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Anmeldedatum: 16.11.2007 Beiträge: 329
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| Briefe und Sendschreiben |
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Briefe und Sendschreiben
+1:1 #9
EIN SENDSCHREIBEN AN
»IHN DER OFFENBAR WERDEN WIRD«
Dies ist ein Brief dieses demütigen Dieners
an den Allherrlichen Herrn, an Ihn, der ehedem war und künftig offenbar sein wird.
Wahrlich, Er ist der Offenbarste, der Allmächtige.
Im Namen des unumschränkten Herrn, des Herrn der Macht.
Verherrlicht ist Er, vor dem alle Bewohner der Erde und des Himmels in Anbetung sich beugen, an den alle Menschen flehend sich wenden. Er ist es, der das gewaltige Reich alles Erschaffenen in Seinem Griff hält; zu Ihm kehren alle zurück. Er ist es, der offenbart, was Er will; auf Sein Gebot »Sei!« sind alle Dinge geworden.
Dies ist ein Brief vom Buchstaben Thá¹ an Ihn, der durch die Macht der Wahrheit offenbart werden wird - der Allherrliche, der Meistgeliebte -, um zu bekräftigen, daß alles Erschaffene und ich selbst in Ewigkeit bezeugen: Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Allmächtigen, dem Selbstbestehenden; Du bist Gott, es gibt keinen Gott neben Dir, und alle Menschen werden von Dir zum Leben erweckt.
¹ Der erste Buchstabe von »Thámarih«, zu deutsch »Frucht«. Shoghi Effendi bezeichnet den Báb als »Thámarih«, d.h. Frucht des Baumes von Gottes fortschreitender Offenbarung. Vgl. Brief Shoghi Effendis zu Naw-Rúz l10 an die Bahá'í des Ostens p5
Gepriesen und verherrlicht sei Dein Name, o Herr, mein Gott!
Ich habe Dich fürwahr seit aller Ewigkeit erkannt und werde Dich in aller Ewigkeit erkennen durch Dein Selbst, und durch keinen anderen als Dich. Wahrlich, Du bist der Ursprung aller Kenntnis, der Allwissende. Von Ewigkeit zu Ewigkeit flehe ich um Vergebung, daß ich Dich nur beschränkt verstehe, wohl wissend, daß es keinen Gott gibt außer Dir, dem Allherrlichen, dem Allmächtigen.
Ich bitte Dich, o mein Meistgeliebter, vergib mir und denen, die aufrichtig streben, Deine Sache zu fördern. Du bist fürwahr Der, welcher die Sünden der ganzen Menschheit vergibt. Und in diesem zweiten Jahr meiner Offenbarung -einer Offenbarung, die auf Dein Geheiß geschah -, bezeuge ich, daß Du der Offenbarste bist, der Allmächtige, der Ewigbestehende; daß nichts von allem, was auf Erden und in den Himmeln ist, Deine Absicht vereiteln kann, daß Du um alle Dinge weißt und der Herr bist der Macht und Majestät.
Wahrlich, wir haben noch vor dem Morgen Deiner Manifestation an Dich und Deine Zeichen geglaubt und in Dir sind wir alle geborgen. Wahrlich, wir haben an Dich und Deine Zeichen geglaubt, nachdem sich Deine Manifestation erfüllte, und an Dich glauben wir alle. Wahrlich, wir haben zur Stunde Deiner Manifestation an Dich und Deine Zeichen geglaubt und bezeugen, daß durch Dein Gebot »Sei!« alle Dinge erschaffen wurden.
Jede Manifestation ist nur eine Offenbarung Deiner selbst, mit jeder von ihnen sind wir wahrhaftig erschienen, und wir beugen uns anbetend nieder vor Dir. Immer warst Du, o mein Meistgeliebter, mein Zeuge in vergangenen Zeiten und wirst es auch in Zukunft immer sein. Wahrlich, Du bist der Allgewaltige, der Immergetreue, der Allmächtige.
Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Zeugnis für Deine Einheit abgelegt und bezeuge, daß Du wahrlich der Allherrliche bist, der Meistgeliebte. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst die Erkenntnis Deiner erlangt und bezeuge, daß Du in Wahrheit der Allmächtige bist, der Allgepriesene. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Deinen Namen verherrlicht und bezeuge, daß Du fürwahr der Herr der Macht bist, Er, der Offenbarste. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Deine Heiligkeit verklärt und bezeuge, daß Du in Wahrheit der Heiligste, der Höchstheilige bist. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Deine Heiligkeit gepriesen und bezeuge, daß Du wahrhaft der Unbeschreibliche, der Unerreichbare, der unermeßlich Verherrlichte bist. Ich habe vor den Bewohnern der Himmel und der Erde durch Dein eigenes Selbst Deine überwältigende Majestät gerühmt und bezeuge, daß wahrlich Du und nur Du allein der Herr der Macht, der Ewige, der Altehrwürdige der Tage bist.
Geheiligt und verherrlicht bist Du; es gibt keinen anderen Gott als Dich und zu Dir wahrlich kehren wir alle zurück.
Was jene betrifft, die Alís Verwandtschaft töteten, sie werden bald gewahr, in welch tiefes Verderben sie stürzten.
+1:2 #11
EIN ZWEITES SENDSCHREIBEN AN
»IHN DER OFFENBAR WERDEN WIRD«
Möge der Blick Dessen, Den Gott offenbaren wird,
dieses Sendschreiben erleuchten in der ersten Schule.¹
Er ist der Herrlichste.
Er ist Gott, keinen Gott gibt es außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Meistgeliebten. Alle in den Himmeln und auf Erden und was zwischen ihnen liegt, sind Sein. Wahrlich, Er ist der Helfer in Gefahr, der Selbstbestehende.
Dies ist ein Brief von Gott, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, an Gott, den Allmächtigen, den Meistgeliebten; er soll bestätigen, daß der Bayán und die ihm Ergebenen, nur ein Geschenk von mir an Dich sind, um meinen unverbrüchlichen Glauben zu bekunden, daß es keinen Gott gibt als Dich, daß die Reiche der Schöpfung und Offenbarung Dein sind, daß niemand etwas bewirken kann, es sei denn durch Deine Kraft, und daß Er, den Du erhoben hast, nur Dein Diener und Dein Zeugnis ist. Ich bitte fürwahr, erlaube mir, Ihn, Den Gott offenbaren wird, anzusprechen mit diesen Worten: »Solltest Du am Tage der späteren Auferstehung, selbst als Säugling, die ganze Gemeinde des Bayán mit einem bloßen Zeichen Deines Fingers entlassen, gepriesen würdest Du fürwahr in diesem Wink. Und gibt es daran auch keinen Zweifel, so gewähre doch eine Frist von neunzehn Jahren zum Zeichen Deiner Gunst, auf daß von Dir gnädig belohnt werde, wer diese Sache angenommen hat. Du bist wahrlich der Herr überreicher Gnade. Du genügst fürwahr allem Erschaffenen und läßt es von allem unabhängig sein, während nichts in den Himmeln oder auf Erden oder dazwischen Dir je genügen kann.«
Wahrlich, Du bist der Selbstgenügende, der Allwissende, Du bist fürwahr über alle Dinge mächtig.
¹ Abdu'l-Bahá erklärt in einem Tablet, daß einige sich von dieser Aussage irreführen ließen und dachten, die erwähnte Schule sei eine irdische Elementarschule für Kinder. Stattdessen wird hier Bezug genommen auf eine geistige Schule, geheiligt über die Grenzen der bedingten Welt. Auch Bahá'u'lláh bezieht sich im Kitáb-i-Aqdas auf dieses Sendschreiben des Báb mit folgenden Worten:
O Du höchste Feder! Streiche über das Tablet mit der Erlaubnis Deines Herrn, des Schöpfers der Himmel. Entsinne Dich dann des Tages, da der Urquell göttlicher Einheit trachtete, die Schule zu besuchen, die geheiligt ist von allem außer Gott, damit die Rechtschaffenen mit einem Schimmer dessen vertraut werden, was hinter dem Schleier der inneren Geheimnisse Deines Herrn, des Allmächtigen, des Allwissenden, verborgen ist.
