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Die Weltordnung Baha'u'llahs

Die Weltordnung Bahá'u'lláhs

Die weiteren in dieser Ordnung liegenden Folgerungen sind von Shoghi Effendi in aufeinanderfolgenden Mitteilungen erläutert, die an die Bahá'í-Gemeinschaft seit Februar 1929 gerichtet sind :

»Ich kann nicht umhin, diejenigen, die sich mit dem Glauben identifizieren, aufzurufen, die vorherrschenden Meinungen und flüchtigen Moden des Tages außer Acht zu lassen und sich mehr denn je darüber klar zu sein, daß die erschütterten Theorien und wankenden Einrichtungen der heutigen Zivilisation notwendig in scharfen Gegensatz zu jenen gottgegebenen Einrichtungen treten müssen, die sich auf ihren Trümmern zu erheben bestimmt sind ...«

»Denn Bahá'u'lláh ... hat die Menschheit nicht allein mit neuem, schöpferischem Geiste durchtränkt. Er hat nicht lediglich gewisse allumfassende Grundsätze verkündet oder eine besondere Philosophie vorgelegt, wie machtvoll, gesund und allgemeingültig diese auch seien. Er und nach Ihm 'Abdu'l-Bahá haben, anders als die Offenbarungen der Vergangenheit, klar und im einzelnen eine Reihe von Gesetzen niedergelegt, bestimmte Einrichtungen begründet und alles Wesentliche für eine göttliche Ordnung vorgesehen. Diese sind dazu ausersehen, ein Muster künftiger Gesellschaft, ein allerhöchstes Werkzeug für die Begründung des Allergrößten Friedens und das eine wirksame Mittel zur Einigung der Welt und zur Verkündung der Herrschaft der Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit auf Erden zu sein ...«

»Anders als in der Offenbarung von Christus, anders als in der Offenbarung von Muhammad, anders als in allen Offenbarungen der Vergangenheit, haben die Anhänger von Bahá'u'lláh in jedem Lande, wo immer sie arbeiten und sich mühen, in klarer und nachdrucksvoller Sprache alle Gesetze, Regelungen, Grundsätze, Einrichtungen, Anleitungen, die sie zur Verfolgung ihrer Aufgabe benötigen, vor Augen ... Darin liegt das Unterscheidungsmerkmal der Bahá'í-Offenbarung. Darin liegt die stärke der Einheit des Glaubens, der Geltungskraft einer Offenbarung, die nicht vorangegangene Offenbarungen zerstören oder herabsetzen möchte, sondern sie verbinden, vereinen und erfüllen will ...«

»Mag auch unser Glauben heute schwach erscheinen in den Augen von Menschen, die ihn entweder als Ableger des Islám erklären oder verächtlich nichts von ihm wissen wollen, weil er eine dieser finsteren Sekten sei, die im Westen so üppig blühen - dieser unschätzbare Edelsinn göttlicher Offenbarung, jetzt noch in seinem keimhaften Zustand, wird sich in der Schale seines Gesetzes entwickeln und wird sich ungeteilt und ungeschwächt durchringen, bis er das ganze Menschengeschlecht umfaßt. Nur jene, die schon die allerhöchste Stufe von Bahá'u'lláh erkannt haben, nur jene, deren Herzen von seiner Liebe berührt sind, und die die Macht seines Geistes selbst erfahren durften, können den Wert dieser göttlichen Verordnung, ihre unschätzbare Gabe für das Menschengeschlecht, angemessen würdigen.« (21. März 1930 )

»Diesem Ziel muß eine gequälte Menschheit entgegenstreben, dem Ziele einer neuen Weltordnung, göttlich im Ursprung, allumfassend im Endzweck, gerecht im Grundsatz, tatkräftig im Handeln.«

