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Anmeldedatum: 16.11.2007 Beiträge: 329
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| Lawh-i-Siyyid-i-Midhi-i-Dahaji (Sendschreiben an S.-M.-D.) |
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LAWH-I-SIYYID-I-MIHDÍ-I-DAHAJÍ
(Das Sendschreiben an Siyyid Mihdíy-i-Dahají)
+13:1 #223
Er ist der Heiligste, der Größte, der Erhabenste, der Höchste
+13:2
O Mein Name!¹ Lobpreise Gott, daß Er dich gnädig erwählte, ein Regenschauer göttlicher Gaben zu sein für alles, was Wir in den reinen, gesegneten Boden säten, und daß Er dich befähigte, den wundersam hehren Bäumen, die Wir pflanzten, als Frühling sanften Erbarmens, zu dienen. Fürwahr, so groß ist diese Gunst, daß unter allem Erschaffenen in der Welt des Seins nichts damit wetteifern kann. Des weiteren haben Wir dir den erlesenen Wein der Rede aus dem Kelche himmlischer Gaben deines barmherzigen Herrn zu trinken gegeben: diese Zunge der Heiligkeit, die, kaum gelöst, alle Schöpfung belebte, alle Wesen in Bewegung brachte und die Nachtigall ihre Weisen schlagen ließ. Dies ist der Springquell lebendigen Wassers für alle, die im Reiche des Seins wohnen.
¹ Siyyid Mihdíy-i-Dahají, an den dieses Sendschreiben gerichtet war, hatte von Bahá'u'lláh den Titel Ismu'lláhí'l-Mihdí (Der Name Gottes Mihdí) erhalten. Er brach später das Bündnis (siehe Shoghi Effendi, Gott geht vorüber, p.364 ). s.a. Tahez II p.154, 329f, 349
+13:3
Oftmals haben Wir auf dich die süßen Düfte des Allerbarmers gehaucht aus diesem Zweig, der sich über dem Sendbrief deines Herrn, des Mächtigen, des Ungezwungenen, bewegt. Bei der Gerechtigkeit des einen wahren Gottes! Wendeten sich alle erschaffenen Dinge, die sichtbaren wie die unsichtbaren, zu Ihm, so sähest du, wie sie sich aufschwängen zum Höchsten Ziel, dem Ort, da der göttliche Lotosbaum ruft und kündet: Wahrlich, kein Gott ist außer Mir, dem Allmächtigen, dem Allgütigen.
+13:4 #224
Groß ist dein Segen, da du durch die Lande Gottes reistest, verkörperte Freude und Sicherheit für das Volk Bahás - sie, die allem entsagen außer Ihm und ihre Herzen ausrichten auf diesen Königshof, der seinen Strahlenglanz über alle Reiche ergießt und sie netzt mit den wogenden Wassern dieses Meeres, das dich selbst genetzt hat - ein Meer, das alles Erschaffene umschließt.
+13:5
Du hast fürwahr die Bedeutung der Hilfe für Gott verstanden, du hast dich erhoben, diese Hilfe durch die Macht der Weisheit und der Rede zu leisten. Sprich: Mir helfen heißt Meine Sache lehren. Dies ist ein Gegenstand, der ganze Sendbriefe ausfüllt. Dies ist der unverrückbare Befehl Gottes, ewig in der Vergangenheit, ewig in der Zukunft. Begreifet es, o ihr Einsichtsvollen. Wer die Schranken der Weisheit überschreitet, versteht die im Buche dargelegte Bedeutung der Hilfe für Gott nicht. Sprich: Fürchtet Gott und sät nicht die Saaten der Zwietracht unter die Menschen. Befolget, was euch aufgetragen von eurem Herrn, dem Allmächtigen, dem Allwissenden. Er weiß, was wirklich der Sieg ist, und lehrt es euch mit einer Rede, die kein leerer Wahn derer, welche in der Wildnis des Zweifels schweifen, je verderben kann.
+13:6
O Mein Name! Gib allem Erschaffenen erneut zu trinken von diesem Kelche, der die Meere aufbranden ließ. Entfache sodann in den Herzen die Feuerlohe, die dieser Rote Baum entzündet hat, damit sich alle erheben, Seinen Namen unter den Anhängern aller Glaubensrichtungen zu preisen und zu verherrlichen.
+13:7 #225
Zahlreiche Briefe von dir wurden vor Unserem Thron überreicht. Wir haben sie gelesen zum Zeichen der Gnade, und für jeden Namen, den du erwähntest, haben Wir offenbart, was die Menschengeister aufrüttelt und die Seelen sich aufschwingen läßt. Im übrigen haben Wir dich wiederholt befähigt, den Trillern der Himmelsvögel zu lauschen und dein Ohr dem Sang der Nachtigallen zu neigen, wenn sie auf den Zweigen ihre Lieder schlagen. So ward die Feder Gottes zu deinem Gedenken bewegt, auf daß du die Menschen ermahnest durch die Macht dieser Rede, die von Gott bestimmt ist, die Zeichen Seiner Herrlichkeit zu offenbaren.
