sie an; andernfalls blieb sie zurück bei den selbstischen Begierden ihres Urhebers und erreichte nicht die Gegenwart Gottes. Ebenso wird jede Tat, die der Punkt des Bayán annimmt, von Gott angenommen, denn die abhängige Welt hat nur diesen Zugang zur Gegenwart des Altehrwürdigen der Tage. Was auch herabgesandt wird, kommt durch den Künder Seiner Offenbarung, und was immer emporsteigt, gelangt zum Künder Seiner Offenbarung.
+3:7 #83 Váhid 2:1
Ohne Zweifel hat der Allmächtige diese Verse auf Ihn¹ herabgesandt, so wie Er sie auf den Gesandten Gottes herabsandte. Fürwahr, nicht weniger als hunderttausend Verse ähnlich diesen sind schon unter den Menschen verbreitet worden, abgesehen von Seinen Sendschreiben, Seinen Gebeten und Seinen gelehrten und philosophischen Abhandlungen. Er offenbart in einer Zeit von fünf Stunden nicht weniger als tausend Verse. Er spricht Verse so schnell, wie Seine Sekretäre sie niederschreiben können. So läßt sich ermessen, wie groß der Umfang der Schriften gewesen wäre, die Seiner Feder entströmten, wäre Er von Anbeginn dieser Offenbarung bis heute nicht behindert worden.
¹ den Báb
Wenn ihr bestreitet, daß diese Verse an sich als Beweis anzusehen sind, so prüft genau die Verse des Qur'án. Wenn Gott darin zum Beweis der Gültigkeit der Sendung Seines Gesandten - mögen die Segnungen Gottes auf Ihm ruhen ein anderes Zeugnis begründet hat als die offenbarten Verse, so mögt ihr an Ihm zweifeln ...
über die Zulänglichkeit des Buches als Beweis hat Gott offenbart: »Genügt es ihnen denn nicht, daß Wir das Buch auf Dich herabsandten, daß es ihnen verkündet werde? Hierin ist wahrlich eine Gnade und eine Mahnung für jene, die glauben.«¹ Wenn Gott bezeugt, daß das Buch ein hinlänglicher Beweis ist, wie es die Schrift bestätigt, wie kann dann jemand diese Wahrheit bestreiten und sagen, das Buch an sich sei kein schlüssiger Beweis? ...
¹ Qur'án 29:50
+3:8 #84 Váhid 8:14
Dieser Tag ist ein großer Tag; darum fällt es dir äußerst schwer, ein Gläubiger zu werden. Denn die Gläubigen dieses Tages sind die Bewohner des Paradieses, die Ungläubigen dagegen die Bewohner des Feuers. Und wisse mit Gewißheit, daß Paradies die Erkenntnis Dessen und die Hingabe an Ihn, Den Gott offenbaren wird, bedeutet, und Feuer die Gemeinschaft solcher Seelen, die es versäumen, sich Ihm zu unterwerfen oder Seinem Wohlgefallen zu fügen. An jenem Tag wirst du dich für einen Bewohner des Paradieses und wahren Gläubigen an Ihn halten, doch in Wahrheit läßt du zu, daß Schleier dich verhüllen, und dein Platz ist das niederste Feuer - und doch merkst du es nicht.
Vergleiche Seine Manifestation mit der des Punktes des Qur'án. Wie groß war die Zahl der Buchstaben des Evangeliums, die Ihn sehnsüchtig erwarteten. Und doch: Bis ins fünfte Jahr nach Seiner Erklärung wurde keiner ein Gefährte des Paradieses außer dem Gebieter der Gläubigen¹ und jenen, die heimlich an Ihn glaubten. Alle übrigen wurden zu den Genossen des Feuers gezählt, obwohl sie sich selbst als Bewohner des Paradieses betrachteten.
¹ Imám 'Alí
Sieh nun auf diese Offenbarung. Das Wesen aller Menschen wurde auf Weisung Gottes in Bewegung versetzt, und bis zum gegenwärtigen Tag sind dreihundertdreizehn Jünger erwählt worden. Im Lande Sád¹ - dem äußeren Anschein nach eine große Stadt, in deren Seminaren zahlreiche Menschen jeden Winkel füllen, die als Geistliche und Doktoren gelten, - hüllte sich jedoch, als für das innerste Wesen aller die Zeit kam hervorzutreten, nur ihr Weizensieber in das Kleid der Nachfolge. Dies ist das Geheimnis, über das die aus Muhammads Stamm - auf ihnen sei der Friede Gottes - von dieser Offenbarung sagten, die Erniedrigten würden erhöht und die Erhöhten erniedrigt.
¹ Isfahán
So auch die Offenbarung Dessen, Den Gott offenbaren wird. Unter jenen, denen es niemals einfiele, daß sie das Mißfallen Gottes verdienten, und deren fromme Taten für jeden beispielhaft sind, wird es viele geben, die zur Verkörperung des niedersten Feuers werden, wenn sie versäumen, Seine Sache anzunehmen; wie groß ist hingegen die Zahl der geringen Diener, die niemand für verdienstvoll hält, denen aber die Ehre wahren Glaubens zuteil wird und denen der Urquell der Freigebigkeit die Robe der Autorität verleihen wird. Denn was immer im Glauben Gottes geschaffen ist, das hat die Macht Seines Wortes erschaffen.
+3:9 #86 Váhid 6:15
In der Sendung des Gesandten Gottes erwarteten Ihn alle sehnsüchtig, dennoch hast du gehört, wie Er, als Er erschien, behandelt wurde; doch wenn sie Ihn in ihren Träumen sahen, brüsteten sie sich damit.
Ebenso erhoben sich zur Zeit der Manifestation des Punktes des Bayán die Menschen, wenn Sein Name erwähnt wurde, und heiß flehten sie Tag und Nacht um Sein Kommen, und wenn sie von Ihm träumten, rühmten sie sich ihrer Träume. Aber jetzt, da Er Sich offenbarte, bekleidet mit dem mächtigsten Zeugnis, das ihre eigene Religion bestätigt, und obgleich zahllose Menschen Sein Kommen sehnsüchtig erwarten, ruhen sie, nachdem sie Seine Verse hörten, bequem in ihren Häusern; Er dagegen ist nun auf dem Berge Mákú eingekerkert, einsam und verlassen.
Nehmt euch in acht, o Volk des Bayán, daß ihr nicht gleiches tut und Tag und Nacht bittere Tränen um Seinetwillen vergießt, euch bei der Erwähnung Seines Namens erhebt und doch am Tage der Erfüllung euch von Ihm wie durch einen Schleier trennt - an dem Tag, da ihr euch nicht nur bei Seinem Namen erheben, sondern einen Pfad zu Ihm, der jenen Namen verkörpert, suchen sollt.
+3:10 #87 Váhid 5:5
Zur Zeit der Offenbarung Dessen, Den Gott offenbaren wird, sollte jeder in den Lehren des Bayán gut geschult sein, so daß kein Gläubiger nur äußerlich dem Bayán anhange und seine Treupflicht gegen Ihn verletze. Wer so handelt, über den soll das Urteil »Ungläubiger« verhängt werden.
Ich schwöre bei dem heiligen Wesen Gottes, machten sich alle Anhänger des Bayán gemeinsam daran, Ihm, den Gott offenbaren wird, in den Tagen Seiner Offenbarung zu helfen, so bliebe keine einzige Seele, nein, nichts Erschaffenes auf Erden, das nicht Einlaß zum Paradies erlangte. Hütet euch wohl, denn der Inbegriff der Religion Gottes ist, Ihm zu helfen, statt zur Zeit Seines Kommens die Vorschriften des Bayán zu befolgen. Doch sollte jemand, ehe Er Sich offenbart, die Gebote übertreten, und wäre es im Maße eines Gerstenkornes, so hätte er Sein Gebot übertreten.
