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Erklärung im Garten Ridvan in der Nähe von Baghdad

Erklärung im Garten Ridván in der Nähe von Baghdád

Nach vielen Unterhandlungen erging auf Verlangen der persischen Regierung ein Befehl seitens der türkischen Regierung, der Bahá'u'lláh nach Konstantinopel vorlud. Beim Empfang dieser Nachricht gerieten die Gläubigen in Bestürzung. Sie umlagerten das Haus ihres geliebten Führers derart, daß die Familie sich für zwölf Tage in den Garten von Najíb-Páshá außerhalb der Stadt zurückziehen mußte, während die Karawane für die lange Reise ausgerüstet wurde. Während dieser zwölf Tage (22. April bis 3. Mai 1863, neunzehn Jahre nach der Erklärung des Báb), gab nun Bahá'u'lláh verschiedenen Seiner Gefährten die frohe Botschaft kund, daß Er der Eine sei, Dessen Kommen der Báb vorausgesagt habe, der Erwählte Gottes, der Verheißene aller Propheten. Der Garten, wo diese denkwürdige Erklärung vor sich ging, ist unter den Bahá'í bekannt geworden als der »Garten Ridván«, und die Tage, die Bahá'u'lláh hier zubrachte, werden gefeiert als »Ridván-Fest«, das alljährlich bei Wiederkehr dieser zwölf Tage gehalten wird. Während dieser Tage zeigte sich Bahá'u'lláh, anstatt traurig oder bedrückt zu sein, überaus freudig. Er war voll Würde und Macht. Seine Gefährten wurden glücklich und begeistert, und viele Leute kamen, um ihre Ehrerbietung zu erzeigen. Alle hohen Beamten von Baghdád, auch der Gouverneur selbst, kamen, um den abreisenden Gefangenen zu ehren.

Bahá'u'lláh schrieb über diesen Tag (die folgenden Abschnitte sind aus dem Buch "Bahá'u'lláh, Der Herr der Herrlichkeit" zitiert):

»Die göttliche Frühlingszeit ist angebrochen, o Erhabenste Feder, denn das Fest des Allbarmherzigen naht mit Eile. Rühre dich und verherrliche vor der ganzen Schöpfung den Namen Gottes und preise Seinen Ruhm solchermaßen, daß alles Erschaffene wiederbelebt und erneuert werde. Sprich und schweige nicht! Die Sonne der Seligkeit leuchtet über dem Horizont Unseres Namens, der Selige, da das Reich des Namens Gottes geschmückt wurde mit der Zier des Namens Deines Herrn, der Schöpfer der Himmel. Erhebe dich vor den Völkern der Erde, wappne dich mit der Macht dieses Größten Namens und gehöre nicht zu den Zaudernden.« (ÄL 14:1)

»Mich dünkt, du zögerst und bewegst dich nicht auf Meiner Tafel. Hat dich das göttliche Antlitz mit seinem Glanz verwirrt, oder hat dich das leere Gerede der Eigensinnigen mit Kummer erfüllt und deine Bewegung gelähmt? Sei achtsam, daß nichts dich davon ablenke, die Größe dieses Tages zu preisen, des Tages, da der Finger der Erhabenheit und Macht den Wein der Wiedervereinigung entsiegelt und alle gerufen hat, die in den Himmeln, und alle, die auf Erden sind. Willst du zögern, wenn der Windhauch, der den Tag Gottes ankündigt, schon über dich geweht ist, oder gehörst du zu denen, die wie durch einen Schleier von Ihm getrennt sind?« (ÄL 14:2)