+13:8
Selig ist der Ort, da der Hymnus Seines Lobpreises erschallt, und selig das Ohr, welches hört, was vom Himmel der Gnade deines Herrn, des Allerbarmers, herniedergesandt ward.
+13:9
Ermahne die Diener Gottes zu dem, wozu Wir dich ermahnten, damit sie ablassen von allem, was ihnen in dem Mutterbuche verboten ist. Wer Taten begeht, die Aufruhr schaffen im Volk, der ist fürwahr weit abgeirrt von der Hilfe für Gott und Seine Sache; auf der Tafel, die Gott zum Dämmerort aller Tafeln ausersehen hat, wird er zu den Unheilstiftern gezählt.
+13:10
Sprich: Wenn es Uns gut dünkt, werden Wir die Sache Gottes durch die Macht eines einzigen Wortes aus Unserer Gegenwart zum Siege führen. Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allbezwingende. So es Gottes Absicht ist, wird aus den Wäldern himmlischer Macht der Löwe unüberwindlicher Kraft hervortreten, und sein Gebrüll ist wie des Donners Grollen, das in den Bergen widerhallt. Da Unsere liebevolle Vorsehung jedoch alle Dinge überragt, haben Wir verordnet, daß der Endsieg durch Wort und Rede erreicht werde, damit Unsere Diener auf der ganzen Erde dergestalt zu Empfängern göttlichen Segens werden. Das ist ein Zeichen für die Gottesgaben, die ihnen gewährt sind. Wahrlich, dein Herr ist der Allgenügende, der Erhabenste.
+13:11 #226
Sprich : Fürchtet Gott und begeht keine Taten, die Meine Geliebten auf Erden wehklagen lassen. So gebietet euch diese Feder, die auf der Kampfbahn der Weisheit und des wahren Verstehens die Feder der Herrlichkeit in Bewegung brachte.
+13:12
Überbringe Meine Grüße all denen, deren Angesichter den Strahlenglanz Bahás widerspiegeln. Sodann rede zu ihnen mit dieser Rede, welche die Augen der Gerechten erhellt. Die Herrlichkeit Gottes sei mit dir und allen, die sich festhalten an dem Seile Gottes, des Offenbarers der Verse...
+13:13
Halte die Bewohner dortzulande ab von herausfordernden Handlungen, von Hader, Streit und allem, was sonst Unruhe stiftet. Rühmlich ist heutzutage die Verbreitung der Sache Gottes. Wollten sich zum Beispiel diejenigen Leute, die gewisse Ziele verfolgen, dem Lehren der Sache Gottes hingeben, so wären alle, die dortzulande wohnen, binnen kurzem mit dem Mantel des Glaubens bekleidet.
+13:14
So jemand die folgende Stelle aus dem zu Ehren des Nabil von Qá'in¹ offenbarten Sendschreiben mit all ihrer Süße kostet, wird er sogleich die Bedeutung der Hilfe für Gott verstehen: Menschliche Rede will ihrem Wesen nach Einfluß üben und bedarf deshalb der Mäßigung. Ihr Einfluß ist durch Feinheit bedingt, die wiederum von losgelösten, reinen Herzen abhängt. Ihre Mäßigung muß mit Takt und Weisheit gepaart sein, wie es in den Heiligen Büchern und Sendbriefen vorgeschrieben ist.¹
¹ Nabil-i-Akbar ² s.a. 9:20 , 11:30
+13:15 #227
O Mein Name! Die Rede muß die Kraft der Eindringlichkeit besitzen. Ist sie dieser Eigenschaft beraubt, übt sie keinen Einfluß aus. Und dieser durchdringende Einfluß hängt davon ab, daß der Geist rein und das Herz makellos ist. Desgleichen bedarf die Rede der Mäßigung; ohne sie ist der Hörer außerstande, die Rede zu ertragen, vielmehr bekundet er von Anfang an Widerspruch. Und die Mäßigung wird dadurch erlangt, daß man die Rede mit den Zeichen göttlicher Weisheit mischt, wie sie in den heiligen Büchern und Sendbriefen verzeichnet sind. Wenn eines Menschen Rede dergestalt in ihrer Wesenheit mit diesen beiden Grunderfordernissen ausgestattet ist, wird sie sich als ungemein wirksam erweisen und das beste Mittel für die Wandlung der Menschenseelen sein. Das ist die Stufe höchsten Sieges und himmlischer Herrschaft. Wer sie erreicht, ist mit der Macht belehnt, die Sache Gottes zu lehren und der Menschen Herzen und Gemüter zu besiegen.