Sucht Zuflucht bei Gott vor allem, was euch vom Ursprung Seiner Offenbarung ablenken könnte, und haltet euch fest an Seinem Seil, denn wer Ihm standhaft die Treue hält, der ist erlöst und wird in allen Welten Heil finden.
»So ist Gottes Gunst; Er gewährt sie, wem Er will, und Gott ist der Herr überreicher Gnade.« ¹
¹ Qur'án 57:21
+3:11 #87 Váhid 8:19
Ihr verrichtet eure Werke für Gott, vom Anfang bis zum Ende eures Lebens, und doch ist keine einzige Tat für Ihn, die Manifestation Gottes, zu dem jede gute Tat zurückkehrt. Hättet ihr so getan, ihr hättet am Tage der Auferstehung nicht so schmerzlich gelitten.
Seht, wie groß diese Sache ist, und doch sind die Menschen in Schleier gehüllt. Ich schwöre bei dem geheiligten Wesen Gottes, daß jeder wahre Lobpreis Gottes, jede reine Tat nichtig sind, sie seien denn Ihm, den Gott offenbaren wird, dargebracht.
Täuscht euch nicht selbst, indem ihr vorgebt, um Gottes willen tugendhaft zu sein, und es doch nicht seid. Denn wären euere Werke wirklich für Gott getan, so vollbrächtet ihr sie für Den, den Gott offenbaren wird, und verherrlichtet Seinen Namen. Die Bewohner dieses Berges, wahren Verstehens bar, murmeln unablässig die Worte: »Es gibt keinen Gott außer Gott.« Aber welchen Nutzen bringt es ihnen? Denkt eine Zeitlang darüber nach, daß ihr nicht wie durch einen Schleier von Ihm, dem Morgen der Offenbarung, getrennt seid.
+3:12 #88 Váhid 6:16
Gott ist immer und unter allen Umständen völlig unabhängig von Seinen Geschäften. Er wünschte seit jeher und wird immer wünschen, daß alle Menschen mit ganzer Liebe die Gärten Seines Paradieses erreichen, daß keiner den anderen auch nur für einen Augenblick betrübe und daß alle in Seiner Wiege des Schutzes und der Sicherheit wohnen bis zum Tage der Auferstehung, dem Zeichen für den Morgen der Offenbarung Dessen, Den Gott offenbaren wird.
Niemals erweckte der Herr des Alls einen Propheten oder sandte ein Buch, ehe Er nicht Sein Bündnis mit allen Menschen errichtet und sie aufgerufen hatte, die nächste Offenbarung und das nächste Buch anzunehmen; denn Seine Freigebigkeit strömt unablässig und grenzenlos.
+3:13 #89 Váhid 2:1
Wie verblendet seid ihr doch, o Meine Geschöpfe,¹ ... die ihr Ihn, ohne jedes Recht, auf einen Berg² verbannt habt, von dessen Bewohnern nicht einer der Erwähnung wert ist ... Niemand ist bei Ihm - und das heißt bei Mir - außer einem der Buchstaben des Lebendigen Meines Buches. In Seiner Gegenwart - die Meine Gegenwart ist - brennt nachts nicht einmal eine Lampe. Und doch leuchten an Stätten³, die sich in unterschiedlichem Maße Ihm zukehren, unzählige Lampen! Alles auf Erden ist für Ihn erschaffen und alle haben gern an Seinen Wohltaten teil, und doch trennen sie solche Schleier von Ihm, daß sie Ihm selbst eine Lampe verweigern!
¹ In Der verheißene Tag ist gekommen (Frankfurt 1967) bemerkt Shoghi Effendi auf p29, daß der Báb an dieser Stelle »als Stimme Gottes« spricht.
² Mákú ³ der Andacht
So lege Ich an diesem Tage Zeugnis ab vor Meinen Geschöpfen, denn keines anderen Zeugnis als Mein eigenes ist der Erwähnung in Meiner Gegenwart wert oder wird es je sein. Ich erkläre feierlich, daß kein Paradies erhabener für Meine Geschöpfe ist, als vor Meinem Angesicht zu stehen und an Meine heiligen Worte zu glauben, während für sie kein Feuer grimmiger ist oder sein wird als vor der Manifestation Meines erhabenen Selbstes verhüllt zu sein und nicht an Meine Worte zu glauben.
Ihr mögt entgegenhalten: »Wie kann Er für Uns sprechen?« Habt ihr nicht die unziemlichen Worte gelesen, die ihr in der Vergangenheit äußertet, wie sie der Wortlaut Meines Buches wiedergibt, und ihr schämt euch dennoch nicht? Inzwischen habt ihr gesehen, daß die Wahrheit Meines Buches überzeugend begründet wurde, und heute bekennt jeder von euch seinen Glauben an Mich durch jenes Buch. Der Tag ist nicht fern, an dem ihr bereitwillig einsehen werdet, daß euer Ruhm in eurem Glauben an diese heiligen Verse liegt. Heute jedoch, da nur das Bekenntnis zu diesem Glauben euch wirklich nützt, habt ihr euch davon ausgeschlossen aufgrund der Dinge, die euch schaden und euch Leid zufügen werden, wohingegen Er, die Manifestation Meines Selbstes, immer gegen alles Leid gefeit war und gefeit sein wird, und jeder Schaden, der auftrat oder auftreten wird, wird am Ende auf euch zurückfallen.
+3:14 #90 Váhid 2:1
Wie groß ist die Zahl derer, die in jeder Wissenschaft bewandert sind, doch was ihren Glauben bestimmt, ist ihr Festhalten am heiligen Wort Gottes. Denn die Frucht jeder Wissenschaft ist nur das Wissen um göttliche Gebote und die Unterwerfung unter Sein Wohlgefallen.
+3:15 #90 Váhid 5:4
Nichts Erschaffenes wird je sein Paradies erlangen, solange es sich nicht in seinem höchsten vorherbestimmten Grade der Vollkommenheit zeigt. Zum Beispiel ist dieser Kristall das Paradies des Steines, aus dem seine Elemente bestehen. Ebenso gibt es für den Kristall selbst verschiedene Stufen des Paradieses ... Solange er ein Stein war, war er wertlos, aber wenn er die Vortrefflichkeit des Rubins erlangt - eine Möglichkeit, die in ihm ruht, - wieviel Karat wird er dann wert sein? Betrachte alles Erschaffene in gleicher Weise.
Der Mensch jedoch erlangt seine höchste Stufe in jeder Sendung durch den Glauben an Gott und durch die Annahme dessen, was von Ihm offenbart wurde, nicht durch Gelehrsamkeit; denn in jeder Nation gibt es gelehrte, in mannigfachen Wissenschaften bewanderte Menschen. Diese Stufe ist auch nicht durch Reichtum zu erlangen, denn genauso offensichtlich gibt es in jedem Volk unter den verschiedenen Klassen Begüterte. Ebenso ist es mit anderen vergänglichen Dingen.
