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Übersicht -> Die Bewahrung der Erde und ihrer Hilfsquellen
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Leitsätze

Leitsätze

Der Zugang der Bahá'í-Weltgemeinschaft zur Bewahrung und zum Schutz der Erde und ihrer Hilfsquellen beruht auf einer Anzahl grundlegender, aus den Bahá'í-Schriften hergeleiteter Prinzipien, darunter:


Die Natur als Widerspiegelung des Göttlichen


Die Natur wird hoch geachtet. Bahá'u'lláh erklärt, daß die aufmerksame Beobachtung der Natur ein Bewußtsein für die »Zeichen« und »Beweise« Gottes schafft (vgl. GM 176/15) und den Beweis Seines Daseins darstellt. In einem Gebet versichert Er:

»... daß ich bei allem, was ich schaue, sogleich entdecke, wie es Dich mir zu erkennen gibt und mich an Deine Zeichen, Deine Beweise und Zeugnisse erinnert. Bei Deiner Herrlichkeit! Wann immer ich meine Augen zu Deinem Himmel erhebe, gedenke ich Deiner Hoheit und Erhabenheit, Deiner unvergleichlichen Herrlichkeit und Größe; und wann immer ich den Blick Deiner Erde zukehre, muß ich die Zeichen Deiner Macht und die Beweise Deiner Großmut erkennen. Sehe ich das Meer, so spricht es mir von Deiner Majestät, von der Gewalt Deiner Macht, von Deiner Souveränität, Deiner Größe. Und betrachte ich die Berge, so drängt es mich, die Fahnen Deines Sieges und die Banner Deiner Allmacht zu entdecken.« (GM 176/15)

Die Natur spiegelt die »Namen und Eigenschaften Gottes« (ÄL 90/1) wider. Sie ist der Ausdruck von »Gottes Willen ... in der bedingten Welt« (AKKA 9/14)

Bahá'u'lláh schreibt:

»Sprich: Die Natur ist in ihrem Wesen die Verkörperung Meines Namens, der Gestalter, der Schöpfer. Ihre Offenbarungen sind verschiedenartig durch verschiedene Ursachen, und in dieser Verschiedenartigkeit sind Zeichen für urteilsfähige Menschen. Die Natur ist Gottes Wille, dessen Ausdruck in der bedingten Welt und durch diese. Sie ist Teil des Waltens der Vorsehung, verordnet von dem Verordner, dem Allweisen.« (AKKA 9/14)


Die Erde - ein Land


Bahá'u'lláh entwirft ein Weltbild auf der Grundlage: »Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.« (ÄL 117) Er ruft die Menschen dazu auf, »dem Wohle aller Völker und Geschlechter der Erde zu dienen« (ÄL 117)

Abdu'l-Bahá weist auf die wachsende wechselseitige Abhängigkeit in der Welt und auf die Tatsache hin, daß »Selbstgenügsamkeit« (ABSEL 15/6-7) nicht weiterhin möglich ist. Er stellt sich vor, daß die Entwicklung auf eine geeinte Welt hin zunehmen und als »Einheit des Denkens in weltweiten Unternehmungen« (ABSEL 15/6-7) und in anderen wichtigen Lebensbereichen zum Ausdruck kommen wird. Gemeinsames Handeln ist vor allem erforderlich, wenn es gilt, die Hilfsquellen dieses Planeten zu erhalten.


Stufe und Verantwortung des Menschen

Abdu'l-Bahá weist darauf hin, daß der Mensch »auf Grund der geistig-himmlischen Kraft, die verborgen und doch offenkundig in ihm vorhanden ist« (PUP p.178), eine Stufe einnimmt, die »höher und edler« (PUP p.178) ist als die der Natur, daß »der Mensch Herrscher über die Ebene und das Reich der Natur ist« (PUP p.178)

»Deshalb ist es klar, daß der Mensch Herrscher über die Ebene und das Reich der Natur ist. Die Natur ist träge, der Mensch macht Fortschritte. Die Natur hat kein Bewußtsein, der Mensch ist damit ausgestattet. Die Natur hat keinen freien Willen und handelt gezwungenermaßen, der Mensch hingegen besitzt einen starken Willen. Die Natur ist unfähig, Geheimnisse oder Wahrheiten zu entdecken, der Mensch aber ist besonders befähigt, dies zu tun. Die Natur steht nicht in Beziehung zum Reich Gottes, der Mensch ist für dieses Reich und seine Zeichen empfänglich. Die Natur weiß nichts über Gott, der Mensch ist Gottes bewußt. Der Mensch erwirbt göttliche Tugenden, der Natur sind diese verwehrt. Der Mensch kann freiwillig schlechte Angewohnheiten ablegen, die Natur hat keine Macht, den Einfluß ihrer Instinkte zu beschränken. Es ist völlig klar, daß der Mensch edler und erhabener ist als die Natur und daß in ihm eine geistige Kraft vorhanden ist, welche die Natur übertrifft. Er besitzt Bewußtsein, Willen, Gedächtnis, Verstandeskraft, göttliche Eigenschaften und Tugenden, deren die Natur völlig beraubt ist. So steht der Mensch höher und ist edler vermittels der geistig-himmlischen Kraft, die verborgen und doch offenkundig in ihm ist.« (PUP p.178)

Der Mensch, ausgestattet mit einer inneren Fähigkeit, die Pflanzen und Tiere nicht besitzen, vermag die Geheimnisse der Natur zu entdecken und Oberhand über die Umwelt zu gewinnen, und trägt daher die besondere Verantwortung, seine ihm von Gott verliehenen Kräfte für gute Zwecke einzusetzen. Das Universale Haus der Gerechtigkeit weist darauf hin, wie wichtig es ist, daß »diese Verantwortung richtig wahrgenommen wird, denn davon hängt es ab, ob sein (des Menschen) erfinderischer Genius segensreiche Ergebnisse hervorbringt oder Zerstörung in der materiellen Welt verursacht«