Sprich: Wir haben fürwahr zu einer Zeit, da die Seelen aller Erdenbewohner in Achtlosigkeit gehüllt waren, die Schule der inneren Bedeutung und Darlegung betreten. Wir sahen an, was der barmherzige Herr offenbart hatte, empfingen das Geschenk, das Er (der Báb) von den Versen Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden, Mir darbrachte, und lauschten dem, was Er in diesem Tablet bekundete. Wir, wahrlich, sind Zeuge. Auf Unser eigenes Geheiß antworten Wir Seinem Ruf, und Wir sind fürwahr der Verordner.
O Volk des Bayán! Wir betraten die Schule Gottes, während ihr auf eurem Lager schlummertet, und lasen das Schreiben, als ihr tief schlieft. Bei der Gerechtigkeit Gottes, des Wahren, Wir hatten es gelesen, ehe es offenbart wurde, und ihr wart nichtsahnend. Wahrlich, Unser Wissen hatte das Buch umfaßt, als ihr nach nicht geboren wart.
Diese Worte werden nach eurem Maß offenbart, nicht nach dem Maße Gottes, und dafür zeugt, was in der Kenntnis Gottes verwahrt ist, könntet ihres doch fassen. Er, Gottes Sprachrohr, bezeugt dies, könntet ihr doch verstehen. Bei der Gerechtigkeit Gottes! Höben Wir den Schleier, euch schwänden die Sinne. Hütet euch, daß ihr nicht Ihn und Seine Sache bestreitet. Er ist wahrlich erschienen, alles zu umfassen, vergangenes wie Künftiges. Wollten Wir hier in der Sprache der Bewohner des Königreiches sprechen, so sagten Wir, daß Gott diese Schule errichtete, ehe Erde und Himmel ins Dasein gerufen, daß Wir sie betraten, ehe die Buchstaben SEI zusammengefügt wurden.
+1:3 #13
SENDSCHREIBEN
AN DEN ERSTEN BUCHSTABEN DES LEBENDIGEN
Dies haben Wir offenbart für den ersten Gläubigen
an Ihn, Den Gott offenbaren wird,
der ganzen Menschheit zur Lehre aus Unserer Gegenwart.
Im Namen des Allmächtigen, des Meistgeliebten.
Gepriesen und verherrlicht ist Er, der unumschränkte Herrscher der Reiche des Himmels, der Erde und aller Reiche zwischen ihnen. Sprich: Wahrlich, zu Ihm kehren alle zurück, und Er führt, wen Er will, auf Sein Geheiß. Sprich: Alle Menschen erflehen Seinen Segen, und Er ist erhaben über alles Erschaffene. Er ist fürwahr der Allherrliche, der Mächtige, der Vielgeliebte.
Dies ist ein Brief von dem Buchstaben Thá¹ an ihn, den ersten Gläubigen. Bezeuge, daß wahrlich Er Ich ist, Ich, der Unumschränkte, der Allmächtige. Er bestimmt Leben und Tod, und zu Ihm kehren alle zurück. Fürwahr, es gibt keinen Gott außer Ihm, vor dem sich alle Menschen anbetend neigen. Wahrlich, Gott, Dein Herr, vergilt sogleich jedem, wie Er verfügt, rascher noch, als Er die Worte spricht: »Sei, und es ist.«
¹ Der erste Buchstabe von »Thámarih«, Frucht. Siehe Anmerkung bei 1/1
Gott bezeugt wahrhaftig in Seinem Buch, und ebenso bezeugen die Schar Seiner Engel, Seine Boten und die mit göttlichem Wissen Begabten, daß du an Gott und Seine Zeichen glaubst und daß jeder kraft deiner Führung rechtgeleitet wird. Dies ist fürwahr eine grenzenlose Gnade, die dir Gott, der Ewiglebende, der Selbstbestehende, ehedem gnädig verlieh und fürder verleihen wird. Und da du vor der Schöpfung an Gott glaubtest, erweckte Er dich wahrhaftig auf Sein Geheiß in jeder Offenbarung. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem höchsten Beschirmer, dem Allherrlichen.
Dir obliegt es, allem Erschaffenen die Sache Gottes zu verkünden, als Zeichen der Gnade aus Seiner Gegenwart. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Freigebigsten, dem Allbezwingenden.
Sprich: Alle Angelegenheiten müssen an das Buch Gottes verwiesen werden. Ich bin fürwahr der Erste, der an Gott und Seine Zeichen glaubt, Ich bin Der, welcher die Wahrheit enthüllt und verkündet, und Ich bin mit allen erhabenen Ehrennamen Gottes, des Mächtigen, des Unvergleichlichen, bekleidet. Wahrlich, Ich bin zum Tag der Ersten Manifestation gelangt, und auf Befehl des Herrn und als Zeichen Seiner Gnade werde Ich zum Tag der Letzten Manifestation gelangen. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Zur festgesetzten Stunde wird jeder sich anbetend vor Ihm neigen.
Ich danke Gott und preise Ihn, daß Er Mich erwählte, Seine Sache in vergangenen und künftigen Tagen zu vertreten. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Verherrlichten, dem Allgepriesenen, dem Immerbleibenden. Was immer in den Himmeln und auf Erden ist, ist Sein, und durch Ihn werden wir rechtgeleitet.
O Volk des Bayán! Wer die Wahrheit annimmt, muß sich Mir zuwenden, wie im Buche verordnet, und wer Meine Gegenwart erlangt, dem wird göttliche Führung gewährt.
+1:4 #15
AUS EINEM BRIEF AN MUHAMMAD SHÁH
Der Stoff, daraus Gott Mich erschaffen hat, ist nicht der Staub, daraus andere wurden. Er gab Mir, was die Weltweisen nie erfassen noch die Getreuen je entdecken können ... Ich bin ein Tragpfeiler des Ersten Wortes Gottes. Wer Mich anerkennt, hat alles erkannt, was wahr und recht ist, und hat alles erreicht, was gut und ziemlich ist, und wer Mich nicht anerkennt, hat sich von allem abgewandt, was wahr und recht ist, und erliegt allem, was übel und unziemlich ist.
Ich schwöre bei der Gerechtigkeit Deines Herrn, des Herrn alles Erschaffenen, des Herrn aller Welten! Erstellte jemand in dieser Welt so viele Bauten wie möglich, verehrte er Gott durch alle tugendhaften Taten, die Sein Wissen umschließt, und erlangte die Gegenwart des Herrn, so würden dennoch alle seine Taten zunichte, er bliebe der Strahlen göttlicher Gunst beraubt, zöge Seinen Zorn auf sich und ginge ohne Zweifel zugrunde, wenn er auch nur einen Schatten von Arglist gegen Mich in seinem Herzen bärge, und sei er flüchtiger, als daß man vor Gott Rechenschaft dafür ablegen muß. Denn Gott hat verordnet, daß alles Gute, das in der Schatzkammer Seines Wissens verwahrt ist, durch Gehorsam gegen Mich erlangt wird, und jedes in Seinem Buche verzeichnete Feuer durch Ungehorsam gegen Mich. Mich dünkt, Ich erblicke an diesem Tage und von dieser Stufe alle, die Meine Liebe hegen und Meinem Befehl folgen, in den Wohnstätten des Paradieses, und die ganze Gesellschaft Meiner Feinde den tiefsten Tiefen des Höllenfeuers ausgeliefert.