Wahres Wissen ist darum das Wissen um Gott, und dies ist nichts anderes als die Anerkennung Seiner Manifestation in jeder Sendung. Auch gibt es keinen Reichtum außer der Armut in allem außer Gott und in der Heiligung von allem außer Ihm - ein Zustand, der nur verwirklicht werden kann, wenn er gegenüber Ihm, dem Tagesanbruch Seiner Offenbarung, bekundet wird. Dies bedeutet jedoch nicht, daß man vorangegangenen Offenbarungen keine Anerkennung zollen müßte. Solches ist keinesfalls zu billigen, denn der Mensch sollte, wenn er das neunzehnte Jahr erreicht, dankbar des Tags gedenken, an dem er gezeugt wurde. Denn hätte es keinen Embryo gegeben, wie hätte er dann seinen heutigen Zustand erlangen können? Hätte es also die Religion Adams nicht gegeben, so wäre dieser Glaube nicht zu seiner gegenwärtigen Stufe gelangt. So erwäge denn die Entwicklung des Gottesglaubens bis hin zum Ende, das kein Ende hat.
+3:16 #91 Váhid 4:18
Zwölfhundert und siebzig Jahre sind seit der Erklärung Muhammads verstrichen, und Jahr für Jahr haben unzählige Menschen das Haus Gottes¹ umkreist. Im abschließenden Jahr dieser Zeit ging Er, der Stifter des Hauses, auf Pilgerfahrt. Großer Gott! Dort sammelten sich viele Pilger aus allen Sekten. Doch niemand erkannte Ihn, obwohl Er jeden von ihnen erkannte - Seelen im festen Griff Seines früheren Gebots. Der einzige, der Ihn erkannte und die Pilgerfahrt mit Ihm machte, ist der, um den acht Váhide² kreisen, dessen völlige Loslösung und unbedingte Ergebenheit in den göttlichen Willen Gott vor den himmlischen Heerscharen rühmte. Das bedeutet nicht, daß er eine besondere Gnade empfing, nein, das ist eine Gnade, die Gott allen Menschen gewährt, doch sie haben sich selbst vor ihr verhüllt.
¹ Mekka
¹ ² Dies ist ein Bezug auf Quddús, »den der persische Bayán als den Mitpilger pries, um den Spiegel in der Zahl von acht Váhiden kreisen«. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber, Hofheim-Langenhain, 1974 p54
Der Kommentar zur Súrih Josef¹ war im ersten Jahr dieser Offenbarung weit verbreitet worden. Doch als die Menschen sahen, daß nicht andere mit ihnen diese Sache unterstützten, zögerten sie, sie anzunehmen. Nie dachten sie daran, daß auch der Qur'án, dem heute unzählige Seelen Treue bezeugen, im Herzen der arabischen Welt offenbart wurde; und dennoch erkannte dem äußeren Anschein nach sieben Jahre lang niemand seine Wahrheit außer dem Gebieter der Gläubigen² - möge der Friede Gottes auf Ihm ruhen -, der auf die schlüssigen Beweise von Gottes höchstem Zeugnis antwortete, die Wahrheit erkannte und seine Augen nicht auf andere richtete. So wird Gott am Tag der Auferstehung jeden nach seinem Verständnis fragen und nicht, ob er den Fußstapfen anderer folgte. Wie oft beugte sich ein Mensch, wenn er sein Ohr den heiligen Versen geöffnet hatte, in Demut nieder und nahm die Wahrheit an, während sein Führer dies versäumte. So muß jeder seine Verantwortung selbst tragen und nicht ein anderer für ihn. Zu der Zeit, da Er, den Gott offenbaren wird, erscheint, werden gleichermaßen die Gelehrtesten der Gelehrten und die Geringsten unter den Menschen gerichtet. Wie oft haben die unbedeutendsten Menschen die Wahrheit anerkannt, die Gelehrtesten aber blieben in Schleier gehüllt. So fallen in jeder Sendung eine Anzahl Seelen ins Feuer, da sie den Fußstapfen anderer folgen.
¹ Qur'án , 12.Sure ² Imám 'Alí
+3:17 #93 Váhid 7:13
Es ist besser, nur einen Seiner Verse niederzuschreiben als den ganzen Bayán und alle Bücher, die in der Sendung des Bayán geschrieben wurden. Denn alles außer Seinen Schriften wird beiseite gelegt; diese aber werden fortdauern bis zur folgenden Offenbarung. Und wenn jemand im Geiste wahren Glaubens auch nur einen Buchstaben jener Offenbarung niederschreibt, so wird sein Lohn größer sein, als hätte er alle himmlischen Schriften der Vergangenheit niedergeschrieben und alles, was während vorangegangener Sendungen geschrieben worden ist. So steige auch du von einer Offenbarung zur nächsten und wisse, daß dein Fortschritt im Wissen um Gott nie zu einem Ende kommen wird, wie es auch keinen Anfang haben kann.
+3:18 #93 Váhid 7:9
O Volk des Bayán! Seid auf der Hut, denn am Tage der Auferstehung wird niemand einen Ort finden, dahin er fliehen kann. Plötzlich wird Er offenbar werden und richten, wie Er will. Wenn Er es wünscht, wird Er den Erniedrigten erhöhen und den Erhöhten erniedrigen, wie Er es im Bayán tat, könntet ihr doch verstehen! Und keiner außer Ihm ist dazu fähig. Was Er verordnet, das wird geschehen, und nichts bleibt ungeschehen.
+3:19 #94 Váhid 7:15
Da alle Menschen aus dem Schatten der Zeichen Seiner Göttlichkeit und Herrschaft hervorgetreten sind, streben sie allezeit danach, einen edlen, erhabenen Pfad einzuschlagen. Und weil es ihnen des scharfsichtigen Auges gebricht, ihren Geliebten zu erkennen, versäumen sie ihre Pflicht, demütig und bescheiden vor Ihm zu sein. Dabei halten sie sich vom Anfang bis zum Ende ihres Lebens an die Gesetze, die in der vorangegangenen Religion gültig waren, beten Gott an, verehren Ihn fromm, beugen sich vor Seiner göttlichen Wirklichkeit und bezeigen Ergebenheit gegenüber Seinem erhabenen Sein. Zur Stunde Seiner Offenbarung aber richten sie den Blick auf ihr eigenes Selbst, und so sind sie von Ihm ausgeschlossen, weil sie wähnen, Er sei nur einer ihresgleichen. Fern der Herrlichkeit Gottes ist ein solcher Vergleich. Fürwahr, dieses erhabene Wesen gleicht der Sonne am Himmel, Seine Verse ihren Strahlen, und alle Gläubigen sind, wenn sie wahrhaft an Ihn glauben, wie Spiegel, die die Sonne widerspiegeln. So ist ihr Licht nur ein Abglanz.
+3:20 #94 Váhid 7:15
O Volk des Bayán! Wenn ihr an Ihn glaubt, den Gott offenbaren wird, so glaubt ihr zu eurem eigenen Vorteil. Er war seit je unabhängig von allen Menschen und wird es auch immer bleiben. Würdet ihr zum Beispiel zahllose Spiegel vor die Sonne stellen, so spiegelten sie alle die Sonne wider und erzeugten Bilder von ihr, wohingegen die Sonne selbst gänzlich unabhängig ist von der Existenz der Spiegel und der Sonnen, die sie abbilden. Solcherart sind die Beziehungen der bedingten Wesen zur Manifestation des ewigen Seins ...
Heute begeben sich jedes Jahr nicht weniger als siebzigtausend Menschen - wie sie der Gesandte Gottes hieß - auf Pilgerreise zum heiligen Hause Gottes, während Er, der dieses Gebot gab, sieben Jahre lang in den Bergen Mekkas Zuflucht suchte. Und dies, obwohl Er, der dieses erließ, unermeßlich erhabener ist als das Gebot selbst. Folglich begeben sich alle diese Menschen derzeit nicht mit wahrem Verständnis auf eine Pilgerreise, sonst wären sie an diesem Tage Seiner Wiederkehr, der mächtiger ist als Seine vorherige Sendung, Seinem Gebot gefolgt. Doch siehe, was geschah. Menschen, die an Seine vorherige Religion zu glauben bekunden, die sich des Tages und zur Nacht verehrungsvoll vor Seinem Namen beugen, haben Ihm einen Ort in einem Berge zugewiesen, darin zu hausen, wo doch jeder von ihnen es sich zur Ehre rechnete, Ihn zu erkennen.
