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Beitrag von Nachricht
Christina
Gast





Heiliger Krieg / Dschihad ?

Die Bahai Religion scheint ja aus dem Islam zu kommen, aber nicht zu ihm zu gehören. Im Islam gibt es ja den Heiligen Krieg / Dschihad, gibt es den bei euch auch? Wenn ja, wie passt das zu eurer Friedensbotschaft?
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Verfasst am: 17.01.2008, 18:12
Timo
Gast






Hallo Christina,

die Baha'i-Religion hat die selbe Beziehung zum Islam, wie das Christentum zum Judentum.

Der Heilige Krieg wurde von Bahá'u'lláh abgeschafft. Eine Quelle, die diese Aussage untermauert, hab ich auch auf Anhieb finden können. In der Tafel Bishárát (Die Frohen Botschaften) schreibt Bahá'u'lláh:

Zitat:
3:4

O Volk der Erde!

Die erste frohe Botschaft,

die das Mutterbuch in dieser Größten Offenbarung allen Völkern der Welt überbringt, ist, daß das Gesetz des heiligen Krieges aus dem Buche getilgt ist. Verherrlicht sei der Allbarmherzige, der Herr überströmender Gnade, durch den das Tor himmlischer Gaben vor dem Angesicht aller im Himmel und auf Erden weit aufgetan ist.


Wenn es anders wäre, so würde es, wie du schon richtig festgestellt hast, gegen die vielen Lehren Bahá'u'lláhs stehen, die die Liebe zur Menschheit in den Vordergrund stellen.
Im Kitáb-i-Aqdas steht:
Zitat:
Schmückt euch mit dem Gewand guter Werke. Wessen Werke Gottes Wohlgefallen erlangen, der zählt gewiß zum Volke Bahás. Seiner wird vor Seinem Thron gedacht. Steht dem Herrn der ganzen Schöpfung bei mit rechtschaffenen Werken, aber auch durch Weisheit und durch Rede. Dies wurde euch fürwahr auf den meisten Tafeln befohlen von Ihm, dem Allbarmherzigen. Er weiß wahrlich, was Ich sage. Streitet euch nicht, noch töte einer den anderen. Dies war euch wahrlich schon verboten in einem Buch, das im Tabernakel der Herrlichkeit verborgen lag. Wie, wollt ihr den töten, den Gott belebt hat, dem Er durch Seinen Hauch Geist verlieh? Schwer wäre da eure Sünde vor Seinem Thron! Fürchtet Gott und erhebet nicht die Hand des Unrechts und der Unterdrückung, um zu zerstören, was Er selbst erschaffen hat...


An anderer Stelle schreibt Er:

Zitat:
Ihr seid die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges. Verkehret miteinander in größter Liebe und Eintracht, in Freundschaft und Brüderlichkeit. Er, die Sonne der Wahrheit, ist Mein Zeuge! So mächtig ist das Licht der Einheit, daß es die ganze Erde erleuchten kann. Der eine wahre Gott, der alle Dinge kennt, bezeugt die Wahrheit dieser Worte.



Hoffe ich konnte die Frage zu deiner Zufriedenheit beantworten.


MfG,

Timo
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Verfasst am: 17.01.2008, 18:44
Tobias Vetter



Anmeldedatum: 30.11.2007
Beiträge: 16


Liebe Christina,

es ist richtig das die Bahá'í-Religion in einem islamischen Umfeld entstand und den Islam als Offenbarung akzeptiert. Die heutigen, teilweise schrecklichen, Grausamkeiten, welche stattfinden sind für Bahá'í nicht islamisch. Vielmehr werden sie als Beleidigung der Offenbarung Mohammeds wahrgenommen.

Wie dem auch sei, in der Sure des Tempels, einer Tafel, welche Bahá'u'lláh zwei mal offenbarte und für dessen frühe Veröffentlichung er sich in seinen letzten Jahren einsetzte (vgl. Anspruch und Verkündigung S. 7-8) nimmt Bahá'u'lláh direkt auf dieses Thema Bezug:

Hütet euch, Blut zu vergießen! Zieht das Schwert eurer Zunge aus der Scheide der Rede, denn durch sie werden die Zitadellen der Menschenherzen erobert. Wir haben das Gesetz des Heiligen Krieges aufgehoben. Gottes Barmherzigkeit hat wahrlich alles Erschaffene umfangen – o daß ihr es doch wüßtet! Steht eurem Herrn, dem Gott der Gnade, bei mit dem Schwert vernünftiger Argumente. Es ist schärfer und feiner gestählt als das Schwert der Rede – wolltet ihr nur über die Worte eures Herrn nachdenken. So wurden die Heerscharen der Offenbarung von Gott herabgesandt, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden, und die Heere göttlicher Eingebung durch die Quelle des Befehls enthüllt, wie Gott, der Allherrliche, der Meistgeliebte, es gebot. (Bahá'u'lláh, Anspruch und Verkündigung I:42)

In den Bishárát, den frohen Botschaften, eine Schrift welche Bahá'u'lláh später verfasste und einige Elemente seiner Lehre vorstellt spricht er sich eindeutig gegen den heiligen Krieg aus. Ja dies ist sogar seine erste Botschaft dort

O Volk der Erde!

Die erste frohe Botschaft,

die das Mutterbuch in dieser Größten Offenbarung allen Völkern der Welt überbringt, ist, daß das Gesetz des heiligen Krieges aus dem Buche getilgt ist. Verherrlicht sei der Allbarmherzige, der Herr überströmender Gnade, durch den das Tor himmlischer Gaben vor dem Angesicht aller im Himmel und auf Erden weit aufgetan ist.
(Bahá'u'lláh, Botschaften aus Akká 3:4)


Wie du bereits gesagt hast würde es auch sonst nicht logisch zu der Friedensbotschaft Bahá'u'lláhs passen. Auch wiederspricht der heilige Krieg dem Religionsverständnis von Bahá'u'lláh:

Das Erhabenste Wesen spricht: O ihr Menschenkinder! Der Hauptzweck, der den Glauben Gottes und Seine Religion beseelt, ist, das Wohl des Menschengeschlechts zu sichern, seine Einheit zu fördern und den Geist der Liebe und Verbundenheit unter den Menschen zu pflegen. Laßt sie nicht zur Quelle der Uneinigkeit und der Zwietracht, des Hasses und der Feindschaft werden. Dies ist der gerade Pfad, die feste, unverrückbare Grundlage. (Bahá'u'lláh, Ährenlese 110)


Liebe Grüße, Tobias
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Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Verfasst am: 17.01.2008, 18:50
goha
Gast





Offenbarung des Bab

Ich hätte nur eine frage und zwar wie ist die Offenbarung an den Bab gewesen oder besser gesagt wie ist sie abgelaufen?
ist wie bei muhammed (s.a.s) passiert das ein engel runter gekommen ist und es ihm überliefert hat ?
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Verfasst am: 19.06.2010, 11:02
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