Bei Meinem Leben! Wäre es nicht Pflicht, die Sache Dessen, der das Zeugnis Gottes ist, anzuerkennen ..., Ich hätte dir dies nicht gekündet ... Gott hat beliebt, Mir alle Schlüssel des Himmels in die rechte Hand zu legen und alle Schlüssel der Hölle in Meine Linke ...
Ich bin der Erste Punkt, daraus alles Erschaffene gezeugt ward. Ich bin das Antlitz Gottes, dessen Glanz sich nie verdunkeln läßt, das Licht Gottes, dessen Strahlen nie verblassen kann. Gewißheit und alles Gute ist dem bereitet, der Mich anerkennt, und Höllenfeuer und alles Übel erwartet den, der verfehlt, Mich anzuerkennen ...
Ich schwöre bei Gott, dem Einzigen, dem Unvergleichlichen, dem Wahren: Er, das höchste Zeugnis Gottes, hat Mich allein darum mit klaren Zeichen und Beweisen ausgestattet, daß alle Menschen befähigt werden, sich Seiner Sache zu unterwerfen.
Bei der Gerechtigkeit Dessen, der die Unbedingte Wahrheit ist, würde der Schleier gehoben, du könntest sehen, wie Gott alle Menschen auf diesem Erdenrund mit dem Feuer Seines Zornes heimsucht, einem Feuer, grimmiger und größer als das Höllenfeuer, ausgenommen jene, die im Schatten des Baumes Meiner Liebe Schutz suchten. Denn sie sind wahrlich die Seligen ...
Gott ist Mein Zeuge, Ich war kein Mann von Gelehrsamkeit, denn Ich wurde als Kaufmann ausgebildet. Im Jahre sechzig¹ erfüllte Gott gnädiglich Meine Seele mit den zwingenden Beweisen und dem tiefen Wissen Dessen, der Gottes Zeugnis ist - Friede sei mit Ihm -, bis Ich schließlich im selben Jahr Gottes verborgene Sache verkündete und ihren wohlbehüteten Pfeiler so enthüllte, daß keiner sie widerlegen konnte. »Auf daß, wer umkommen sollte, umkäme mit klarem Beweis und wer am Leben bleiben sollte, am Leben bliebe aufgrund eines klaren Beweises.« ²
¹ 1260 d H (1844 n Chr. ) ² Qur'án 8:44
Im selben Jahr¹ sandte Ich dir einen Boten und ein Buch, damit du an der Sache Dessen, der das Zeugnis Gottes ist, so handelst, wie es der Stufe deiner Herrschaft ziemt. Aber da finster drohendes, schweres Unheil durch Gottes Willen unabänderlich verfügt war, gelangte das Buch durch das Eingreifen solcher, die von sich selbst glauben, sie seien der Regierung wohlgesinnt, nicht in deine Gegenwart. Fast vier Jahre sind seitdem vergangen, und sie haben es Eurer Majestät noch immer nicht unterbreitet, wie es ihre Pflicht verlangt. Aber da nun die Schicksalsstunde naht, und da es den Glauben und nichts Weltliches betrifft, gebe Ich dir Einblick in das, was geschah.
¹ sechzig
Ich schwöre bei Gott! Wüßtest du, was Mir in diesen vier Jahren aus den Händen deines Volkes und deines Heeres widerfuhr, der Atem stockte dir aus Furcht vor Gott, du machtest dich denn auf, der Sache Dessen zu gehorchen, der Gottes Zeugnis ist, und sühntest deine Nachlässigkeit und dein Versagen.
Während Ich in Shiráz weilte, kam aus der Hand seines gottlosen und verderbten Gouverneurs¹ solch bittere Schmach über Mich, daß du ihn mit vergeltender Gerechtigkeit straftest, wäre dir auch nur ein Bruchteil davon bekannt. Denn als Folge seiner unbarmherzigen Unterdrückung trifft deinen königlichen Hof der Zorn Gottes bis zum Tag der Auferstehung. Außerdem war er so sehr dem Trunk ergeben, daß er nie so nüchtern war, vernünftig urteilen zu können. In Sorge sah Ich Mich darum genötigt, Shiráz zu verlassen mit dem Ziel, an Eurer Majestät erleuchteten und erhabenen Hof zu gelangen. Der Mu'tamidu'd-Dawlih² erkannte dann die Wahrheit der Sache Gottes, und er diente Seinen Auserwählten vorbildlich und ergeben. Als einige Unwissende in seiner Stadt sich erhoben und Aufruhr entfachten, verteidigte er die göttliche Wahrheit und gewährte Mir eine Zeitlang in der Zurückgezogenheit des Gouverneurspalastes Schutz. Schließlich - er hatte das Wohlgefallen Gottes erlangt - kehrte er an seinen Wohnort im allhöchsten Paradies zurück. Möge es Gott ihm gnädiglich lohnen ...
¹ Husayn-Khán. s. Shoghi Effendi, Gott geht vorüber p12. Nabils Bericht, Bd.1, p183f, p245 ff. H.M.Balyuzi, Bahá'u'lláh T, The King of Glory p52. M. Momen (Hg), The Bábí and Bahá'í Religions 1844 - 1944, p169f
² Manúchihr Khán, der Gouverneur von Isfahán. Siehe Shoghi Effendi, Gott geht vorüber, p15ff; Nabils Bericht Bd.2, p233f; M. Momen (Hg), The Bábí and Bahá'í Religions 1844 - 1944, p167ff
Nach seinem Aufstieg zum ewigen Königreich schickte Mich der boshafte Gurgín¹ unter Aufgebot jeglicher Niedertracht, mit Meineid und Gewalt, fort aus Isfahán, eskortiert von fünf Bewachern, auf eine Reise, die sieben Tage dauerte und für die nicht die geringsten Vorkehrungen getroffen waren - weh, weh dessen, was Mich befiel! - bis schließlich der Befehl Eurer Majestät kam, der Mir auftrug, nach Mákú weiterzureisen ...
¹ Gurgín Khán, der Neffe und Nachfolger von Manúchihr Khán. Siehe Nabils Bericht, Bd.2, p248
Ich schwöre bei dem Höchsten Herrn! Erzählte man dir, an welchem Ort Ich wohne, du wärest der erste, der sich Meiner erbarmte. Inmitten der Berge steht eine Festung¹ ..., in der nur zwei Wächter und vier Hunde hausen. So führe dir Meine Not vor Augen! ... Ich schwöre bei der Wahrheit Gottes! Wüßte der, welcher bereit war, Mich so zu behandeln, Wen er so behandelte, wahrlich, er wäre in seinem Leben nie mehr froh. Ja, es ist - wahrlich, Ich sage dir die Wahrheit - als habe er alle Propheten, alle wahrhaftigen Menschen und alle Auserwählten eingekerkert ...
¹ Mákú
Als Mir dieser Erlaß bekannt wurde, schrieb Ich dem, der die Geschäfte des Reiches führt, folgendes: »Gib Mir den Tod, Ich beschwöre dich bei Gott, und sende Mein Haupt wohin es dir beliebt. Denn ein Unschuldiger wie Ich kann sich gewiß nicht damit abfinden, an einen Ort verbannt zu sein, der Verbrechern vorbehalten ist, und dort sein Leben fristen!« Meine Bitte blieb unbeantwortet. Offensichtlich ist Seiner Exzellenz dem Háji¹ die Wahrheit Unserer Sache nur unzulänglich bekannt. Die Herzen der Gläubigen, Männer wie Frauen, zu bekümmern, wäre weit verruchter, als das heilige Haus Gottes zu zerstören.