+3:21 #95 Váhid 9:4
Für die Zeiten des Gebets wurde dir Zurückgezogenheit auferlegt, damit du deine Aufmerksamkeit ungeteilt dem Gedenken Gottes zuwendest und dein Herz zu allen Zeiten von Seinem Geist beseelt, nicht aber wie durch einen Schleier von deinem Meistgeliebten getrennt sei. Wenn du Gott preisest, laß deine Zunge nicht bloßen Lippendienst tun, während dein Herz nicht dem höchsten Gipfel der Herrlichkeit, dem Brennpunkt der Verbundenheit zugewandt ist. Dann wird, so du am Tage der Auferstehung lebst, der Spiegel deines Herzens auf Ihn, die Sonne der Wahrheit, gerichtet sein, und kaum ist Sein Licht erstrahlt, wird sein Glanz auch schon in deinem Herzen widergespiegelt. Denn Er ist die Quelle alles Guten, und alles kehrt zu Ihm zurück. Erscheint Er aber, während du dich in dich selbst zur Andacht zurückgezogen hast, so nützt dir das nichts, es sei denn, du erwähnst Seinen Namen mit Worten, die Er offenbarte. Denn in der kommenden Offenbarung ist Er das Gedenken Gottes. Die Gebete, die du jetzt darbringst, wurden hingegen vom Punkt des Bayán verordnet. Er aber, der am Tage der Auferstehung strahlend erscheinen wird, ist die Offenbarung der inneren im Punkt des Bayán verwahrten Wirklichkeit - eine Offenbarung, mächtiger, unermeßlich mächtiger als die, welche ihr voranging.
+3:22 #96 Váhid 8:16
Der Diener sollte nach jedem Gebet Gott anflehen, seinen Eltern gnädig zu vergeben. Dann wird Gottes Ruf erschallen: »Abertausendfach sei dir gelohnt, was du für deine Eltern erbeten hast!« Gesegnet, wer seiner Eltern gedenkt, wenn er mit Gott Zwiesprache hält. Wahrlich, es gibt keinen Gott außer ihm, dem Mächtigen, dem Vielgeliebten.
+3:23 #96 Váhid 5:12
Die stoffliche Gestalt ist der Thron des inneren Tempels; deshalb empfindet dieser alles, was dem Leib geschieht. In Wirklichkeit ist es des Leibes innerer Tempel, der durch Freude erhoben und durch Leid bedrückt wird, nicht der Leib selbst. Da der stoffliche Leib der Thron ist, auf dem der innere Tempel ruht, hat Gott bestimmt, daß der Leib, so gut es geht, erhalten wird, damit nichts geschieht, was Unstimmigkeit hervorruft. Der innere Tempel sieht seinen Thron, die stoffliche Gestalt. Wenn dieser Achtung entgegengebracht wird, ist es, als ob der innere Tempel sie empfängt. Das Gegenteil trifft ebenso zu.
Deshalb wurde bestimmt, daß dem Leichnam höchste Ehrerbietung und Achtung entgegengebracht wird.
+3:24 #97 Váhid 7:2
Vollbrächtest du zur Zeit des Erscheinens Dessen, Den Gott offenbaren wird, deine Taten dem Punkt des Bayán zuliebe, so dientest du einem anderen als Gott, denn der Punkt des Bayán ist an jenem Tag kein anderer als Er, den Gott offenbaren wird ...
Aus diesem Grunde werden zu Beginn einer jeden Sendung unzählige Menschen, die sich in ihrer Unwissenheit einbilden, sie handelten für Gott, betäubt und gottlos und doch bemerken sie es nicht, bis auf jene, die Er führt auf Sein Geheiß.
Es ist besser für den Menschen, eine Seele zu führen als alles zu besitzen, was zwischen Ost und West liegt. Ebenso ist Führung für den Geführten besser als alles andere auf Erden, denn durch diese Führung wird er nach seinem Tode Zutritt zum Paradiese erlangen, durch die Dinge der Welt hingegen wird er nach seinem Tode seine wohlverdiente Strafe erhalten. Gott wünscht darum, daß alle Menschen durch die Kraft der Worte Dessen, Den Gott offenbaren wird, rechtgeleitet werden. Die Dünkelhaften aber werden sich nicht führen lassen. Sie werden der Wahrheit beraubt sein, manche aufgrund ihrer Gelehrsamkeit, andere aufgrund ihres Ruhmes und ihrer Macht und wieder andere aus persönlichen Gründen, von denen keiner in der Todesstunde ihnen von Nutzen sein wird.
Sei wachsam, daß du, geführt von Ihm, dem Quell göttlicher Führung, befähigt werdest, deine Schritte recht zu setzen auf der Brücke, die schärfer ist als das Schwert und feiner als ein Haar, so daß, was du von Anbeginn deines Lebens um Gottes Liebe willen vollbracht hast, sich nicht plötzlich und unbemerkt in Taten kehre, die vor Gott nicht annehmbar sind. Wahrlich, Gott führt, wen Er will, auf den Pfad absoluter Gewißheit.
+3:25 #98 Váhid 6:11
Ein jeder erwartet sehnsuchtsvoll Sein Erscheinen, doch da ihr inneres Auge nicht auf Ihn gerichtet ist, muß Leid Ihm widerfahren. Vor der Offenbarung des Qur'án bezeugten alle die Frömmigkeit und vornehme Tugend des Gesandten Gottes - der Segen Gottes ruhe auf Ihm. Seht Ihn nach der Offenbarung des Qur'án! Welch schändliche Beleidigungen wurden gegen Ihn gerichtet - fürwahr, die Feder sträubt sich, sie zu berichten. So seht denn auch den Punkt des Bayán. Sein Behagen vor der Erklärung Seiner Sendung ist denen, die Ihn kennen, offenbar. Sieh nun, wie nach Seiner Offenbarung obwohl Er bis heute nicht weniger als fünfhunderttausend Verse zu verschiedenen Themen offenbarte - Verleumdungen gegen Ihn ausgesprochen werden, so ungeziemend, daß die Feder sich schämt, sie zu erwähnen. Doch befolgten alle Menschen die Verordnungen Gottes, so befiele jenen himmlischen Baum keine Trauer.
+3:26 #99 Váhid 8:1
Die Taten Dessen, Den Gott offenbaren wird, sind der Sonne gleich, die Werke der Menschen dagegen - so sie dem Wohlgefallen Gottes entsprechen - gleichen den Sternen oder dem Mond ... Wenn darum die Anhänger des Bayán, wenn Er, den Gott offenbaren wird, erscheint, Dessen Geboten folgen und sich und ihre Werke als Sterne im Sonnenlicht sehen, so haben sie die Früchte ihres Daseins geerntet, andernfalls kommt ihnen der Titel »Stern« nicht zu. Er trifft vielmehr auf die zu, die wahrlich an Ihn glauben, die des Tags verblassen und zur Nacht wieder aufleuchten.
Dies ist fürwahr die Frucht dieses Gebots für den, der es am Tage der Auferstehung befolgt. Dies ist das Wesen aller Gelehrsamkeit und aller rechtschaffenen Taten für den, der sie erlangt. Hätten die Völker der Erde ihren Blick auf diese Richtschnur geheftet, kein Künder göttlicher Offenbarung hätte sie zu Beginn einer Sendung je als nichtig angesehen. Es ist jedoch Tatsache, daß des Nachts jeder das Licht wahrnimmt, das er selbst nach eigenem Vermögen ausstrahlt, und darüber vergißt, daß dieses Licht bei Tagesanbruch vergehen und vor den blendenden Strahlen der Sonne verschwinden und verlöschen wird.