+13:16
O Mein Name! Die Sonne der Rede strahlt hell vom Dämmerort göttlicher Offenbarung. Sie erleuchtet die Schriftrollen und Tafeln in solchem Maße, daß das Reich der Rede und das erhabene Herrschaftsgebiet des Verstehens vor Freude und Frohlocken beben; sie scheinen im Glanz Seines Lichtes, und doch begreift es die Masse der Menschen nicht.
+13:17
Der Grund, warum das Thema des Beistands und der Hilfe für Gott immer wieder der Feder der Vorsehung entströmte und weiterhin entströmen wird, ist die Warnung an die Freunde Gottes vor Tätigkeiten, die Streit und Aufruhr bewirken könnten. Alle haben sie die Pflicht, sorgfältig zu forschen, wie sie der Sache Gottes in der von Uns dargelegten Weise helfen können. Dies ist nur ein Zeichen Seiner Gnade, die Er Seinen Geliebten besonders gewährt, auf daß jeder von ihnen die Stufe erlange, die durch das Wort gekennzeichnet ist: »Wer eine Seele erweckt, der erweckt fürwahr die ganze Menschheit.«¹
¹ Qur'án 5:32
+13:18 #228
Weltliche Macht stand immer im Schatten dieser Stufe und wird weiterhin dort stehen. Ihre festgesetzte Stunde ist im Buche Gottes vorherbestimmt. Er wahrlich kennt sie, und kraft Seiner Macht wird sie offenbar werden. Wahrlich, Er ist der Machtvolle, der Allunterwerfende, der Allmächtige, der Allwissende, der Allweise.
+13:19
Die geheiligten Seelen sollten in ihren Herzen über die Lehrmethoden nachdenken und nachsinnen. Aus den Texten dieser wundersamen, himmlischen Schriften sollten sie Sätze und Abschnitte auswendig lernen, die sich auf verschiedene Gegebenheiten beziehen, damit sie im Verlauf ihrer Ansprachen göttliche Verse wiedergeben können, sooft es die Gelegenheit erfordert, da diese heiligen Verse ja das kraftvollste Elixier, der größte, mächtigste Talisman sind. So machtvoll ist ihr Einfluß, daß dem Hörer kein Grund zum Wankelmut bleibt. Ich schwöre bei Meinem Leben! Dieser Offenbarung ist solche Macht eigen, daß sie als Magnet auf alle Völker und Geschlechter der Erde wirkt. Wer innehält, um mit Bedacht nachzusinnen, wird erkennen, daß es für keinen einen Ort gibt oder geben kann, dahin er fliehen könnte.
+13:20
Der Kitáb-i-Aqdas wurde so offenbart, daß er alle göttlich bestimmten Sendungen anzieht und umfängt. selig ist, wer ihn liest, selig, wer ihn begreift, selig, wer darüber nachdenkt, selig, wer seine Bedeutung erwägt. So umfassend ist er, daß er alle Menschen umschließt, ehe sie seiner gewahr sind. Binnen kurzem werden seine unumschränkte Macht, sein durchdringender Einfluß und die Größe seiner Kraft auf Erden offenbar.
+13:21
O Mein Name! Höre auf Meine Stimme, die aus der Richtung Meines Thrones kommt. Dein Herr will deinen Namen allzeit erwähnen, da du dich standhaft erweisest im Ruhme Seiner Tugenden unter den Menschen. Fürwahr, Er liebt die Treue, die sich im Reiche der Schöpfung findet, und gibt ihr Vorrang vor den meisten Tugenden. Wahrlich, Er ist der Gewaltige, der Machtvolle.
+13:22 #229
Wisse fernerhin, daß Wir den Lobpreis hörten, den du äußertest in deiner Zwiesprache mit Gott, deinem Herrn, dem Erhabenen, dem Gnädigen. Groß ist fürwahr der Segen, der deiner wartet, da du deine eigenen Belange zugunsten dieser unverletzlichen, dieser mächtigen und erleuchteten Sache eingeschränkt hast. Wir flehen zu Gott, Er möge deinen Ruf zu einem Magneten machen, der die Verkörperungen der Namen in der Welt des Seins anzieht, so daß alle Wesen aus freiem Antrieb seiner achten. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Erhabenen, dem Überlegenen, dem Ewig-Gesegneten, dem Hehren, dem Allhöchsten, dem Allherrlichen, dem Großmütigsten, dem Allwissenden, dem Allkennenden. |
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