»Wie ergreifend sind doch in der Tat die Bemühungen jener Leiter menschlicher Einrichtungen, die in äußerster Mißachtung des Zeitgeistes bemüht sind, nationale Belange, die den altvergangenen Tagen in sich abgeschlossener Nationen angemessen sind, einem Zeitalter einzureihen, das entweder, wie von Bahá'u'lláh umrissen, die Welteinheit vollenden oder zugrundegehen muß. Zu einer so kritischen Stunde in der Geschichte der Zivilisation geziemt es den Führern aller Nationen der Welt, der großen wie der kleinen, im Osten wie im Westen, Siegern wie Besiegten, auf den Posaunenruf von Bahá'u'lláh zu achten und, tief durchdrungen von einem Gefühl der Weltsolidarität, dem `sine qua non` der Treue zu seiner Sache, sich mannhaft zu erheben, um das Heilverfahren in seiner Ganzheit zu verwirklichen, das Er, der göttliche Arzt, einer krankenden Menschheit verordnet hat. Laßt sie ein für allemal jeden voreingenommenen Gedanken, jedes nationale Vorurteil beiseite setzen und auf den erhabenen Rat 'Abdu'l-Bahás achten, des bevollmächtigten Auslegers seiner Lehren. `Du kannst am besten deinem Lande dienen`, war 'Abdu'l-Bahás Erwiderung an einen hohen Beamten im Dienste der Bundesregierung der Vereinigten Staaten, der Ihn über die beste Art, wie er das Wohl seines Staates und Volkes fördern könnte, befragt hatte, `wenn du danach strebst, in deiner Eigenschaft als Weltbürger bei der allmählichen Anwendung des in der Regierung deines eigenen Landes herrschenden Grundsatzes des Föderalismus auf die jetzt zwischen Völkern und Nationen bestehenden Beziehungen mitzuhelfen` ...«

»Irgendeine Form eines Welt-Überstaates muß sich notwendigerweise entwickeln, zu dessen Gunsten alle Nationen der Welt auf das Recht der Kriegserklärung, auf gewisse Rechte der Steuerauferlegung und auf alle Rechte der Waffenrüstung, ausgenommen zum Zwecke der Aufrechterhaltung der inneren Ordnung in ihrem eigenen Gebiet, freiwillig verzichten. Ein solcher Staat wird in seinen Machtkreis auch eine internationale Exekutive miteinzuschließen haben, welche die höchste und unbestreitbare Autorität bei jedem widerspenstigen Mitglied des Gemeinwesens durchzusetzen imstande sein wird, ferner ein Weltparlament, dessen Mitglieder durch das Volk in den verschiedenen Ländern zu wählen sind, und deren Wahl durch die betreffenden Regierungen zu bestätigen sein wird, und schließlich einen obersten Gerichtshof, dessen Urteil eine bindende Wirkung hat, selbst in solchen Fällen, wo die betroffenen Parteien ihren Fall nicht freiwillig seiner Erwägung zu unterwerfen geneigt sind. Ein Weltgemeinwesen, in dem alle wirtschaftlichen Schranken auf immer abgebaut und die gegenseitige Abhängigkeit von Kapital und Arbeit endgültig anerkannt sein werden, in dem der Lärm des religiösen Fanatismus und Streites für immer gestillt sein wird, in dem die Feindseligkeit zwischen den Rassen endgültig ausgetilgt sein wird, in dem ein einziges internationales Gesetzbuch, das Ergebnis der wohlerwogenen Entscheidung der vereinigten Weltvertreter, als Zwangsmaßnahme das sofortige, zwingende Eingreifen der vereinten Kräfte der Bundesstaaten vorsehen wird, und schließlich eine Weltgemeinschaft, in welcher die Furie eines launenhaften und streitbaren Nationalismus sich in das blühende Bewußtsein eines Weltbürgertums verwandelt haben wird - so erscheint uns fürwahr, in gröbsten Umrissen, die von Bahá'u'lláh vorgezeichnete Ordnung, eine Ordnung, die als die schönste Frucht eines langsam dazu reifenden Zeitalters betrachtet werden wird ...«