Das Licht der Menschen dieser Welt sind Wissen und Ausdruck; der Glanz des herrlichen Wirkens Dessen, Den Gott offenbaren wird, sind Seine Worte, durch deren Gewalt Er die ganze Welt des Seins aufrollt, sie Seiner Autorität unterstellt, indem Er sie mit Sich verbindet und sodann als Stimme Gottes, als Quell Seines göttlichen Lichtes - erhaben und verherrlicht sei Er - verkündet: »Wahrlich, wahrlich, Ich bin Gott, kein Gott ist außer Mir; alle außer Mir sind fürwahr Meine Geschöpfe. Sprich, o Meine Geschöpfe! Mich allein sollt ihr darum fürchten!«
+3:27 #100 Váhid 9:10
Wisse, daß im Bayán Läuterung als das annehmbarste Mittel angesehen wird, in Gottes Nähe zu gelangen, und als die verdienstvollste aller Taten. So läutere dein Ohr, daß du nichts hörst außer der Erwähnung Gottes, und läutere dein Auge, daß es nichts sehe außer Gott, und dein Bewußtsein, daß es nichts begreife außer Gott, und deine Zunge, daß sie nichts künde außer Gott, und deine Hand, daß sie nichts schreibe denn die Worte Gottes, und dein Wissen, daß es nichts außer Gott erfasse, und dein Herz, daß es keinen Wunsch hege neben Gott, und läutere desgleichen all dein Tun und Trachten, daß du im Paradiese reiner Liebe gehegt werdest, und im Schmucke einer Reinheit, wie Er sie hoch schätzt, die Gegenwart Dessen erlangest, den Gott offenbaren wird, geheiligt von allen, die sich von Ihm abgewandt und Ihm ihre Hilfe versagt haben. So offenbare denn eine Reinheit, die dir nützt.
Wisse, jedes Ohr, das Seinen Worten in wahrem Glauben lauscht, wird gefeit sein gegen das Feuer. So wird der Gläubige, indem er Ihn erkennt, den überragenden Charakter Seiner himmlischen Worte erfassen, wird aus ganzem Herzen Ihn vor allen anderen erwählen und wird seine Liebe nicht denen zuwenden, die nicht an Ihn glauben. Aller Segen im kommenden Leben ist allein die Frucht dieses Glaubens.
Fürwahr, jeder, der mit wahrem Glauben auf Seine Worte blickt, hat das Paradies wohl verdient; und wer in seinem Innersten gläubig Zeugnis ablegt für Sein Wort, der wird im Paradiese wohnen und in Gottes Gegenwart gelangen; und wessen Zunge Seinen Worten in wahrem Glauben Ausdruck gibt, der wird im Paradiese weilen, ergriffen von Entzücken im Lob und preise Gottes, des Immerwährenden, dessen Offenbarungen der Herrlichkeit niemals enden und dessen heiliger, belebender Hauch niemals schwindet. Gott wird jede Hand, die Seine Worte in wahrem Glauben niederschreibt, in dieser und der zukünftigen Welt mit köstlichen Dingen füllen; und jede gläubige Brust, die Seine Worte sich einprägt, wird Gott mit Seiner Liebe erfüllen; und jedes Herz, das Liebe hegt zu Seinen Worten, Zeichen wahren Glaubens offenbart, wenn Sein Name erwähnt wird, und ein Beispiel gibt der Worte: »Ihre Herzen erbeben in Furcht bei der Erwähnung Gottes«¹, ein solches Herz wird die Strahlen göttlicher Gunst auf sich ziehen und am Tage der Auferstehung von Gott hoch gepriesen werden.
¹ Qur'án 8:2
+3:28 #101 Váhid 3:12
Wenn zur Zeit des Erscheinens Dessen, Den Gott offenbaren wird, alle Bewohner der Erde etwas bezeugten, was Er anders bezeugt, so wäre Sein Zeugnis wie die Sonne, das ihrige hingegen das Trugbild eines Spiegels, der nicht der Sonne zugewandt ist. Denn anders wäre ihr Zeugnis die getreue Widerspiegelung Seines Zeugnisses.
Ich schwöre bei dem heiligsten Wesen Gottes, eine Zeile der Worte Seines Mundes ist erhabener als die Worte aller, die auf Erden wohnen. Nein, ich bitte um Vergebung für diesen Vergleich. Wie können sich der Sonne Spiegelbilder mit den wundersamen Strahlen der Sonne am sichtbaren Himmel vergleichen? Die Stufe der einen ist die des Nichtseins, die der anderen hingegen - bei der Gerechtigkeit Gottes, geheiligt und verherrlicht sei Sein Name - die der Wirklichkeit aller Dinge ...
Wenn am Tage Seiner Manifestation ein König seine eigene Herrschaft erwähnte, käme dies einem Spiegel gleich, der die Sonne herausfordert und spricht: »Das Licht ist in mir.« Desgleichen, wollte an Seinem Tage ein Gelehrter für sich in Anspruch nehmen, Wissen zu verkörpern, oder ein Reicher seinen Überfluß zur Schau stellen, ein Mächtiger auf seiner Autorität beharren oder ein Würdenträger seinen Ruhm herausstreichen. Nein, solche Menschen würden zum Gespött ihresgleichen und wie träfe sie das Urteil Dessen, der die Sonne der Wahrheit ist!
+3:29 #102 Váhid 3:13
Ihr dürft Ihm, den Gott offenbaren wird, keine Fragen stellen außer solchen, die sich für Ihn ziemen. Denn Seine Stufe ist die des Wesens göttlicher Offenbarung ... Aller Segen dieser Welt ist nur ein Abbild Seines Segens; und alles dankt seine Existenz Seinem Sein ... Der Bayán ist von Anfang bis zum Ende der Aufbewahrungsort aller Seiner Eigenschaften und die Schatzkammer Seines Feuers wie auch Seines Lichts. Wünscht jemand Fragen zu stellen, so ist ihm dies nur schriftlich erlaubt, auf daß er von Seiner schriftlichen Antwort tiefes Verständnis gewinne und sie ihm als ein Zeichen seines Geliebten diene. Laßt jedoch niemanden fragen, was Seiner erhabenen Stufe unwürdig ist. Wollte etwa jemand von einem Diamantenhändler den Preis für Stroh erfragen, wie dumm und unziemlich wäre dies! Genauso unpassend sind in Seiner Gegenwart die Fragen selbst der angesehensten Menschen, außer solchen Worten, die Er selbst am Tag Seiner Manifestation von Sich spricht.