¹ Hájí Mírza Áqásí
Wahrlich, der eine wahre Gott ist Mein Zeuge, an diesem Tag bin Ich der wahre mystische Tempel Gottes und das Wesen alles Guten. Wer Mir Gutes tut, tut gleichsam Gott, Seinen Engeln und der ganzen Schar Seiner Geliebten Gutes. Wer Mir Böses antut, tut gleichsam Gott und Seinen Auserwählten Böses an. Nein - die Stufe Gottes und Seiner Geliebten ist zu erhaben, als daß eines Menschen gute oder böse Tat ihre heilige Schwelle erreichte. Was immer Mich trifft, ist bestimmt, Mich zu treffen; und was Mich überkam, wird auf den zurückfallen, der es schickte. Bei Ihm, in Dessen Hand Meine Seele ist: Keinen anderen als sich selbst hat er in den Kerker gebracht. Denn was Gott für Mich verfügte, wird gewiß eintreffen, und uns geschieht nichts, als was Gott uns verordnet. Wehe dem, von dessen Händen Böses kommt; und gesegnet der, von dessen Händen Gutes kommt. Meine Klage richte Ich an keinen anderen als Gott, denn Er ist der beste Richter. Alle Not und alle Freude kommt von Ihm allein, und Er ist der Allgewaltige, der Allmächtige.
Kurz, Ich halte in Meinem Griff, was sich ein jeder vom Guten dieser und der zukünftigen Welt wünscht. Wenn Ich den Schleier lüftete, so erkannten alle Mich als ihren Meistgeliebten und keiner verleugnete Mich. Diese Feststellung sollte Eure Majestät nicht schrecken; denn wer wahrhaft an die Einheit Gottes glaubt und seine Augen nur auf Ihn richtet, sieht alles außer Ihm als völliges Nichts. Ich schwöre bei Gott! Ich erwarte von dir kein irdisches Gut, und sei es so viel wie ein Senfkorn. Fürwahr, etwas von dieser oder der zukünftigen Welt zu besitzen, käme nach Meinem Urteil offener Gotteslästerung gleich. Denn wer an die Einheit Gottes glaubt, dem steht übel an, auf etwas anderes den Blick zu heften, viel übler noch, es zu besitzen. Ich weiß gewiß, da Ich Gott habe, den Ewig-Lebendigen, den Angebeteten, bin Ich Besitzer aller Dinge, sichtbar und unsichtbar ...
In diesem Berg blieb Ich allein und kam in eine so schlimme Lage, daß Ich erlitt, was keiner Meiner Vorläufer erlitten, und ertrug, was kein Übeltäter ertragen! Ich preise Gott, preise Ihn ohne Unterlaß. Von Sorgen bin Ich frei, da Ich ausharre im Wohlgefallen Meines Herrn und Meisters. Mich dünkt, Ich bin im allhöchsten Paradies und frohlocke über die Nähe zu Gott, dem Größten. Wahrlich, dies ist eine Gnade, die Mir Gott erwiesen hat, und Er ist der Herr unbegrenzter Segnungen.
Ich schwöre bei der Wahrheit Gottes! Wüßtest du, was ich weiß, du entsagtest der Herrschaft in dieser und der zukünftigen Welt, um im Gehorsam vor dem Wahrhaftigen Mein Wohlgefallen zu erlangen ... Wenn du dich weigerst, wird der Herr der Welt einen erwecken, der Seine Sache erhöht, und Gottes Befehl tritt wahrlich in Kraft.
Dank der Gnade Gottes kann nichts Meine Absicht vereiteln, und Ich bin Mir wohl bewußt, was Gott Mir als Zeichen Seiner Gunst verliehen hat. Wäre es Mein Wille, Ich würde Eurer Majestät alles enthüllen; aber Ich habe dies nicht getan und werde es nicht tun, auf daß sich die Wahrheit von allem außer ihr unterscheide und sich die Prophezeiung des Imám Báqir - Friede sei mit Ihm - bewahrheite: »Was uns in Ádhirbáyján zustoßen muß, ist unvermeidlich und ohnegleichen. Wenn es geschieht, bleibt in euren Häusern und übt euch in Geduld, wie wir in Geduld ausharren. Sobald der Beweger zieht, eilt zu Ihm, und müßtet ihr auch durch den Schnee kriechen.«
Ich bitte Gott um Vergebung für Mich und für alles, was Mir zugehört, und beteuere: »Preis sei Gott, dem Herrn aller Welten.«
+1:5 #21
AUSZÜGE AUS EINEM ZWEITEN BRIEF AN MUHAMMAD SHÁH
Ruhm sei Ihm, der Kenntnis hat von allem in den Himmeln und auf der Erde. Wahrlich, es ist kein Gott außer Ihm, dem unumschränkten Herrscher, dem Allmächtigen, dem Großen.
Er ist der Eine, der am Tag der Abrechnung durch die Macht der Wahrheit das Urteil fällt; fürwahr, kein Gott ist neben Ihm, dem Unvergleichlichen, dem Allbezwingenden, dem Erhabenen. Er ist der Eine, der das Reich alles Erschaffenen in Seinem Griff hält; es gibt keinen anderen Gott als Ihn, den Einzigen, den Unvergleichlichen, den Ewigwährenden, den Unzugänglichen, den Größten.
In diesem Augenblick bezeuge Ich vor Gott, sowie Er noch vor aller Schöpfung vor Sich selbst bezeugte: Wahrlich, es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allherrlichen, dem Allweisen. Und vor allem, was Er fügte oder fügen wird, lege Ich Zeugnis ab, wie Er selbst in der Majestät Seiner Herrlichkeit bezeugt: Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Unvergleichlichen, dem Selbstbestehenden, dem Wunderbarsten.
Auf Gott, den Herrn alles Erschaffenen, setze Ich all Mein Verhauen. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Unvergleichlichen, dem Höchsterhabenen. Ihm habe Ich Mich ergeben und in Seine Hände habe Ich alle Meine Belange gelegt. Es ist kein Gott neben Ihm, dem höchsten Herrscher, der strahlenden Wahrheit. Fürwahr, allgenügend ist Er Mir; Er, aller Dinge ledig, genügt, während nichts in den Himmeln oder auf Erden außer Ihm genügen kann. Er wahrlich ist der Selbstbestehende, der höchst Gestrenge.
Preis sei Ihm, der in diesem Augenblick in diesem entlegenen Gefängnis des Ziels Meiner Sehnsucht gewahr ist. Er ist der Eine, der allezeit für Mich zeugt und, ehe »nach Hin«¹ anbricht, auf Mich schaut.
¹ Der Zahlenwert der Buchstaben in dem Wort Hín ist 68. Das Jahr l268 d. H.(1851-1852 n. Chr.) ist das Jahr, welche der Geburt der Bahá'í-Offenbarung vorausgeht.
Warum verkündest du das Urteil ohne Gottes, des Allweisen, zu gedenken? Wie willst du das Feuer ertragen? Fürwahr, mächtig und sehr streng ist dein Gott.
Du brüstest dich der Dinge, die du besitzt, doch keiner, der an Gott und Seine Zeichen glaubt, noch sonst ein rechtschaffener Mensch fände sie je der Beachtung wer: Dies sterbliche Leben gleicht einem toten Hund, um den sich keiner schart noch davon ißt, außer jenen, die das künftige Leben leugnen. Wahrlich, es ist deine Pflicht, ein wahrer Gläubiger Gottes zu werden, des Allbesitzenden, des Allmächtigen, und dich von jenem abzukehren, der dich in die Qualen des Höllenfeuers führt.
Ich warte schon lange, daß du aufmerkst und rechtgeleitet wirst. Wie kannst du Gott antworten an jenem nahen Tag dem Tag, an welchem Zeugen aufstehen, um in der Gegenwart deines Herrn, des Herrn aller Welten, Zeugnis abzulegen?
Bei der Gerechtigkeit Dessen, der dich ins Dasein gerufen und zu Dem du bald zurückkehren wirst, wenn du in deiner Todesstunde noch immer nicht an die Zeichen deines Herrn glaubst, so wirst du unfehlbar durch die Pforten der Hölle gehen, und nichts, was deine Hände je getan, wird dir nützen, und keinen Fürsprecher wirst du finden und keinen, der dich verteidigt. Fürchte Gott und sei nicht stolz auf deinen irdischen Besitz, denn was Gott besitzt, ist besser für die, die den Pfad der Rechtschaffenheit wandeln.