»Keinem Schleier, o Herr aller Namen und Schöpfer der Himmel, habe ich gestattet, mich von der Anerkennung der Herrlichkeit Deines Tages auszuschließen - des Tages, der die Lampe der Führung ist für die ganze Welt und das Zeichen des Altehrwürdigen der Tage für alle, die darin wohnen. Ich schweige wegen der Schleier, welche die Augen Deiner Geschöpfe blind gemacht haben gegen Dich, und mein Stummsein rührt von den Hemmnissen, die Dein Volk gehindert haben, Deine Wahrheit anzuerkennen. Du weißt, was in mir ist, ich jedoch weiß nicht, was in Dir ist. Du bist der Allwissende, der Allunterrichtete. Bei Deinem Namen, der alle anderen Namen überragt! Sollte Dein übermächtiger, allbezwingender Befehl mich erreichen, er würde mir Macht verleihen, die Seelen aller Menschen neu zu beleben durch Dein erhabenes Wort, das ich Deine Zunge der Macht in Deinem Reiche der Herrlichkeit äußern hörte. Er würde mich befähigen, die Enthüllung Deines strahlenden Antlitzes zu verkünden, durch die alles, was vor den Augen der Menschen verborgen war, kundgetan ist in Deinem Namen, der Deutliche, der höchste Beschirmer, der Selbstbestehende.« (ÄL 14:3)

»Kannst du, o Feder, an diesem Tage einen anderen außer Mir entdecken? Was ist aus der Schöpfung und ihren Offenbarungen geworden? Was aus den Namen und ihrem Reich? Wohin ist alles Erschaffene - Sichtbares oder Unsichtbares - entschwunden? Was ist mit den verborgenen Geheimnissen des Alls und seinen Offenbarungen geschehen? Siehe, die ganze Schöpfung ist vergangen! Nichts ist geblieben außer Meinem Antlitz, dem Ewigbleibenden, dem Strahlenden, dem Allherrlichen.« (ÄL 14:4)

»Dies ist der Tag, an dem nichts außer dem Glanz des Lichtes wahrgenommen werden kann, das vom Angesicht Deines Herrn ausstrahlt, des Gnädigen, des Gütigen. Wahrlich, Wir haben kraft Unserer unwiderstehlichen, allunterwerfenden Herrschaft jede Seele verhauchen lassen. Dann haben Wir eine neue Schöpfung ins Leben gerufen als Zeichen Unserer Gnade für die Menschen. Ich bin wahrlich der Allgütige, der Altehrwürdige der Tage.« (ÄL 14:5)

»Dies ist der Tag, da die Welt des Unsichtbaren ausruft: "Groß ist deine Seligkeit, o Erde, denn du wurdest zum Schemel deines Gottes gemacht und zum Sitz Seines mächtigen Thrones auserkoren." Das Reich der Herrlichkeit verkündet: "Könnte doch mein Leben ein Opfer für dich sein, denn Er, der Geliebte des Allerbarmers, hat auf dir Seine Herrschaft errichtet durch die Macht Seines Namens, der allem Vergangenen und Künftigen verheißen ist." Dies ist der Tag, da jeder liebliche Duft seinen Wohlgeruch aus dem Duft Meines Gewandes zieht, eines Gewandes, das seinen Duft über die ganze Schöpfung verbreitet. Dies ist der Tag, da sich die rauschenden Wasser ewigen Lebens aus dem Willen des Allbarmherzigen ergießen. Eilt euch mit Herz und Seele und trinkt euch satt, o Scharen der Höhe!« (ÄL 14:6)

»Sprich: Er ist es, der die Manifestation des Unerkennbaren, des Unsichtbarsten alles Unsichtbaren ist, könntet ihr es doch begreifen. Er ist es, der den verborgenen und verwahrten Edelstein offen vor euch hingelegt hat, wolltet ihr ihn doch suchen. Er ist es, der Einziggeliebte von allem, was vergangen und zukünftig ist, würdet ihr doch Herz und Hoffnung auf Ihn richten!« (ÄL 14:7)

»Wir haben die Stimme deiner Verteidigung gehört, o Feder, und verzeihen dein Schweigen. Was ist es, das dich so sehr verwirrt hat?« (ÄL 14:8)

»Vom Rausch Deiner Gegenwart, o Vielgeliebter aller Welten, bin ich ergriffen und besessen.« (ÄL 14:9)