Mich dünkt, ich sehe, wie sie Ihm schreiben, getrieben von ihren irrigen Auffassungen, und Ihm Fragen stellen über das, was im Bayán offenbart worden ist, und Er antwortet ihnen mit Worten, die nicht von Ihm, sondern von Gott sind, und spricht: »Wahrlich, wahrlich, Ich bin Gott; es gibt keinen Gott außer Mir. Ich habe alles Erschaffene ins Dasein gerufen, Ich habe vormals göttliche Boten berufen und Bücher auf sie herabgesandt. Hütet euch, daß ihr niemanden verehret außer Gott, der Mein Herr ist und euer Herr. Dies ist fürwahr die unzweifelhafte Wahrheit. Und gleiches gilt für Mich; so ihr an Mich glaubt, sorgt ihr gut für eure Seelen, und glaubt ihr nicht an Mich und an das, was Gott Mir offenbarte, so schließt ihr euch aus wie durch einen Schleier. Denn wahrlich, Ich war von jeher unabhängig von euch und werde auch künftig unabhängig bleiben. Darum geziemt es euch, o Geschöpfe Gottes, euch selbst zu helfen und an die von Mir offenbarten Verse zu glauben ...«
+3:30 #103 Váhid 2:6
Bis zum Tag der Auferstehung, dem Tag Dessen, Den Gott offenbaren wird, ist der Bayán die unfehlbare Waage Gottes. Wer so handelt, wie in ihm offenbart wurde, der wird im Paradiese unter dem Schatten Seiner Bestätigung wohnen und in der Gegenwart Gottes zu den hehrsten Buchstaben zählen; wer aber von ihm abweicht, und wäre es nur um die Spitze einer Gerstengranne, der ist für das Feuer bestimmt und wird unter dem Schatten der Leugnung versammelt werden. Für diese Wahrheit legt auch der Qur'án offen Zeugnis ab, wo Gott in zahlreichen Fällen bestimmt hat, daß jeder, der anders urteilt als die von Ihm gesetzten Schranken es erlauben, als Ungläubiger betrachtet wird ...
Wie wenige halten sich in diesen Tagen an das im Qur'án niedergelegte Richtmaß. Nein, nirgends sind solche zu finden, es sei denn, Gott will es. Gäbe es aber einen solchen Menschen, so wären seine rechtschaffenen Taten dennoch ohne Nutzen für ihn, wenn er es versäumte, dem im Bayán offenbarten Richtmaß zu folgen; genauso wie den christlichen Mönchen ihre frommen Taten nichts nützten, da sie sich zur Zeit der Manifestation des Gesandten Gottes - mögen die Segnungen Gottes auf Ihm ruhen - mit dem Richtmaß des Evangeliums begnügten.
Wäre das im Qur'án niedergelegte göttliche Richtmaß wirklich befolgt worden, so wäre Er, der Baum göttlicher Wahrheit, nicht abgeurteilt worden. So wurde offenbart: »Fast möchten die Himmel darob zerreißen und die Erde sich spalten und die Berge in Trümmer stürzen.«¹ Und doch, um wieviel härter als diese Berge müssen ihre Herzen sein, um unbewegt zu bleiben! Fürwahr, kein Paradies ist herrlicher vor Gott, als Sein Wohlgefallen zu erlangen.
¹ Qur'án 19:92
+3:31 #104 Váhid 6:4
Der eine, wahre Gott kann mit der Sonne verglichen werden, der Gläubige mit einem Spiegel. Sobald der Spiegel der Sonne zugewandt ist, strahlt er ihr Licht wider. Der Ungläubige kann mit einem Stein verglichen werden. Wie lange er auch der Sonne ausgesetzt ist, er kann ihr Licht nicht widerspiegeln. So bringt der Gläubige sein Leben als Opfer dar, während der Ungläubige alles, was er tut, gegen Gott richtet. Fürwahr, wenn Gott will, steht es in Seiner Macht, den Stein in einen Spiegel zu verwandeln, aber der Mensch findet sich mit seiner Stufe ab. Hätte er gewünscht, ein Kristall zu werden, Gott hätte ihn diese Form annehmen lassen. Denn an jenem Tage steht jeder Grund, der den Gläubigen an Ihn glauben läßt, auch dem Ungläubigen zu Gebote. Wenn aber der Ungläubige zuläßt, daß Schleier ihn verhüllen, wird ihn jeder Grund wie ein Schleier ausschließen. So zeigt es sich heute klar und deutlich: Die ihr Antlitz Gott, dem Wahren, zuwenden, glauben an Ihn aufgrund des Bayán. Die aber in Schleier gehüllt sind, werden Seiner beraubt durch den Bayán.
+3:32 #105 Váhid 5:8
Ich schwöre bei dem heiligsten Sein Gottes - erhaben und verherrlicht sei Er -, daß am Tag des Erscheinens Dessen, Den Gott offenbaren wird, ein tausendfaches Durchlesen des Bayán nicht dem Lesen eines einzigen Verses Dessen gleichkommt, den Gott offenbaren wird.
Denke eine Weile nach und sieh: Im Islám hat alles seinen Grund und Ursprung im Buche Gottes. So sinne ebenso nach über den Tag der Offenbarung Dessen, Den Gott offenbaren wird, Er, in Dessen Hand die Quelle aller Beweise liegt, und verschließe dich nicht selbst durch irrige Überlegungen vor Ihm, denn Er ist unermeßlich erhaben über sie, da jeder Beweis dem Buch Gottes, dem erhabensten Zeugnis, entstammt, und da die Menschen ohnmächtig sind, seinesgleichen zu schaffen. Sollten Myriaden von Gelehrten, geschult in Logik, Grammatik, Gesetzen, Rechtsprechung und dergleichen, sich vom Buche Gottes abwenden, sie würden stets Ungläubige genannt. Also ist das erhabenste Zeugnis selbst die Frucht und nicht die Dinge, die davon abgeleitet sind. Und wisse mit Gewißheit, daß jeder Buchstabe, der im Bayán offenbart ist, nur Ergebenheit bewirken soll gegenüber Ihm, den Gott offenbaren wird, denn Er hat den Bayán vor Seiner eigenen Manifestation enthüllt.
+3:33 #106 Váhid 2:1
In dieser Offenbarung geruhte der Herr des Alls, dem Punkt des Bayán Seine mächtigen Äußerungen und strahlenden Zeichen zu verleihen, und hat sie als Sein unvergleichliches Zeugnis für alles Erschaffene bestimmt. Versammelten sich auch alle Völker auf Erden, sie wären dennoch unfähig, auch nur einen Vers zu formen, wie Gott sie der Zunge des Punktes des Bayán entströmen ließ. Fürwahr, jedes lebende Geschöpf, das innehält um nachzusinnen, würde zweifellos erkennen, daß diese Verse nicht Menschenwerk sind, sondern einzig Gott zugeschrieben werden müssen, dem Einen, dem Unvergleichlichen, der sie dem von der Zunge strömen läßt, den Er bestimmt; und nie hat Er sie, noch wird Er sie jemals, durch einen anderen als den Brennpunkt des göttlichen Urwillens offenbaren. Er ist es, durch dessen Fügung göttliche Boten erweckt und himmlische Bücher herniedergesandt werden. Wären menschliche Wesen fähig, solches zu leisten, so hätte sicherlich jemand während der Dauer von zwölfhundert und siebzig Jahren, die seit der Offenbarung des Qur'án bis zu der des Bayán verstrichen sind, wenigstens einen Vers zustande gebracht. Doch kein Mensch war dazu fähig und alle sind daran gescheitert, obwohl sie sich mit mächtigem Ungestüm mühten, die Lampe des Wortes Gottes zu ersticken.