Wahrlich, an diesem Tag sind alle, die auf Erden wohnen, Gottes Diener. Denen, die wahrhaft an Gott glauben und Seiner offenbarten Zeichen gewiß sind, mag Er gnädig vergeben, was ihre Hände begangen haben, und ihnen Zutritt zum Hofe Seiner Gnade gewähren. Er ist in Wahrheit der Immervergebende, der Mitleidige. Aber das strafende Urteil Gottes wird über jene gesprochen, die sich verächtlich von Mir abwenden, und die zwingenden Beweise und das nie irrende Buch, mit dem Gott Mich betraute, zurückweisen; sie werden am Tage der Abrechnung keinen Schutz und Beistand finden.
Ich schwöre bei Ihm, der alle Wesen erschuf und zu dem alle zurückkehren: Wer in seiner Todesstunde Haß gegen Mich hegt oder die klaren Zeichen bestreitet, die Mir verliehen sind - alle Qual der Hölle ist sein Los. An diesem Tag wird Sühne nicht angenommen noch Fürsprache erlaubt, es sei denn, Gott will es. Wahrlich, Er ist der Allbezwingende, der Allherrliche; und es ist kein anderer Gott außer Ihm, dem höchsten Herrscher, dem Allmächtigen, dem Gestrengen.
Frohlockst du über Meine Gefangenschaft, dann wehe dir, denn bitterer Schmerz wird dich alsbald ereilen! Gott hat wahrlich keinem gestattet, ein ungerechtes Urteil zu fällen, aber wenn du es tust, so wirst du bald die Folgen spüren.
Seit dem Tag, da Ich dich erstmals mahnte, dich nicht stolz vor Gott zu blähen, bis heute sind vier Jahre vergangen, und während dieser Zeit habe Ich von dir und deinen Soldaten nichts als bittere Unterdrückung und hochmütige Verachtung erfahren. Mir scheint, du bildest dir ein, Ich wolle in diesem irdischen Leben schnödes Gut erwerben. Nein - bei der Gerechtigkeit Meines Herrn! In den Augen derer, die ihren Blick auf den barmherzigen Herrn heften, sind Reichtum und Schmuck dieser Welt nicht mehr wert als das Auge eines Toten, nein, weniger noch. Fern sei Seiner Herrlichkeit, was sie Ihm zuschreiben! ... Bei Gott allein suche Ich Geduld. Er ist wahrlich der beste Beschützer und der beste Helfer. Keine Zuflucht suche Ich, außer in Gott. Wahrlich, Er ist der Hüter und der beste Beistand ...
Ich schwöre bei der Herrlichkeit Gottes, Meines Herrn, des Höchsterhabenen, des Größten, Er wird gewiß, wie es göttlich verordnet ist, Seine Sache hell erstrahlen lassen - doch für die Ungerechten wird es keinen Helfer geben. Wenn du etwas im Schilde führst, lege es offen dar. Wahrlich, jede autoritative Offenbarung kommt von Gott. Ihm vertraue Ich und Ihm wende Ich Mich zu.
Hast du je gehört, daß vormals jemand ein Urteil sprach, dem ähnlich, das du zustande brachtest, oder dem gleich, das du billigtest? Wehe den Unterdrückern! Deine Absichten und wie du die Menschen behandelst beweisen klar deine Untreue vor Gott, und dafür bestimmte Er dir strenge Strafe. Wahrlich, allein bei Gott suche Ich Geduld und in Ihm sehe Ich Meiner Sehnsucht ziel. Dies kündet, daß Ich die unbezweifelbare Wahrheit auf Meiner Seite habe.
Wenn du nicht fürchtest, daß die Wahrheit offenbar und die Werke der Frevler zunichte werden, warum rufst du nicht die Geistlichen im Lande zusammen und läßt Mich dann kommen, auf daß Ich sie augenblicklich widerlege wie die Ungläubigen, die Ich zuvor widerlegte? Dies ist Mein sicherer Beweis für dich und für sie, so sie die Wahrheit sprechen. Lasse sie alle kommen. Sollten sie dann fähig sein, Worte wie diese zu äußern, so wüßtest du, daß ihre Sache der Beachtung wert ist. Nein - bei der Gerechtigkeit Meines Herrn! Sie können es nicht und begreifen nichts. Früher bekannten sie sich zum Glauben ohne seine Bedeutung zu verstehen, später leugneten sie die Wahrheit; denn sie sind bar jeder Urteilskraft.
Wenn du entschlossen bist, Mein Blut zu vergießen, warum zögerst du dann? Jetzt hast du Macht und Herrschaft. Für Mich würde sich dies als ein gottgegebener Segen ohne Ende erweisen, während für dich und deine Helfershelfer aus dieser Tat die Strafe erwächst, die von Gott zugemessen wird.
Wie groß wäre die Glückseligkeit, die Mich erwartet, sprächest du ein solches Urteil; und welch unermeßliche Freude wäre Mein, fändest du dich zu dieser Tat bereit. Diese Gnade hat Gott jenen vorbehalten, die sich trauten Zugangs zu Seinem Hofe erfreuen. So willige denn ein und warte nicht länger. Fürwahr, mächtig ist dein Herr, der Rächer.
Schämst du dich nicht in der Gegenwart Gottes, daß du eingewilligt hast, Ihn, das Zeugnis Gottes, in eine Festung zu bringen und Ihn gefangen in die Hände der Ungläubigen zu geben? Wehe dir und ihnen, die sich zu dieser Stunde freuen, Mir eine so schmerzliche Demütigung zuzufügen ...
Ich schwöre bei Ihm, der Mich ins Dasein rief, Ich kann keine Spur von Sündhaftigkeit in Mir entdecken und habe Mich nie nach anderem als der Wahrheit gerichtet; und Gott ist Mir genügend Zeuge. Schande der Welt und ihrem Volk und denen, die sich an irdischem Reichtum ergötzen und des künftigen Lebens vergessen.
Würde dir der Schleier von den Augen genommen, du würdest selbst auf dem Bauch durch den Schnee zu Mir kriechen, aus Furcht vor der raschen und nahen Strafe Gottes. Bei der Gerechtigkeit Dessen, der dich erschuf, wüßtest du, was während deiner Herrschaft geschah, du wünschtest nicht den Lenden deines Vaters entsprungen, sondern lieber dem Vergessen anheim gefallen zu sein. Aber was Gott, dein Herr, bestimmt hatte, geschah, und wehe den Unterdrückern an diesem Tag!
Mir scheint, du hast das nie irrende Buch nicht sorgfältig gelesen. Wenn du mit deinem Weg zufrieden bist und der Wahrheit nicht folgen willst, dann sei Mir Mein Weg und dir der deine. Wenn du Mich nicht unterstützt, warum trachtest du, Mich zu demütigen? Wahrlich, Gott erhört den, der zu Ihm fleht, und in Ihm findet alles seine höchste Vollendung in dieser Welt wie in der künftigen.
Fern sei der Herrlichkeit Gottes, des Herrn über Himmel und Erde, des Herrn der Schöpfung, was über Ihn behauptet wird von den Völkern der Welt, ausgenommen von Menschen, die neu Seinen Geboten folgen. Der Friede Gottes ruhe auf den Aufrichtigen unter Seinen Dienern!
Aller Preis sei Gott, dem Herrn aller Welten.