»Erhebe dich und verkünde der ganzen Schöpfung die Botschaft, daß Er, der Allbarmherzige, Seine Schritte zum Ridván gelenkt und ihn betreten hat. Führe dann das Volk zum Garten des Entzückens, den Gott zum Thron Seines Paradieses gemacht hat. Wir haben dich zu Unserer mächtigsten Posaune erkoren, auf daß ihr schallender Ruf die Auferstehung der ganzen Menschheit verkünde.« (ÄL 14:9)

»Sprich: Dies ist das Paradies, auf dessen Blattwerk der Wein der Äußerung das Zeugnis ätzte: "Er, der den Augen der Menschen verborgen war, ist enthüllt, gegürtet mit souveräner Macht!" Dies ist das Paradies, dessen rauschende Blätter künden: "O ihr, die ihr die Himmel und die Erde bewohnt! Erschienen ist, was nie zuvor erschien. Er, der Sein Antlitz seit Ewigkeit vor den Blicken der Schöpfung verborgen hielt, ist nun da!" Aus dem raunenden Wind, der durch des Paradieses Zweige weht, dringt der Ruf: "Er, der höchste Herr aller, ist offenbart. Das Reich ist Gottes", während aus seinen strömenden Wassern das Murmeln klingt: "Alle Augen sind erfreut, denn Er, den keiner schaute, dessen Geheimnis niemand entdeckte, hat den Schleier der Herrlichkeit gelüftet und das Antlitz der Schönheit enthüllt."« (ÄL 14:10)

»In diesem Paradies und aus den Höhen seiner erhabensten Gemächer rufen die Himmelsdienerinnen jubelnd: "Freut euch, ihr Bewohner der Reiche der Höhe, denn die Finger Dessen, der der Altehrwürdige der Tage ist, läuten im Namen des Allherrlichen die Größte Glocke mitten im Herzen der Himmel. Die Hände der Güte reichen den Becher des ewigen Lebens dar. Kommt näher und trinkt euch satt! Trinkt mit gesundem Behagen, o ihr, die ihr die fleischgewordene Sehnsucht seid, die ihr das leidenschaftliche Verlangen verkörpert!"« (ÄL 14:11)

»Dies ist der Tag, da Er, der Offenbarer der Namen Gottes, aus dem Heiligtum der Herrlichkeit hervortrat und allen, die in den Himmeln und auf Erden sind, verkündete: "Stellt die Becher des Paradieses und alles lebenspendende Wasser darin beiseite, denn sehet, das Volk Bahás ist in die selige Wohnstatt der göttlichen Gegenwart eingetreten und trinkt den Wein der Wiedervereinigung aus dem Kelch der Schönheit seines Herrn, des Allbesitzenden, des Höchsten."« (ÄL 14:12)

»Vergiß die Welt der Schöpfung, o Feder, und wende dich dem Antlitz deines Herrn zu, des Herrn aller Namen. Schmücke dann die Welt mit dem Schmuck der Gunstbezeigungen deines Herrn, des Königs ewiger Tage. Denn Wir spüren den Duft des Tages, da Er, die Sehnsucht aller Völker, die Lichtfülle Seiner höchst erhabenen Namen auf die Reiche des Sichtbaren und Unsichtbaren ergoß und sie mit dem Strahlenglanz der Leuchten Seiner gnädigsten Gunst umgab - einer Gunst, die keiner außer Ihm, dem allmächtigen Beschirmer der ganzen Schöpfung, zu ermessen vermag.« (ÄL 14:13)

»Schaue auf Gottes Geschöpfe nur mit dem Auge der Güte und Barmherzigkeit, denn Unsere liebende Vorsehung hat alles Erschaffene durchdrungen, und Unsere Gunst hat die Erde und die Himmel umfangen. Dies ist der Tag, da die wahren Diener Gottes an den lebenspendenden Wassern der Wiedervereinigung teilhaben, der Tag, da alle, die Ihm nahe sind, vom sanft fließenden Strom der Unsterblichkeit, und alle, die an Seine Einheit glauben, vom Wein Seiner Gegenwart zu trinken vermögen, indem sie Ihn anerkennen als Den, der das höchste und letzte Ziel aller ist, aus dem die Zunge der Majestät und Herrlichkeit den Ruf erhebt: "Das Reich ist Mein, Ich bin aus Meinem eigenen Recht sein Herrscher."« (ÄL 14:14)