+3:34 #107 Váhid 4:12
Du siehst, welche Scharen Jahr für Jahr nach Mekka pilgern und die Ka'bah¹ umschreiten, während Er, durch dessen Wortes Macht die Ka'bah Ziel der Anbetung wurde, verlassen auf diesem Berg weilt. Er ist kein anderer als der Gesandte Gottes selbst, denn die Offenbarung Gottes ist der Sonne vergleichbar. Wie oft sie auch aufgeht, es gibt doch nur eine Sonne, und von ihr hängt das Leben aller Dinge ab. Es ist klar und offensichtlich: Das Ziel aller vorangegangener Sendungen war, den Weg für das Kommen Muhammads, des Gesandten Gottes, zu bereiten. Sie alle, einschließlich der Sendung Muhammads, hatten wiederum die Offenbarung des Qá'im² zum Ziel. Der Zweck dieser Offenbarung wie der ihr vorangegangenen war gleichermaßen, das Kommen des Glaubens Dessen, Den Gott offenbaren wird, anzukündigen. Und dieser Glaube - der Glaube Dessen, Den Gott offenbaren wird, - zielt mit all den Offenbarungen, die vor ihm waren, wiederum auf die Manifestation, die ihm zu folgen bestimmt ist. Und jene bereitet ebenso wie die vorhergehenden Offenbarungen den Weg für die Offenbarung, die danach folgen wird. So wird der Wechsel von Auf- und Untergang der Sonne der Wahrheit unendlich fortschreiten - ein Ablauf ohne Anfang und ohne Ende.
¹ das Heiligtum in Mekka ² Er, der sich erhebt
Wohl steht es um ihn, der in jeder Sendung die Absicht Gottes für diese Sendung erkennt und dessen nicht beraubt ist, weil er seinen Blick auf Vergangenes richtet,
+3:35 #108 Váhid 2:7
Der Gehalt dieses Kapitels ist, daß mit dem Tag der Auferstehung der Tag des Erscheinens des Baumes göttlicher Wirklichkeit gemeint ist; aber nirgends sieht man einen Anhänger des shí'itischen Islám, der die Bedeutung des Tages der Auferstehung verstanden hätte; vielmehr haben sie sich phantastischen Einbildungen hingegeben, die vor Gott aller Wirklichkeit bar sind. Nach Gottes Urteil und dem Gebrauch der in göttliche Geheimnisse Eingeweihten ist mit dem Tag der Auferstehung die Zeit gemeint, die von der Erscheinung Dessen, der der Baum göttlicher Wirklichkeit ist - in welcher Epoche und unter welchen Namen es auch sei -, bis zur Stunde Seines Scheidens dauert.
Zum Beispiel währte von Beginn der Sendung Jesu Friede ruhe auf Ihm - bis zum Tag Seiner Himmelfahrt die Auferstehung Mose. Denn während dieser Zeit erstrahlte die Offenbarung Gottes durch das Kommen dieser göttlichen Wirklichkeit, und Er belohnte durch Sein Wort jeden, der an Moses glaubte, und bestrafte durch Sein Wort jeden, der nicht glaubte; war doch Gottes Zeugnis für jenen Tag, was Er feierlich im Evangelium verkündete. Und von Anbeginn der Offenbarung des Gesandten Gottes - Gottes Segen ruhe auf Ihm - bis zum Tag Seiner Himmelfahrt dauerte die Auferstehung Jesu - Friede sei auf Ihm -, als der Baum göttlicher Wirklichkeit in der Person Muhammads erschien und durch Sein Wort jeden belohnte, der an Jesus glaubte, und durch Sein Wort jeden bestrafte, der nicht an Ihn glaubte.
Und seit dem Augenblick, da der Baum des Bayán erschien, bis zu Seinem Ableben, dauert die Auferstehung des Gesandten Gottes, wie es im Qur'án vorhergesagt ist; sie begann, als am Abend des fünften Jamádiyu'l-Avval 1260 n. d. H.,¹ im Jahr 1270 nach der Erklärung der Sendung Muhammads, zwei Stunden und elf Minuten vergangen waren. Dies war der Beginn des Tages der Auferstehung des Qur'án und ist bis zum Schwinden des Baumes göttlicher Wirklichkeit die Auferstehung des Qur'án. Alles erreicht am Tage seiner Auferstehung die Stufe der Vollendung. Die Religion des Islám erreichte ihre Vollendung zu Beginn dieser Offenbarung; und vom Anfang dieser Offenbarung bis zu ihrem Untergang werden die Früchte des Islám, was sie auch seien, sichtbar werden. Die Auferstehung des Bayán wird eintreten zur Zeit Dessen, Den Gott offenbaren wird.
¹ 22. Mai 1844
Denn heute befindet sich der Bayán im Zustand des Keimes; seine höchste Vollendung erlangt er zu Beginn der Manifestation Dessen, Den Gott offenbaren wird. Er wird offenbar werden, um die Früchte der Bäume zu ernten, die Er gepflanzt hat; ebenso steht es mit der Offenbarung des Qá'im¹, eines Nachkommen Muhammads - Gottes Segen ruhe auf Ihm - in bezug auf die Offenbarung des Gesandten Gottes² selbst. Er kommt allein, um die Früchte des Islám aus den Versen des Qur'án zu sammeln, die Er³ in die Herzen der Menschen gesät hat.
¹ Er, der sich erhebt ² Muhammad ³ Muhammad
Die Früchte des Islám können nur durch Treue zu Ihm¹ und durch Glauben an Ihn geerntet werden. Gegenwärtig jedoch geschieht das Gegenteil; denn obwohl Er im Herzen des Islám erschien, zu dem sich das ganze Volk um Seinetwillen² bekennt, haben sie Ihn doch zu Unrecht auf den Berg Mákú verbannt, obgleich im Qur'án allen das Kommen des Tages der Auferstehung von Gott verheißen wurde. Denn an jenem Tag werden alle Menschen vor Gott geführt und Seine Gegenwart erlangen; dies bedeutet, vor Ihm, dem Baum göttlicher Wirklichkeit, zu erscheinen und in Seine Gegenwart zu treten; denn es ist nicht möglich, vor dem heiligsten Sein Gottes zu erscheinen, noch ist es vorstellbar, Vereinigung mit Ihm zu suchen. Vor Ihm erscheinen und Ihm begegnen, kann nur heißen, die Gegenwart des Ersten Baumes zu erlangen.
¹ dem Qa'ím ² dem Qa'ím
+3:36 #110 Váhid 2:1
Der von Gott erbrachte Beweis kann niemals mit Beweisen der Völker und Geschlechter dieser Erde verglichen werden; und es steht außer Zweifel, daß Gott Seinen Beweis allein durch ihn erbringt, den Er zu Seinem erhabensten Zeugen bestimmte. Überdies zeigt der Nachweis offenbarter Verse, allein und aus sich selbst zwingend, die völlige Hilflosigkeit alles Erschaffenen auf Erden, denn dies ist ein Nachweis, welcher von Gott kommt und dauern wird bis zum Tage der Auferstehung.
So jemand über das Erscheinen dieses Baumes nachsinnt, wird er zweifellos die Erhabenheit der Sache Gottes bezeugen. Denn, wenn jemand, von dessen Leben erst vierundzwanzig Jahre verstrichen sind und der unkundig ist jener Wissenschaften, worin alle gelehrt sind, nun Verse solcher Art ohne Nachdenken oder Zögern vorträgt, wenn er tausend Gebetsverse im Laufe von fünf Stunden, ohne die Feder abzusetzen, niederschreibt, Kommentare und Abhandlungen über so erhabene Themen wie das wahre Verstehen Gottes und die Einheit Seines Seins in einer Weise verfaßt, die eingestandenermaßen das Verständnisvermögen von Doktoren und Philosophen übersteigt, dann gibt es keinen Zweifel, daß alles, was offenbart wurde, göttlich eingegeben ist. Welche Mühe macht es den Geistlichen, auch nur eine Zeile auf arabisch zu schreiben - und sie haben ihr Leben lang emsig studiert! Doch das Ergebnis solcher Mühe sind bloße Worte, nicht der Erwähnung wert. All dies ist nur den Menschen zum Beweis angeführt; denn die Religion Gottes ist für jeden so mächtig und herrlich, daß sie durch nichts erfaßt werden kann, außer durch sie selbst; alles andere wird vielmehr durch sie verständlich.
