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Heirat
Die folgenden Einzelheiten über die Heirat von 'Abdu'l-Bahá wurden dem Verfasser freundlicherweise von einem persischen Geschichtsschreiber der Bahá'í-Religion zur Verfügung gestellt:
»Während der Jugendzeit 'Abdu'l-Bahás war begreiflicherweise die Frage einer passenden Heirat für ihn von großem Interesse für die Gläubigen, und viele Leute kamen mit dem Wunsche, sich diese Ehrenkrone für ihre Familie zu sichern. Lange aber zeigte 'Abdu'l-Bahá keine Neigung zur Heirat, und niemand verstand die Weisheit hiervon. Später wurde dann bekannt, daß ein Mädchen lebte, das bestimmt war, 'Abdu'l-Bahás Frau zu werden; ihre Geburt entsprang einem Segen des Báb, den Er ihren Eltern in Isfáhán erteilt hatte. Ihr Vater war Mírzá Muhammad 'Alí, der Onkel des `Königs der Märtyrer` und des `Geliebten der Märtyrer`, und sie gehörte zu einer der großen und vornehmen Familien von Isfáhán. Als sich der Báb in Isfáhán aufhielt, besaß Mírzá Muhammad 'Alí keine Kinder, aber seine Frau sehnte sich nach einem Kind. Als der Báb davon vernahm, gab Er ihm von Seiner Speise und hieß ihn, diese mit seinem Weib gemeinsam zu verzehren. Nachdem sie diesen Bissen gegessen hatten, wurde bald offenbar, daß ihre langersehnten Hoffnungen auf Elternschaft sich zu erfüllen im Begriff waren, und zur gegebenen Zeit wurde ihnen eine Tochter geboren, die den Namen Munírih Khánum erhielt¹. Später ward dann noch ein Sohn geboren, dem man den Namen Siyyid Yahyá gab, und in späteren Jahren bekamen sie noch weitere Kinder. Im Laufe der Zeit starb Munírihs Vater, ihre Vettern erlitten durch Zillu's-Sultán und die Mullás den Märtyrertod, und über die Familie kam große Not und bittere Verfolgung, da sie Bahá'í waren. Bahá'u'lláh erlaubte dann Munírih und ihrem Bruder Siyyid Yahyá in Seinen Schutz nach 'Akká zu kommen. Bahá'u'lláh und Seiner Gemahlin Navváb, der Mutter von 'Abdu'l-Bahá, erzeigte Munírih solche Freundlichkeit und Liebe, daß die andern verstanden, warum sie wünschten, daß sie die Gemahlin von 'Abdu'l-Bahá werden sollte. Der Wunsch seines Vaters und seiner Mutter wurde auch der Wunsch von 'Abdu'l-Bahá. Er empfand warmes Liebesgefühl und herzliche Zuneigung für Munírih, die von Herzen erwidert wurden, und binnen kurzem vereinigte sie die Ehe.«
Diese Ehe gestaltete sich außerordentlich glücklich und harmonisch. Von den ihnen geborenen Kindern haben vier die Schrecken der langen Einkerkerung überlebt und sind durch ihr wundervolles Leben im Dienen allen teuer geworden, die den Vorzug hatten, sie kennenzulernen.
¹ Es ist interessant, diese Geschichte mit der von der Geburt Johannes des Täufers zu vergleichen. (Lukas 1.Kapitel) |
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