»Ziehe die Herzen der Menschen an durch Seinen, des einzig Geliebten Ruf. Sprich: Dies ist die Stimme Gottes, so ihr doch auf sie hörtet! Dies ist der Tagesanbruch der Offenbarung Gottes, so ihr es doch wüßtet! Dies ist der Aufgangsort der Sache Gottes, so ihr es doch erkenntet! Dies ist die Quelle des Gebotes Gottes, so ihr sie doch gerecht beurteiltet! Dies ist das offenbare und verborgene Geheimnis, so ihr es doch erfaßtet! O ihr Völker der Welt! In Meinem Namen, der alle anderen Namen überragt, werft weg, was ihr besitzt, und versenkt euch in dieses Meer, dessen Tiefen die Perlen der Weisheit und der Äußerung bergen, ein Meer, das wogt in Meinem Namen, der Allbarmherzige. So belehrt euch Er, bei dem das Mutterbuch ist.« (ÄL 14:15)

»Der Meistgeliebte ist erschienen. In Seiner Rechten hält Er den versiegelten Wein Seines Namens. Glücklich der Mensch, der sich Ihm zukehrt, sich satt trinkt und ausruft: "Preis sei Dir, o Offenbarer der Zeichen Gottes!" Bei der Gerechtigkeit des Allmächtigen! Alles Verborgene ist durch die Macht der Wahrheit offenbart. Alle Gunstbeweise Gottes sind als Zeichen Seiner Gnade herabgesandt. Die Wasser ewigen Lebens sind in ihrer ganzen Fülle den Menschen dargeboten. Jeden einzelnen Becher hat die Hand des Vielgeliebten dargereicht. Kommt herbei und zögert nicht, und wäre es auch nur für einen kurzen Augenblick.« (ÄL 14:16)

»Selig, wer sich mit den Flügeln der Loslösung aufschwingt und die Stufe erreicht, die nach Gottes Befehl die ganze Schöpfung überschattet, wen weder die eitlen Einbildungen der Gelehrten noch die Menge der Erdenscharen von Seiner Sache ablenken können. Wer unter euch, o Volk, ist bereit, der Welt zu entsagen und sich Gott, dem Herrn aller Namen, zu nähern? Wo findet sich der, der durch die Macht Meines Namens, der alles Erschaffene überragt, wegwirft, was Menschen besitzen, und sich mit all seiner Kraft an das hält, was Gott, der Kenner des Unsichtbaren und des Sichtbaren, ihm zu beachten gebot? So ist Seine Güte den Menschen herniedergesandt, Sein Zeugnis erfüllt, und so erstrahlt Sein Beweis über dem Horizont der Gnade. Kostbar ist der Preis, der dem zufallen wird, der glaubt und ausruft: "Gepriesen seist Du, o Geliebter aller Welten! Verherrlicht sei Dein Name, o Du Sehnsucht jedes verstehenden Herzens!"« (ÄL 14:17)

»Frohlocke in höchster Freude, o Volk Bahás, wenn du dich des Tages höchsten Glücks erinnerst, des Tages, da die Stimme des Altehrwürdigen der Tage sprach, da Er aus Seinem Hause fort zu jenem Orte ging, wo Er den Glanz Seines Namens, der Allbarmherzige, über die ganze Schöpfung ergoß. Gott ist Unser Zeuge. Wollten Wir die verborgenen Geheimnisse dieses Tages enthüllen, so würden alle, die auf Erden und in den Himmeln wohnen, bewußtlos werden und sterben, außer jenen, die von Gott, dem Allmächtigen, dem Allwissenden, dem Allweisen behütet werden.« (ÄL 14:18)