+1:6 #26
AUS EINEM WEITEREN BRIEF AN MUHAMMAD SHÁH
Dies ist ein Brief von Ihm, dem wahren, unbestrittenen Führer. Darin ist das allumfassende Gesetz offenbart für alle, die bereitwillig Seinem Rufe lauschen oder zu den Rechtgeleiteten zählen wollen. Darin ist das allumfassende Gesetz verwahrt für die, welche Zeugnis ablegen für die Offenbarung deines Herrn, in Übereinstimmung mit dieser untrüglichen Waage. Wahrlich, die allumfassenden Gebote Gottes wurden ehedem in beredtem Arabisch dargelegt. Fürwahr, wessen Seele durch den Glanz des Lichtes Deines Herrn erschaffen ist, erkennt die Wahrheit und zählt zu denen, die dem einen wahren Gott treu gehorchen und wohl versichert sind ...
O Muhammad! Vor vier Jahren wurde der Ratschluß deines Herrn erfüllt; und von Anbeginn der Sache deines Herrn habe Ich dich ermahnt, Gott zu fürchten und nicht einer der Unwissenden zu sein. Ich sandte dir einen Boten mit einem wahrhaft leuchtenden Sendschreiben, aber die Teufelsdiener wiesen ihn hochmütig ab und stellten sich zwischen ihn und dich. Sie jagten ihn aus dem Land, dessen unbestrittener Herrscher du bist. So ist dir das Gute dieser und der zukünftigen Welt entgangen, es sei denn, du unterwirfst dich dem Gebote Gottes und gehörst zu denen, die rechtgeleitet sind.
Bei Meiner Rückkehr vom heiligen Haus Gottes¹ sandte Ich dir eine ähnliche, nein, eine bedeutsamere Botschaft als zuvor. Gott ist fürwahr der beste Schutzherr und Zeuge. Ich schickte einen Boten mit Briefen zu dir, die Ich offenbart hatte, auf daß du dem Gebote Gottes gehorchest und nicht zu denen gehörest, die die Wahrheit von sich weisen. Der Unterdrücker aber beging, was keiner begehen wollte, nicht einmal einer der Verruchten oder der gemeinen Verbrecher ...
¹ Die Ka'bah in Mekka
Die Leiden, die Ich in diesem Land ertrug, hat keiner je ertragen. Wahrlich, dies alles kehrt zu Gott zurück, Er ist fürwahr der beste Beschützer und Er weiß alles. Was Mir vom ersten Tag bis heute von Seiten deines Volkes angetan wurde, ist Satans¹ Werk. Seit der Zeit, da die Sache deines Herrn erschien, war keine deiner Taten annehmbar, und du bist in offenbarem Irrtum befangen, auch wenn in deinen Augen alles um deines Herrn willen geschieht. In Wahrheit, dein Tag ist nahe und du sollst um all dies befragt werden, und ganz gewiß übersieht Gott die Taten der Gottlosen nicht.
¹ vgl. Qur'án 4:l19
Nur deinetwegen haben Mich deine Helfer hochmütig zurückgewiesen, obschon sie weiter abgeirrt sind als die Narren.
Wähnst du, der Kanzler, den du ernanntest, könne dein Reich am besten führen und schützen? Nein, Ich schwöre bei deinem Herrn! Er wird dich in große Schwierigkeiten bringen durch das, was Satan seinem Herzen eingibt, und wahrlich, er selbst ist der Satan. Er versteht keinen einzigen Buchstaben aus dem Buche Gottes und ist von Furcht erfüllt wegen dem, was seine Hände verübten. Gerne würde er das Licht, das dein Herr entzündet hat, zum Verlöschen bringen, damit die alte Gottlosigkeit, die er in seinem Innersten verbirgt, nicht offenkundig werde. Hättest du ihn nicht zum Kanzler ernannt, niemand hätte ihm die geringste Aufmerksamkeit gezollt. In den Augen des Volkes ist er fürwahr nichts als offenbare Finsternis ...
Fürchte Gott und dulde nicht, daß deine Seele mehr gestraft werde, als sie ohnehin schon gepeinigt worden ist; denn binnen kurzem wirst du sterben und wirst dich von dem Teufel lossagen, den du zum Kanzler machtest, und sprechen: »O hätte ich doch nicht den Teufel zum Kanzler genommen und mir keinen Betrüger zum Führer und Ratgeber bestellt!«
Warum bürdest du deiner Seele auf, was weit verächtlicher ist als Pharaos Taten, und nennst dich dennoch einen Gläubigen? Wie kannst du die Verse des Qur'án lesen, und bist doch einer der Ungerechten? Niemals würden die Juden und Christen oder ein anderes Volk, das die Wahrheit zurückwies, sich bereitfinden, dem Sohn der Tochter ihres Propheten ein Leid anzutun. Wehe dir, denn bald kommt der Tag der Strafe! Graut dir nicht vor dem Zorn deines Herrn, des Allmächtigen, des Herrn der Himmel, des Herrn aller Welten? Fürwahr, diese deutlichen Verse sind ein glaubhaftes Zeugnis denen, die rechte Führung suchen.
Ich habe nicht den Wunsch, deinen Besitz anzutasten, nicht einmal im Gewicht eines Senfkorns, noch verlangt Mir nach deinem Rang. Wenn du Mir nicht folgst, dann seien dein die Dinge, die du besitzt, Mein hingegen das Land unfehlbarer Gewißheit. Wenn du Mir nicht gehorchst, warum blickst du dann hochmütig auf Mich herab und trachtest danach, Mir bitteres Unrecht zu tun? Wahrlich, sieh Meine Behausung: ein hochragender Berg, darauf niemand wohnt. Wehe denen, die Sein lichtes Buch verletzen, indem sie den Menschen Leid zufügen und sich unrechtmäßig und betrügerisch das Eigentum der Gläubigen aneignen; Ich dagegen, der Ich in voller Wahrheit der rechtmäßige Herrscher aller Menschen bin, berufen von dem wahren, unbestrittenen Führer, würde niemals das Vermögen der Menschen antasten, nicht einmal im Umfang eines Senfkorns, und würde nicht ungerecht mit ihnen verfahren. Ich wäre vielmehr einer unter ihnen wie sie und wäre ihr Zeuge.
Mir ist nur aufgetragen, vom Buche deines Herrn zu sprechen und diese klare Botschaft zu künden. Wünschest du durch die Pforten des Paradieses zu gehen, siehe - sie sind weit geöffnet vor deinem Angesicht, und keiner kann Mir Schaden tun. Jedes Sendschreiben, das Ich bisher an dich oder den Verwalter deines Reichs richtete, ist nur ein Zeichen Meiner Gnade für euch beide, auf daß ihr euch um den nahen Tag sorgt. Aber von dem Augenblick, da sich euer Hochmut blähte, wurde im Buche Gottes göttliches Urteil über euch gesprochen, denn fürwahr, ihr habt beide euren Herrn verleugnet und zählt zu denen, die zugrunde gehen ... Dies ist wahrlich Meine letzte Mahnung an euch, und Ich werde euch künftig nicht mehr nennen und euch nicht erwähnen, es sei denn, um euch als Ungläubige zu brandmarken.
Gott übergebe Ich, was Mich und was euch betrifft, und Er ist wahrlich der beste Richter. Kehrtet ihr aber um, so würde euch gewährt, was ihr an irdischem Besitz und von den unbeschreiblichen Wonnen des künftigen Lebens begehrt, und ihr erlangtet so herrliche Macht und Hoheit, wie es euer Geist in diesem sterblichen Leben sich kaum vorstellen kann. Doch wenn ihr versäumt umzukehren, dann fallen eure Übertretungen auf euch zurück.
Ihr könnt acht ändern, was der Allmächtige Mir verordnet hat. Nichts kann Mir zustoßen, was nicht Gott, Mein Herr, Mir vorherbestimmt hat. Auf Ihn habe Ich Meine ganze Zuversicht gesetzt und auf Ihn setzen die Gläubigen ihr ganzes Vertrauen.