»Laßt hier keine Besorgnisse aufkommen wegen der Erreichung des belebenden Zieles des weltumfassenden Gesetzes von Bahá'u'lláh. Weit davon entfernt, auf den Umsturz der bestehenden Grundlagen der Gesellschaft abzuzielen, sucht es ihre Basis zu erweitern, ihre Einrichtungen in einer den Bedürfnissen der immer sich wandelnden Welt angepaßten Art umzuformen. Es kann mit keinen gesetzlichen Untertanenpflichten in Widerstreit geraten noch das Wesen ihrer Treue untergraben. Sein Ziel ist, weder die Flamme einer gesunden und verständigen Vaterlandsliebe in den Menschenherzen zu ersticken noch das System nationaler Selbständigkeit abzuschaffen, das so wichtig ist, wenn die Übel übertriebener Zentralisierung vermieden werden sollen. Es kennt sehr wohl die Unterschiede völkischen Ursprungs, des Klimas, der Geschichte, der Sprache und der Überlieferung, der Denkweise und der Gebräuche, welche die Völker und Nationen der Welt verschieden sein lassen, und ist nicht bemüht, sie zu unterdrücken. Es ruft uns zu einer erweiterten Treuepflicht, zu einer größeren Sehnsucht als irgendeines, das seither das Menschengeschlecht beseelt hat ...«

»Der Ruf von Bahá'u'lláh ist in erster Linie gegen alle Formen von Provinzlertum, Abgeschlossenheit und Vorurteile gerichtet ... denn seine gesetzlichen Richtmaße, seine politischen und wirtschaftlichen Lehren sind einzig dazu ersonnen, um das Wohl der Menschheit als Ganzes zu behüten, nicht aber, damit sie zur Bewahrung der Unantastbarkeit von besonderen Gesetzen oder Doktrinen gekreuzigt werde ... Der Grundsatz der Einheit des Menschengeschlechtes - der Angelpunkt, um den alle Lehren von Bahá'u'lláh kreisen - ist kein bloßer Ausbruch einer unwissenden Gefühlsseligkeit oder Ausdruck einer vagen frommen Hoffnung ...«

»Seine Folgerungen gehen tiefer, seine Ansprüche sind größer als irgendwelche, die die Offenbarer früher zu stellen ermächtigt waren. Seine Botschaft ist nicht nur für den Einzelmenschen da, sondern betrifft an und für sich in erster Linie die Natur jener wesentlichen Verwandtschaften, die alle Staaten und Nationen als Glieder einer Menschenfamilie binden müssen ...«

»Sie stellt die Vollendung menschlicher Entwicklung dar ... Daß allein die Wucht einer Weltkatastrophe einen so neuen Entwicklungsgang menschlichen Denkens beschleunigen kann, wird leider mehr und mehr klar ... Nichts als eine Feuerprobe, aus der die Menschheit gezüchtigt und vorbereitet hervorgehen wird, vermag diesen Verantwortungssinn ihr einzupflanzen, wie ihn die Führer eines neugeborenen Zeitalters auf ihre Schultern nehmen müssen.«

»... Hat nicht 'Abdu'l-Bahá in unmißverständlicher Sprache versichert, daß `ein neuer Krieg, grausamer als der letzte, ausbrechen wird`?« (28. November 1931)

»Diese Verwaltungsordnung ... wird, wenn ihre Bestandteile, ihre organischen Institutionen mit Kraft und Nachdruck in Tätigkeit treten, ihre Ansprüche geltend machen und ihre Eignung erweisen, nicht nur als Kern, sondern als das Muster der neuen Weltordnung angesehen zu werden, die dazu bestimmt ist, wenn die Zeit sich erfüllt, die ganze Menschheit zu umfassen ...«

»Allein von allen ihm vorangegangenen Offenbarungen ist es diesem Glauben ... gelungen, ein Bauwerk zu errichten, dem sich die irregeleiteten Anhänger zusammengebrochener und zerrütteter Glaubensbekenntnisse getrost nähern mögen, das sie kritisch prüfen können und in dem sie, ehe es zu spät ist, die unverwundbare Sicherheit seines weltumfassenden Schutzes aufsuchen mögen ...«