+3:37 #111 Váhid 9:3
Preis sei Gott, daß Er uns befähigt, Ihn zu erkennen, den Gott offenbaren wird am Tage der Auferstehung, so daß wir von der Frucht unseres Daseins Nutzen ziehen können und nicht davon abgehalten werden, in die Gegenwart Gottes zu gelangen. Denn das ist fürwahr der Zweck, zu dem wir erschaffen sind, das einzige Ziel jeder edlen Tat, die wir vollbringen. Das ist der Segen, den uns Gott zuteil werden läßt. Wahrlich, Er ist der Segensreiche, der Gnädige. Wisse, daß du darin Erfolg haben wirst, wenn du unbeirrbar glaubst. Da du aber die Stufe unbeirrbaren Glaubens nicht erreichen kannst, weil deine selbstischen Wünsche sich wie Schleier dazwischen legen, wirst du im Feuer verharren, ohne es zu merken. Am Tage Seiner Offenbarung wird dich nichts vom Feuer erretten, vollbrächtest du auch alle gerechten Taten, es sei denn, du glaubst wahrhaft an Ihn. Wenn du die Wahrheit annimmst, wirst du alles Gute und Schickliche für dich im Buche Gottes niedergelegt finden, und du wirst darum im allhöchsten Paradies frohlocken bis zur nächsten Auferstehung
Denke mit großer Aufmerksamkeit darüber nach, denn der Pfad ist eng, obgleich er weiter ist, als die Himmel und die Erde und alles, was dazwischen ist. Hätten zum Beispiel alle, die der Erfüllung der Verheißung Jesu hauten, die Offenbarung Muhammads, des Gesandten Gottes, angenommen, so hätte sich keiner von den Worten Jesu abgewandt. So ist es auch mit dem Punkt des Bayán und Seiner Offenbarung: Wären alle gewiß, daß Er der verheißene Mihdí¹ ist, den der Gesandte Gottes vorhersagte, dann hätte sich keiner, der an den Qur'án glaubt, von den Worten des Gesandten Gottes ab gewandt. Siehe, auch in der Offenbarung Dessen, Den Gott offenbaren wird, geschieht ein Gleiches: Wären alle gewiß, daß Er »Der ist, den Gott offenbaren wird«, den der Punkt des Bayán vorhersagte, dann würde sich keiner abwenden.
¹ »Der, der geführt ist«, Titel des zwölften Imám, dessen Wiederkunft im shí'itischen Islám erwartet wird.
+3:38 #112 Váhid 1:1
Im Namen Gottes, des Höchsterhabenen, des Heiligsten. Aller Preis, alle Herrlichkeit steht dem heiligen und herrlichen Hof des unumschränkten Herrn zu, der von Ewigkeit zu Ewigkeit im Mysterium Seines eigenen göttlichen Wesens ruht, der seit unvordenklichen Zeiten und immerdar inmitten Seiner erhabenen Ewigkeit verweilt, erhaben über Verständnis und Streben aller erschaffenen Wesen. Das Zeichen Seiner unvergleichlichen Offenbarung, wie Er sie schuf und der Wirklichkeit aller Wesen aufprägte, ist ihre Machtlosigkeit, Ihn zu erkennen. Das Licht, das Er über alle Dinge ergoß, ist nur der Glanz Seines eigenen Selbstes. Er selbst ist allezeit unermeßlich erhaben über jede Verbindung mit Seinen Geschöpfen. Er hat die ganze Schöpfung so gestaltet, daß alle Dinge am Tag der Auferstehung aufgrund der ihnen angeborenen Fähigkeiten vor Gott bezeugen können, daß Ihm keiner gleicht oder ebenbürtig ist und Er über alle Gleichheit, Ähnlichkeit oder jeden Vergleich geheiligt ist. Er war und ist immer einzig und unvergleichlich in der erhabenen Herrlichkeit Seines göttlichen Seins, und Er war seit je unbeschreiblich machtvoll in der Erhabenheit Seiner höchsten Herrschaft.
Niemand war je fähig, Ihn geziemend zu erkennen, noch wird je ein Mensch Ihn so begreifen wie es Ihm in Wahrheit angemessen wäre; denn alles, dem der Begriff »Sein« zukommt, ist durch den unumschränkten Willen des Allmächtigen erschaffen, der den Glanz Seines Selbstes, der aus Seiner hehrsten Stufe hervorleuchtet, darauf ergossen hat. Überdies hat Er in die Wirklichkeiten alles Erschaffenen das Sinnbild Seiner Erkenntnis gelegt, daß ein jeder mit Gewißheit wisse, daß Er der Anfang und das Ende ist, der Offenbare und der Verborgene, der Schöpfer und der Erhalter, der Allmächtige und der Allwissende, Er, der alles sieht und hört, Er, Dessen Macht unbesiegbar ist und der hoch erhaben in Sich selbst besteht, Er, der Leben schenkt und sterben läßt, der Allmächtige, der Unnahbare, der Höchsterhabene, der Höchste. Jede Offenbarung Seines göttlichen Seins ist ein Zeichen Seiner höchsten Herrlichkeit, der Erhabenheit Seiner Heiligkeit, der unerreichbaren Höhe Seiner Einheit und Seiner hochaufragenden Majestät und Macht. Sein Anfang hat keinen Anfang, als daß Er der Erste, und Sein Ende kein Ende, als daß Er der Letzte ist.
+3:39 #114 Váhid 2:8
Immer schon war die Offenbarung der göttlichen Wirklichkeit gleichbedeutend mit ihrer Verhüllung und die Verhüllung mit ihrer Offenbarung. Mit »Offenbarung Gottes« ist der Baum göttlicher Wahrheit gemeint, der von niemandem kündet denn von Ihm; dieser göttliche Baum erweckte Boten und wird sie künftig erwecken, Er offenbarte heilige Schriften und wird sie immer offenbaren. Von Ewigkeit zu Ewigkeit dient dieser Baum göttlicher Wahrheit als Thron der Offenbarung und der Verborgenheit Gottes inmitten Seiner Geschöpfe, und Er wird in jedem Zeitalter offenbar durch wen Er will. Zur Zeit der Offenbarung des Qur'án brachte Er Seine überragende Macht durch das Kommen Muhammads zur Geltung; bei der Offenbarung des Bayán tat Er Seine unumschränkte Macht durch das Auftreten des Punktes des Bayán kund, und mit dem Erscheinen Dessen, Den Gott offenbaren wird, wird Er durch Ihn die Wahrheit Seines Glaubens bestätigen, ganz wie es Ihm gefällt, womit es Ihm gefällt und wofür es Ihm gefällt. Er ist mit allen Dingen, nichts aber ist mit Ihm. Er ist weder in noch über noch neben etwas. Und wenn gesagt wird, Er habe den Thron bestiegen, so bedeutet dies, daß der Künder Seiner Offenbarung den Platz erhabener Autorität eingenommen hat ...
Er war ewig und ewig wird Er sein. Er war und wird immer allen Menschen unergründlich sein, denn alles außer Ihm ist durch die Macht Seines Befehls erschaffen. Er ist über alle Erwähnung und alles Lob erhaben und geheiligt über jedes preisende Wort und jeden Vergleich. Nichts Erschaffenes kann Ihn begreifen, doch Er erfaßt in Wahrheit alle Dinge. Wenn gesagt wird, »nichts Erschaffenes kann Ihn begreifen«, so bezieht sich dies auf den Siegel Seiner Offenbarung, das heißt auf Ihn, Den Gott offenbaren wird. Fürwahr, Er ist zu hoch und erhaben, als daß jemand Ihn deuten könnte. |
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