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Seine Schriften

Seine Schriften

Die Schriften von Bahá'u'lláh sind in ihrem Bereich sehr umfassend; sie geben sich mit jeder Phase des menschlichen Lebens ab, mit dem des einzelnen wie mit dem der Gesellschaft, mit materiellen und geistigen Dingen, mit der Auslegung alter und neuer Schriften und mit der prophetischen Voraussicht der nahen wie der fernsten Zukunft.

Die Stufe und Genauigkeit Seiner Erkenntnis waren bewundernswürdig. Er konnte die heiligen Schriften der verschiedenen Religionen anführen und auslegen, mit denen die, die brieflich mit Ihm verkehrten oder Ihm Fragen stellten, vertraut waren, und zwar in überzeugender und achtunggebietender Weise, obgleich Er offensichtlich nie die Möglichkeit gehabt hatte, auf die gewöhnliche Art zu vielen der Bücher zu kommen, auf die Er sich bezog. Im Brief an den Sohn der Wolfes erklärt Er, daß Er nie den Bayán gelesen habe, obgleich Er in Seinen Büchern die vollkommenste Kenntnis und das vollkommenste Verständnis für die Offenbarung des Báb beweist. (Der Báb erklärte, wie wir wissen, daß Seine Offenbarung, der Bayán, Ihm eingegeben und ausgegangen sei von »Dem, den Gott offenbar machen werde«!)

Mit der einzigen Ausnahme eines Besuches von Professor Browne, mit dem Er im Jahr 1890 vier Unterredungen hatte von jeweils zwanzig bis dreißig Minuten Dauer, hatte Er keine Gelegenheit, mit geistreichen abendländischen Gelehrten zu verkehren, und doch zeigen Seine Schriften einen wunderbaren Scharfblick für die sozialen, politischen und religiösen Probleme des Abendlandes, und selbst Seine Feinde mußten zugeben, daß Seine Weisheit und Erkenntnis unvergleichlich waren. Die wohlbekannten Umstände Seiner langen Einkerkerung schließen jeden Zweifel aus, daß viel von dem Reichtum an Erkenntnis, der sich in Seinen Schriften zeigt, aus geistigen Quellen entnommen sein muß und völlig unabhängig von der gewöhnlichen Übermittlung durch Studium oder Unterricht und von der Hilfe durch Bücher oder Lehrer ist.¹

Bisweilen schrieb Er in modernem Persisch, der üblichen Sprache Seiner Landsleute, die reichlich mit Arabisch durchsetzt ist. Zu andern Zeiten wieder, wenn Er sich z.B. an gelehrte Zarathustrier wandte, schrieb Er in reinstem klassischen Persisch. Er schrieb auch mit der gleichen Flüssigkeit Arabisch, manchmal in ganz einfacher Sprache, manchmal im klassischen Stil, ähnlich dem des Qur'án. Seine völlige Meisterschaft in diesen verschiedenen Sprachen und Stilen war bemerkenswert angesichts des völligen Fehlens literarischen Unterrichts.

In manchen Seiner Schriften ist der Weg der Heiligung in solch einfachen Ausdrücken bezeichnet, daß der »Pilgersmann, sei er gleich töricht, sich darin nicht irren kann« (vgl. Jesaia 35:8). In andern findet sich ein Reichtum an poetischer Bildhaftigkeit, tiefer Philosophie und Anspielungen auf muhammadanische ,zarathustrische und andere Schriften, oder auf persische oder arabische Literatur und Legenden, wie ihn nur der Dichter, der Philosoph oder der Gelehrte hinreichend würdigen kann. Wieder andere beschäftigen sich mit den vorgeschrittenen Stufen des geistigen Lebens und können nur von solchen verstanden werden, die bereits die ersten Stufen hinter sich haben. Seine Werke gleichen einer wundervollen Tafel, die besetzt ist mit Speisen und Köstlichkeiten, die den Bedürfnissen und dem Geschmack aller angepaßt sind, die echte Sucher nach Wahrheit sind.

Dem ist es zu verdanken, daß Seine Sache Erfolg hat bei den Gelehrten und Gebildeten, bei vergeistigten Dichtern und wohlbekannten Schriftstellern. Sogar viele Führer der Sáfí und anderer Sekten und einige Minister, die Schriftsteller waren, wurden von Seinen Worten angezogen, denn sie übertrafen die aller andern Schriftsteller an Feinheit und Tiefe der geistigen Bedeutung.

¹ Als 'Abdu'l-Bahá gefragt wurde, ob Bahá'u'lláh sich eines besonderen Studiums der Schriften des Westens unterzogen und Seine Lehren in Übereinstimmung mit diesen aufgestellt habe, sagte Er, daß die Bücher von Bahá'u'lláh, die schon um 1870 geschrieben und gedruckt worden seien die dem Westen heute so vertrauten Ideale enthielten, obgleich zu jener Zeit diese Gedanken im Westen weder gedruckt noch erdacht worden waren.


Bemerkung: Eine Auswahl Seiner Schriften finden Sie auch auf unserer Website
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Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Verfasst am: 24.11.2007, 11:42
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