»Auf was anderes, als auf die Macht und Majestät, welche diese Verwaltungsordnung - die Grundlage des zukünftigen allumfassenden Bahá'í-Gemeinwesens - zu offenbaren bestimmt ist, können diese Worte von Bahá'u'lláh hinweisen: `Das Gleichgewicht der Welt ist ins Wanken geraten durch den erschütternden Einfluß dieser größten, dieser neuen Weltordnung. Der Menschheit geregeltes Leben ist in Aufruhr geraten durch die Auswirkung dieses einzigartigen, dieses wundersamen Systems - desgleichen sterbliche Augen noch niemals Zeuge gewesen sind' ...«

»Das Bahá'í-Gemeinwesen der Zukunft, für das diese umfassende Verwaltungsordnung das einzigartige Fachwerk bildet, ist, sowohl in der Theorie wie in der Praxis, nicht nur einzig dastehend in der gesamten Geschichte politischer Einrichtungen, sondern es kann kein Gegenstück in den Aufzeichnungen irgendeines der anerkannten Religionssysteme der Welt finden. Keine Form demokratischer Regierung, kein System autokratischer oder diktatorischer Art, sei es monarchisch oder republikanisch, kein vermittelnder Plan einer rein aristokratischen Ordnung, selbst keiner der anerkannten Typen der Priesterherrschaft, sei es das hebräische Gemeinwesen, seien es die verschiedenen christlichen Kirchenorganisationen oder das Imámat oder das Kalifat im Islam - keiner dieser Typen kann als gleichbedeutend oder übereinstimmend mit der Verwaltungsordnung angesehen werden, die die Meisterhand ihres vollendeten Baumeisters gebildet hat ...«

»Laßt niemand, während sich dieses System noch im Zustande der Kindheit befindet, seinen Charakter mißverstehen, seine Bedeutung verkleinern oder seinen Zweck verkehrt darstellen. Der Felsen, auf dem diese Verwaltungsordnung begründet ist, ist Gottes unwandelbarer Plan für die Menschheit an diesem Tage. Die Quelle, aus der sie ihre Inspiration ableitet, ist keine geringere als Bahá'u'lláh selbst ... Das zentrale ihr zugrundeliegende Ziel, das sie beseelt, ist die Errichtung der neuen Weltordnung, wie sie von Bahá'u'lláh entworfen wurde. Die Methoden, die sie anwendet, die Richtschnur, die sie gibt, neigen weder zum Osten noch zum Westen, weder zum Juden noch zum Heiden, weder zum Reichen noch zum Armen, weder zum Weißen noch zum Farbigen. Ihre Losung ist die Vereinigung der menschlichen Rasse, ihre Richtschnur der Größte Frieden ...« (8. Februar1934)

»Der Gegensatz zwischen den sich häufenden Beweisen standhafter Festigung, welche den Aufstieg der Verwaltungsordnung des Gottesglaubens begleiten, und den Kräften der Zersetzung, die an das Gebäude einer dahinsiechenden Gesellschaft prallen, ist ebenso deutlich wie fesselnd. Sowohl innerhalb als außerhalb der Bahá'í-Welt wachsen und mehren sich Tag für Tag die Merkmale und Zeichen, die in geheimnisvoller Weise die Geburt jener Weltordnung ankünden, deren Errichtung das goldene Zeitalter der Gottessache auszeichnen muß ...«

»`Bald`, so verkünden es die eigenen Worte von Bahá'u'lláh, `wird die Ordnung des gegenwärtigen Tages aufgerollt und eine neue an ihrer Stelle aus gebreitet werden` ...«