Sei Du Mein Zeuge, o Herr. Mit diesem strahlenden Sendbrief habe Ich beiden Deine Verse verkündet und Dein Zeugnis für sie erfüllt. Gerne will Ich Mein Leben auf Deinem Pfade opfere und bald in Deine Gegenwart zurückkehren. Preis sei Dir in den Himmeln und auf Erden. Verfahre mit ihnen nach Deinem Ratschluß. Du bist fürwahr der beste Beistand und Helfer.
Ordne, o Herr, den Aufruhr des Volks, und laß Dein Wort hell über die Erde leuchten, auf daß keine Spur der Frevler zurückbleibe.
Ich erbitte Deine Vergebung, o Mein Herr, ob Meiner Worte in Deinem Brief, und Ich bin bußfertig vor Dir. Ich bin nur einer Deiner Diener, der Dein Lob singt. Verherrlicht bist Du, es ist kein Gott außer Dir. Auf Dich habe Ich Mein ganzes Vertrauen gesetzt, und Ich bitte Dich um Vergebung, daß Ich flehend an Deinem Tore stehe.
Geheiligt ist Gott dein Herr, der Herr des Mächtigen Thrones, über alles, was die Menschen fälschlich und ohne die Führung durch Sein klares Buch von Ihm behaupten. Friede sei mit denen, die Gott, deinen Herrn, um Vergebung bitten und sprechen: »Wahrlich, Preis sei Gott, dem Herrn der Welten!«
+1:7 #31
AUS EINEM SENDBRIEF
MIT WORTEN AN DEN SHARÍF VON MEKKA
O Sharíf! ... dein ganzes Leben lang hast du Uns Verehrung dargebracht, aber als Wir Uns dir offenbarten, hörtest du auf, Zeugnis für Unser Gedenken abzulegen und zu bekräftigen, daß Er fürwahr der Erhabenste, die Unumschränkte Wahrheit, der Allherrliche ist. So hat dich dein Herr am Tage der Auferstehung auf die Probe gestellt. Wahrlich, Er ist der Allwissende, der Allweise.
Hättest du »Hier bin ich« gesprochen, als Wir dir das Buch sandten, so hätten Wir dich in die Schar der wahrhaft Gläubigen unter Unseren Dienern aufgenommen und dich gnädiglich in Unserem Buch gepriesen, bis zu dem Tage, da alle Menschen vor Uns zum Gericht erscheinen. Dies ist fürwahr weit vorteilhafter für dich als aller Gottesdienst, den du in deinem ganzen Leben, nein, vom Anfang, der keinen Anfang hat, deinem Herrn darbrachtest. Dies hätte dir gewiß jetzt und immer zum Vorteil gereicht. Wahrlich, Wir wissen um alle Dinge. Doch ungeachtet dessen, daß Wir dich ins Leben riefen, am Tage der Auferstehung in Unsere Gegenwart zu gelangen, hast du dich ohne einen Grund oder eine deutliche Schrift vor Uns verschlossen. Gehörtest du aber zu den mit dem Wissen des Bayán Begabten, hättest du, das Buch vor Augen, sogleich bezeugt, daß es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, und hättest bekräftigt, daß Er, der den Qur'án offenbarte, auch dieses Buch offenbart hat, daß jedes Wort dieses Buches von Gott ist und wir alle diesem Buch Treue bezeigen.
Aber was vorherbestimmt war, ist eingetroffen. Solltest du zu Uns zurückkehren, solange Unsere Offenbarung währt, werden Wir dein Feuer in Licht verwandeln. Wir sind fürwahr aller Dinge mächtig. Versäumst du aber diese Pflicht, wird dir kein Ausweg bleiben, als die Sache Gottes anzunehmen und zu flehen, daß deine Ergebenheit die Aufmerksamkeit Dessen finde, den Gott offenbaren wird, damit Er dich gnädiglich gedeihen lasse und dein Feuer in Licht verwandle. Dies wurde Uns herniedergesandt. Sollte dies nicht geschehen, bleibt alles, was Wir niedergeschrieben haben, bindend und unwiderruflich von Gott verfügt, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, und Wir werden dich zum Zeichen Unserer Gerechtigkeit aus Unserer Gegenwart verbannen. Wahrlich, Wir sind gerecht in Unserem Urteil.
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AN EINEN MUSLIMISCHEN GEISTLICHEN
O Abdu's-Sáhib! Wahrlich Gott und jedes erschaffene Ding bezeugen, daß es keinen anderen Gott gibt außer Mir, dem Allmächtigen, dem Meistgeliebten...
Dein Blick ist getrübt, weil du glaubst, daß die göttliche Offenbarung mit dem Kommen Muhammads endete; dies haben Wir in Unserem ersten Brief bezeugt. Fürwahr, Er, der Muhammad, dem Gesandten Gottes, Verse offenbarte, hat ebenso 'Alí-Muhammad Verse offenbart. Denn wer außer Gott kann einem Menschen so klare, deutliche Verse offenbaren, die alle Gelehrten bezwingen? Da du dich zur Offenbarung Muhammads, des Gesandten Gottes, bekennst, gibt es für dich keine Ausflucht denn zu bezeugen, daß alles, was der Erste Punkt offenbarte, ebenso von Gott kommt, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden. Hat nicht in Wahrheit Gott den Qur'án herabgesandt und sind nicht alle Menschen machtlos vor Seiner Offenbarung? So sind auch diese Worte von Gott offenbart, wolltest du es nur begreifen! Was im Bayán hält dich ab zu erkennen, daß diese Verse von Gott gesandt sind, dem Unerreichbaren, dem Höchsterhabenen, dem Allherrlichen?
Der Kern dieser Worte ist: Wollten Wir dich zur Rechenschaft ziehen, so stündest du mit leeren Händen da; Wir wissen wahrhaft alle Dinge. Hättest du auf die Worte Gottes sogleich mit »Ja« geantwortet, so wäre es, als hättest du Gott angebetet vom Anfang, der keinen Anfang hat, bis zum heutigen Tag und wärest Ihm niemals, auch nicht für einen Augenblick, ungehorsam gewesen. Doch weder die rechtschaffenen Taten, die du dein ganzes Leben lang vollbracht, noch die frommen Übungen, die du vollzogen, um jeden Gedanken außer an Gottes Wohlgefallen aus deinem Herzen zu tilgen - wahrhaftig, nichts davon hat dir genützt, nicht einmal soviel wie ein Senfkorn, denn du verhülltest dich vor Gott und zaudertest zur Zeit Seiner Manifestation.
Wahrlich, Gott wird dich und alle Geistlichen im Lande Káf¹ fragen: »Ist es nicht seltsam, daß ein Bote mit einem Buch zu euch gekommen ist und ihr, die ihr eure Ohnmacht eingesteht, weigert euch, dem Glauben Gottes, den Er euch brachte, zu folgen, und verharrt in eurem Unglauben?« Darum wird dir das Feuer zuteil, das denen bestimmt ist, die in diesem Lande Gott den Rücken kehren, denn du bist ihr Führer; gehörtest du doch zu den Achtsamen!
¹ Kúfih
Hättest du getreulich Gottes Ratschluß befolgt, alle Bewohner deines Landes wären dir gefolgt und hätten selbst Zutritt zum himmlischen Paradiese erlangt, auf immer und ewig zufrieden in Gottes Wohlgefallen. So aber wirst du an jenem Tage wünschen, daß Gott dich nie erschaffen hätte.
Du erhebst den Anspruch, ein Schriftgelehrter des Islám zu sein und die Gläubigen erretten zu können, aber du hast deine Anhänger hinab ins Feuer geführt. Denn als die Verse Gottes herabgesandt wurden, beraubtest du dich ihrer selbst und zählst dich dennoch zu den Rechtschaffenen ... Nein, beim Leben Dessen, Den Gott offenbaren wird! Weder du noch sonst einer unter Seinen Dienern kann den geringsten Beweis erbringen, Gott aber strahlt hell über Seine Geschöpfe und thront durch die Macht Seines Befehls erhaben über allen Bewohnern der Reiche des Himmels, der Erde und was dazwischen liegt. Er, wahrlich, hat Macht über alles Erschaffene.