»So stark ist die berauschende Wirkung der Worte Gottes auf Ihn, den Offenbarer Seiner unzweifelhaften Beweise, daß Seine Feder nicht länger schreiben kann. Er schließt Sein Tablet mit den Worten: "Kein Gott ist außer Mir, dem Höchsterhabenen, dem Machtvollsten, dem Unübertrefflichen, dem Allwissenden."« (ÄL 14:19)


Chronisten und andere Schriftsteller haben lange Berichte geschrieben über den Andrang der Menschen, über den Ausdruck ihres Kummers und die hervorragende Arbeit der Gärtner im Garten Ridván; aber niemand sagt etwas darüber aus, wie Bahá'u'lláh Seine lange erwartete Erklärung abgab. Der Hüter der Bahá'í-Religion schreibt dazu:

»Über die genauen Begleitumstände dieser epochemachenden Erklärung sind wir leider nur äußerst dürftig unterrichtet. Die von Bahá'u'lláh bei diesem Anlaß tatsächlich geäußerten Worte, die Art und Weise Seiner Erklärung, der Widerhall, den sie auslöste, ihre Wirkung auf Mírzá Yahyá sowie Angaben darüber, wer das Vorrecht hatte, Ihm zuzuhören: alles dies ist in ein Dunkel gehüllt, das künftige Geschichtsschreiber nur mit Mühe werden durchdringen können. Die bruchstückhafte Beschreibung, die Sein Chronist Nabíl der Nachwelt hinterließ, ist einer der ganz wenigen authentischen Berichte, die wir über die denkwürdigen Tage Seines Aufenthaltes in diesem Garten besitzen. `Jeden Tag', so erzählt Nabíl, `schnitten die Gärtner vor Anbruch der Morgendämmerung die Rosen, die die vier Hauptwege des Gartens säumten, und häuften sie in der Mitte Seines gesegneten Zeltes auf. So groß war der Berg, daß, wenn die Gefährten Bahá'u'lláhs sich zum Morgentee bei Ihm versammelten, sie sich gegenseitig über ihn hinweg nicht erblicken konnten. Alle diese Rosen gab Bahá'u'lláh jeden Morgen eigenhändig denen, die Er aus Seiner Gegenwart entließ, damit sie sie in Seinem Namen Seinen arabischen und persischen Freunden in der Stadt brächten.' `Eines Nachts', so fährt er fort, `es war die neunte Nacht des zunehmenden Mondes, befand ich mich zufällig unter denen, die neben Seinem gesegneten Zelt Wache hielten. Als die Stunde der Mitternacht nahte, sah ich, wie Er aus Seinem Zelt heraustrat, an den Plätzen vorüberging, wo einige Seiner Gefährten schliefen, und sodann die vom Mond beschienenen blumenumkränzten Hauptwege des Gartens auf und ab zu wandeln begann. So laut ertönte der Gesang der Nachtigallen von allen Seiten, daß nur die, die Ihm ganz nahe waren, Seine Stimme deutlich vernehmen konnten. Er ging immer noch weiter auf und ab; schließlich hielt Er inmitten eines dieser Wege inne und sprach: `Seht diese Nachtigallen! So groß ist ihre Liebe zu den Rosen, daß sie unermüdlich, ohne zu schlafen, von der Abenddämmerung bis zum frühen Morgen ihre Melodien trällern und sich voll brennender Leidenschaft dem Gegenstand ihrer Anbetung zuwenden. Wie können dann die schlafen, die behaupten, von der rosengleichen Schönheit des Geliebten entflammt zu sein?` Drei Nächte hintereinander wachte ich so und umkreiste Sein gesegnetes Zelt. Sooft ich an dem Ruhebett vorüberkam, auf dem Er lag, fand ich Ihn wachend; und alle Tage sah ich Ihn doch vom Morgen bis zum Abend pausenlos damit beschäftigt, sich mit dem Strom der Besucher, die von Baghdád hereinfluteten, zu unterhalten. Und nicht ein einziges Mal konnte ich in den Worten, die Er sprach, auch nur eine Spur von Heuchelei entdecken."« (GGV S.174f)
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