»Die Offenbarung von Bahá'u'lláh ... sollte ... so betrachtet werden, als kündige sie durch ihre Herabkunft das Zeitalter der Reife der gesamten Menschheit an. Sie sollte nicht nur als noch eine weitere geistige Wiederbelebung in den immer wechselnden Geschicken der Menschheit betrachtet werden, nicht nur als eine weitere Stufe in einer Reihenfolge fortschreitender Offenbarungen, auch nicht nur als der Höhepunkt in einer Reihe wiederkehrender prophetischer Zyklen, sondern vielmehr als ein Markstein der letzten und höchsten Stufe in der erstaunlichen Entwicklung des menschlichen Gesamtlebens auf diesem Planeten. Die dringende Notwendigkeit einer Weltgemeinschaft, das Bewußtsein eines Weltbürgertums, die Begründung einer Weltzivilisation und -kultur ... sollten ... soweit dieses planetarische Leben in Betracht kommt, als die äußersten Grenzen in dem Bau der menschlichen Gesellschaft betrachtet werden, wenn auch der Mensch als Einzelwesen in der Tat als Ergebnis solcher Vollendung unbegrenzt weiter fortschreiten und sich entwickeln wird, ja muß ...«

»Die Einheit des Menschengeschlechts, wie sie Bahá'u'lláh vorausschaut, umschließt die Begründung eines Weltgemeinwesens, in welchem alle Nationen, Rassen, Glaubensbekenntnisse und Klassen eng und dauerhaft vereint und die Selbständigkeit ihrer Staatsglieder und die persönliche Freiheit und Tatbereitschaft der Einzelwesen, die sie bilden, endgültig und vollständig gesichert sind. Dieses Gemeinwesen muß, so weit wir es uns vorstellen können, aus einer Weltlegislative bestehen, deren Mitglieder als die Bevollmächtigten der ganzen Menschheit die gesamten Hilfsquellen aller sie zusammensetzenden Nationen beaufsichtigen. Es müssen Gesetze erlassen werden, die geeignet sind, das Leben in geregelte Bahnen zu leiten, alle Nöte zu befriedigen und die Beziehungen sämtlicher Rassen und Völker zu ordnen. Eine Weltexekutive, gestützt auf eine internationale Polizeitruppe, wird die Beschlüsse der Weltlegislative ausführen, die erlassenen Gesetze anwenden und die organische Einheit des ganzen Gemeinwesens stützen. Ein Weltschiedsgerichtshof wird seine bindende und endgültige Entscheidung in sämtlichen Streitfragen erlassen und abgeben, die zwischen den verschiedenen Gliedern dieses allumfassenden Systems entstehen. Das Netzwerk eines alle verbindenden Weltverkehrssystems wird ersonnen werden, das den ganzen Erdball umspannt, und, befreit von allen nationalen Hindernissen und Beschränkungen, mit wunderbarer Schnelligkeit und absoluter Pünktlichkeit abläuft. Eine Welthauptstadt wird als Nervenzentrum einer Weltzivilisation und als Brennpunkt wirken, in dem die einigenden Lebenskräfte zusammenlaufen und von dem ihre kraftbringenden Einflüsse ausstrahlen werden. Eine Welthilfssprache wird entweder geschaffen oder unter den bestehenden Sprachen ausgewählt und in den Schulen aller verbündeten Nationen als ein Hilfsmittel neben der jeweiligen Muttersprache gelehrt werden. Eine Weltschrift, eine Weltliteratur, ein einheitliches und allumfassendes Währungs-, Gewichts- und Maßsystem werden den Verkehr und die Verständigung unter den Nationen und Rassen der Menschheit vereinfachen und erleichtern. In dieser Weltgemeinschaft werden Wissenschaft und Religion, die beiden gewaltigsten Kräfte im menschlichen Leben, in Einklang gebracht, zusammenwirken und sich harmonisch entwickeln. Die Presse wird in einem solchen System, in dem sie der Darlegung der verschiedenen Ansichten und Überzeugungen der Menschheit vollen Spielraum gewährt, nicht mehr durch althergebrachte Interessen, seien sie persönlicher oder allgemeiner Natur, unheilvoll gelenkt werden, und sie wird vom Einfluß streitender Regierungen und Völker befreit werden. Die wirtschaftlichen Hilfsmittel der Welt werden organisiert, ihre Rohstoffquellen erschlossen und restlos nutzbar gemacht, ihre Märkte aufeinander abgestimmt und entwickelt und die Verteilung ihrer Erzeugnisse unparteiisch geregelt werden.«