(aus einem Brief vom 19. Mai 1971, geschrieben im Auftrag des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an einen Gläubigen)


Die Einstellung zur materiellen Welt - Wechselwirkung zwischen dem Geistigen und dem Materiellen

Abdu'l-Bahá betont, daß die Entwicklung der stofflichen Welt und das Glück der Menschheit sowohl von dem »Ruf der Zivilisation, des Fortschritts in der stofflichen Welt« (ABSEL 225/2) abhängen als auch von dem »seelenbewegenden Ruf Gottes, dessen geistige Lehren die ewige Herrlichkeit, das ewige Glück und die ewige Erleuchtung der Menschenwelt sichern« (ABSEL 225/3)

Er stellt fest:

»Solange jedoch materielle Errungenschaften, naturwissenschaftliche Kenntnisse und menschliche Tugenden noch nicht durch geistige Vollkommenheiten, strahlende Eigenschaften und Kennzeichen der Barmherzigkeit verstärkt sind, bringen sie keine Frucht und kein Ergebnis; auch bewirken sie nicht der Menschheit Glück, welches doch das letzte Ziel ist. Denn obwohl einerseits die materiellen Errungenschaften und die Entwicklung der stofflichen Welt zu einem Wohlstand führen, der die gesteckten Ziele vorzüglich offenbart, drohen daraus doch andererseits Gefahren, schweres Unheil und gewaltige Not.« (ABSEL 225/5)

»Wenn du dein Augenmerk auf das geordnete Muster der Königreiche, Städte und Dörfer richtest und siehst, wie reizvoll sie geschmückt sind, wie frisch ihre natürlichen Hilfsquellen sind, wie hoch ihre Technik entwik-kelt ist, wie leicht ihr Verkehr fließt, welch umfangreiches Wissen über die Welt der Natur verfügbar ist, wie groß die Erfindungen, wie riesig die Unternehmen, wie vortrefflich die Entdeckungen und wissenschaftlichen Forschungen sind, so magst du daraus schließen, daß die Zivilisation der Menschenwelt zu Glück und Fortschritt gereicht. Wendest du die Augen jedoch darauf, daß Höllenmaschinen entwickelt, Zerstörungskräfte entfaltet und Kriegsgeräte erfunden werden, die den Baum des Lebens mit der Wurzel ausreißen, so wird dir klar und offenbar, wie eng die Zivilisation mit der Barbarei verbunden ist. Fortschritt und Barbarei gehen Hand in Hand, es sei denn, die materielle Zivilisation wird bestätigt durch göttliche Führung, durch die Offenbarungen des Allbarmherzigen und durch göttliche Tugenden, verstärkt durch geistiges Verhalten, durch die Ideale des Gottesreiches und die Ausgießungen aus dem Reich ewiger Macht ...« (ABSEL 225/6)

»Deshalb müssen Zivilisation und materieller Fortschritt mit der Größten Führung verbunden sein, so daß diese niedere Welt der Schauplatz für die Segnungen des Gottesreiches werde und die stofflichen Errungenschaften sich mit dem Glanz des Barmherzigen vereinigen, damit die Menschenwelt ihre Schönheit und Vollkommenheit enthülle und in hell strahlender Anmut vor allen offenbare. So wird sich immerwährende Herrlichkeit und Glückseligkeit zeigen.« (ABSEL 225/8)


Bahá'u'lláh beschreibt das Los derjenigen Menschen, die geistige Werte in ihrem Leben unbeachtet lassen und versäumen, in Übereinstimmung mit diesen Werten zu handeln. Er bemerkt:

»(ihr) wandelt ... eitel und selbstzufrieden auf Meiner Erde, nicht gewahr, wie überdrüssig sie eurer ist und alles darinnen euch flieht.« (VW pers.20)

Shoghi Effendi erklärt, daß des Menschen Achtlosigkeit zum Niedergang der »heutigen Ordnung« beiträgt und sich spürbar auf die Umwelt auswirkt:

»Die tiefgreifende Gleichgewichtsstörung der Welt, das Zittern, das die Glieder der Menschheit befällt, die bis zu den Wurzeln reichende Umgestaltung der menschlichen Gesellschaft, das Aufrollen der heutigen Ordnung, die grundlegenden Veränderungen in der Struktur der Staatsgewalt ... die Entwicklung höllischer Kriegswaffen, das Niederbrennen von Städten, die Verunreinigung der Erdatmosphäre - dies alles sind hervorstechende Zeichen und Omen für das Strafgericht, das nach der Verfügung des Richters und Erlösers der Menschheit früher oder später eine Gesellschaft treffen muß, die zum größten Teil über ein Jahrhundert lang für die Stimme des Gottesboten unserer Zeit taube Ohren hatte - ein Strafgericht, welches das Menschengeschlecht von der Schlacke seiner jahrhundertelangen Verderbtheit reinigen und seine Bestandteile zu einer festverknüpften, weltumspannenden Gemeinschaft verschmelzen muß, die sich zu gegebener Zeit in den Rahmen einer geheimnisvoll sich ausbreitenden, göttlich eingesetzten Ordnung einfügt und, durch deren vergeistigenden Einfluß galvanisiert, im Laufe weiterer göttlicher Sendungen zu einer Kultur aufblüht, derengleichen die Menschheit noch auf keiner Stufe ihrer bisherigen Entwicklung erlebt hat.«

(Shoghi Effendi, Hüterbotschaften an die Bahá'í- Welt, S.76)
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Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Verfasst am: 25.11.2007, 20:49
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