Du gabst dir den Namen 'Abdu's-Sáhib¹. Doch als Gott deinen Herrn in aller Wahrheit offenbar werden ließ und du die Augen auf Ihn richtetest, erkanntest du Ihn nicht, obwohl Gott dich ins Leben rief, um in Seine Gegenwart zu gelangen, glaubtest du in Wirklichkeit nur an den dritten Vers der Sure »Der Donner«².
¹ Diener des Herrn ² Qur'án 13
Du wirfst ein: »Wie können wir Ihn erkennen, wenn wir nur Worte hören, für welche Beweise fehlen?« Da du aber Muhammad, den Gesandten Gottes, durch den Qur'án erkanntest und anerkennst, wie kannst du dir dann die Erkenntnis Dessen versagen, der dir Sein Buch sandte, zumal du dich »Seinen Diener« nennst? Wahrlich, Er hat die unumschränkte Macht über Seine Offenbarungen an die ganze Menschheit.
Suchtest du uns auf, während die göttliche Offenbarung auf Uns herniederkommt, so würde Gott dein Feuer in Licht wandeln. Wahrlich, Er ist der Immervergebende, der Freigebigste. Im übrigen ist, was offenbart wurde, bindend und endgültig und wird von allen bis zum Tage der Auferstehung treulich befolgt... Wenn die göttliche Offenbarung verstummt, solltest du Ihm, den Gott offenbaren wird, ein Gesuch schreiben und darum bitten, daß es in Seine Gegenwart gelangt. Darin mußt du deinen Herrn um Vergebung bitten, zu Ihm dich in Reue wenden und zu jenen gehören, die Ihm ganz ergeben sind. So Gott will, wird Er dann zur nächsten Auferstehung dein Feuer in Licht wandeln. Er ist in Wahrheit der Beistand, der Höchsterhabene, der Immervergebende. Vor Ihm beugen sich in Anbetung alle in den Himmeln und auf Erden und alle zwischen beiden; und zu Ihm werden alle zurückkehren.
Wir machen es dir zur Pflicht, dich und alle Bewohner dieses Landes vom Feuer zu erretten und dann das unvergleichlich erhabene Paradies Seines Wohlgefallens zu betreten. Sonst naht der Tag, da du zugrunde gehst und ins Feuer fällst, der Tag, da Gott dir keinen Beschützer und keinen Helfer lassen wird. Wir haben Mitleid mit dir als Zeichen Unserer Gnade, weil du dich auf Uns beziehst. Wahrlich, Wir haben von allem Kenntnis. Wir kennen deine rechtschaffenen Taten, wenngleich sie dir nichts nützen werden; denn einziges ziel solcher Rechtschaffenheit ist die Erkenntnis Gottes, deines Herrn, und der unanfechtbare Glaube an die von Ihm offenbarten Worte.
+1:9 #35
AN SULAYMÁN,
EINEN MUSLIMISCHEN GEISTLICHEN IM LANDE MASQAT
Dies ist ein Brief von Gott, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, an Sulaymán im Lande Masqat zur Rechten des Meeres. Es gibt in Wahrheit keinen anderen Gott als Ihn, den Helfer in Gefahr, den Selbstbestehenden ... Fürwahr, versammelten sich alle Bewohner des Himmels und der Erde und alle dazwischen, sie scheiterten und hätten nicht die Kraft, ein solches Buch zu schaffen, selbst wenn Wir sie zu Meistern sprachlichen Ausdrucks und der Gelehrsamkeit auf Erden machten. Da du Beweise aus dem Qur'án anrufst, wird Gott mit Beweisen aus demselben Buch Seinen Anspruch im Bayán erhärten. Dies ist nichts anderes als der Ratschluß Gottes; Er ist wahrlich der Allwissende, der Allmächtige.
Wenn du zu denen gehörst, die wahrhaft glauben, so hast du keine andere Wahl, als Ihm Treue zu erweisen. Dies ist der Pfad Gottes für alle Bewohner der Erde und des Himmels und für alle dazwischen. Es gibt keinen Gott als Mich, den Allmächtigen, den Unerreichbaren, den Höchsterhabenen.
Von jenem Land aus begaben Wir Uns dann zum heiligen Haus, und auf Unserer Rückreise gingen Wir dort noch einmal an Land und wurden gewahr, daß du nicht beachtet hattest, was Wir dir sandten, und nicht zu denen zählst, die wahrhaft glauben. Obgleich Wir dich erschaffen hatten, Unser Antlitz zu schauen, und Wir sogar deinen Wohnort betraten, versäumtest du dennoch, zum ziel deiner Erschaffung zu gelangen, und dies, obschon du Gott dein Leben lang angebetet hast. Nichtig werden deshalb die Taten sein, die du vollbrachtest, weil du wie durch einen Schleier von Unserer Gegenwart und Unseren Schriften getrennt bist. Dies haben Wir unwiderruflich verfügt. Wahrlich, Wir sind gerecht in Unserem Urteil.
Hättest du den Inhalt Unseres Sendbriefs an dich beherzigt, so hätte dir dies weit mehr genützt, als Gott vom Anfang, der keinen Anfang hat, bis zum heutigen Tag anzubeten, es wäre wirklich verdienstvoller, als sich dem Gottesdienst ganz ergeben zu erweisen. Und wärest du in diesem Land in die Gegenwart deines Herrn gelangt und zähltest zu jenen, die wahrhaft glauben, daß sich in der Gestalt des Ersten Punktes das Antlitz Gottes zeigt, es wäre dir weit nützlicher gewesen, als dich vom Anfang, der keinen Anfang hat, bis zum heutigen Tag in Anbetung niederzuwerfen ...
Fürwahr, Wir prüften dich und fanden, daß du nicht zu den Verständigen gehörst, und so haben Wir dich verworfen als ein Zeichen der Gerechtigkeit aus Unserer Gegenwart; und wahrlich, Wir sind gerecht.
Solltest du aber zu Uns zurückkehren, so würden Wir deine Verwerfung in Annahme wandeln. Wahrlich, Wir sind von unermeßlicher Gnade. Ist aber der Erste Punkt nicht länger mit dir, dann wird das Urteil, das mit Gottes Wort verkündet ward, endgültig und unabänderlich sein, und ein jeder wird es gewiß billigen.
Solltest du an Ihn, Den Gott offenbaren wird, einen Brief richten und darum bitten, daß er in Seine Gegenwart gelangt, so mag Er dir gnädig vergeben und auf Sein Geheiß deine Verwerfung in Annahme wandeln. Er ist in Wahrheit der Allgnädige, der Freigebigste, dessen Gnade grenzenlos ist. Wenn nicht, wird sich dir kein anderer Weg auftun und keine Tat dir nützen, weil du versäumtest zu antworten: »Ja, hier bin ich!« Wahrlich, Wir machten dich und deine Werke zunichte, so als hättest du nie gelebt noch jemals Gutes getan, denen zur Lehre, die den Bayán erhielten, auf daß sie wohl achtgeben, wenn die heiligen Schriften Dessen, Den Gott offenbaren wird, in ihre Hände gelangen, damit sie bedenken und vielleicht fähig werden, ihre Seelen zu retten.
Unsere Gnade durchdringt gewißlich alles, was die Reiche der Erde und des Himmels, und was immer zwischen ihnen liegt, bewohnt, und überdies die ganze Menschheit. Seelen aber, die sich selbst wie durch einen Schleier ausgeschlossen haben, können niemals an den Regenschauern der göttlichen Gnade teilhaben. |
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