»Nationale Rivalität, Haß und Machenschaften werden aufhören, und Feindseligkeiten und Vorurteile der Rassen werden durch Freundschaft, Verständigung und Zusammenarbeit ersetzt werden. Die Ursachen religiöser Zwistigkeiten werden für immer aus dem Weg geräumt werden; wirtschaftliche Schranken und Hindernisse werden völlig beseitigt und der maßlose Klassenunterschied verwischt werden. Mangel auf der einen Seite und unmäßige Besitzanhäufung auf der anderen Seite werden verschwinden. Die ungeheuren Kräfte, die für den Krieg, wirtschaftlicher oder politischer Art, verzettelt und vergeudet werden, sollen solchen Zwecken zugeführt werden, die den Bereich der menschlichen Erfindungen und der technischen Entwicklung erweitern, der Steigerung der Produktionskraft, der Beseitigung von Krankheiten, der Ausdehnung wissenschaftlicher Forschungen, der Hebung des körperlichen Gesundheitszustands, der Belebung und Verfeinerung des menschlichen Verstandes, der Ausbeutung ungenutzter und ungeahnter Hilfsquellen dieser Erde, der Verlängerung des menschlichen Lebens und der Förderung von Tätigkeiten dienen, und die das verstandesmäßige, sittliche und geistige Leben des ganzen Menschengeschlechtes anzuregen vermögen.«

»Ein Weltbundsystem, das die ganze Erde beherrscht und eine unanfechtbare Befugnis über ihre unvorstellbar großen Hilfsquellen hat, das die Ideale sowohl des Ostens wie auch des Westens verkörpert und in Einklang bringt, vom Fluch des Krieges und des mit ihm verbundenen Elends befreit ist und sich auf die Ausnützung aller verfügbaren Kraftquellen auf der Erdoberfläche erstreckt, ein System, in dem die Stärke zur Dienerin der Gerechtigkeit gemacht ist, dessen Dasein durch seine allumfassende Anerkennung eines Gottes und durch seinen Gehorsam gegen eine gemeinsame Offenbarung getragen wird - dies ist das Ziel, dem die Menschheit, durch die vereinenden Lebenskräfte angetrieben, zustrebt.«

»Das ganze Menschengeschlecht seufzt und schmachtet danach, zur Eintracht geführt zu werden und sein jahrhundertelanges Martyrium zu beendigen. Und dennoch weigert es sich hartnäckig, das Licht anzunehmen und die unumschränkte Gewalt der einen Kraft anzuerkennen, die es aus seinen Verwicklungen befreien und das jammervolle Unglück abwenden kann, welches es in den Abgrund zu stürzen droht ...«

»Die Vereinigung der ganzen Menschheit ist das Kennzeichen der Stufe, der sich die menschliche Gesellschaft heute nähert. Die Einheit der Familie, des Stammes, des Stadtstaates und der Nation ist nacheinander versucht und völlig erreicht worden. Welteinheit ist das Ziel, dem eine gequälte Menschheit zustrebt. Die Staatenbildung ist zu einem Ende gekommen. Die einer staatlichen Herrschaft anhaftende Gesetzlosigkeit nähert sich dem Höhepunkt. Eine Welt, die zur Reife heranwächst, muß diesen Fetisch aufgeben, die Einheit und Ganzheit der menschlichen Beziehungen erkennen und ein für allemal das Bauwerk errichten, das diese Hauptgrundlage ihres Daseins am besten zu verkörpern vermag.«
(11.März 1936)¹

¹ Die vorstehenden Briefe Shoghi Effendis wurden veröffentlicht in »The World Order of Bahá'u'lláh«
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Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Verfasst am: 25.11.2007, 19:10
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