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| Sterben in Adam und Leben in Christus |
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STERBEN IN ADAM UND LEBEN IN CHRISTUS
Frage: Im 1. Korintherbrief, Kapitel 15, Vers 12, heißt es: "Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden." Was besagen diese Worte?
Antwort: Wisse, daß es im Menschen zwei Naturen gibt, die körperliche und die geistige. Die körperliche Natur ist das Erbe von Adam und die geistige das Erbe aus der Wirklichkeit des Wortes Gottes, das die Geistigkeit Christi ist. Die körperliche Natur wurde von Adam geboren, aber die geistige aus der Gnade des Heiligen Geistes; die körperliche Natur ist die Quelle aller Unvollkommenheit, die geistige die Quelle aller Vollkommenheit.
Christus opferte Sich Selbst, damit die Menschen von der Unvollkommenheit der körperlichen Natur befreit und mit den Gaben der geistigen Natur ausgezeichnet werden. Diese geistige Natur, die durch die Gnade der göttlichen Wirklichkeit in Erscheinung trat, ist die Vereinigung aller Vollkommenheiten und wird durch den Odem des Heiligen Geistes offenbar. Sie ist göttliche Vollkommenheit, Licht, Geistigkeit, rechte Führung, Erhabenheit, edles Streben, Gerechtigkeit, Liebe, Großmut, Güte zu allen, Menschenliebe, der innerste Kern des Lebens. Sie ist die Widerspiegelung des Glanzes der Sonne der Wahrheit.
Christus ist der Mittelpunkt des Heiligen Geistes: Aus dem Heiligen Geist wurde Er geboren, durch den Heiligen Geist wurde Er berufen und vom Heiligen Geist stammt Er ab. Das heißt, daß die Wirklichkeit Christi nicht von Adam abstammt, sondern vom Heiligen Geist geboren ist. Darum bedeutet der Vers: "Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden", entsprechend dieser Ausdrucksweise, daß Adam¹ der Stammvater der Menschheit ist, daß er nämlich ihr körperliches Leben begründet hat; sein ist die körperliche Vaterschaft. Er ist eine lebende Seele, aber nicht der Spender des geistigen Lebens. Dagegen ist Christus die Ursache des geistigen Lebens der Menschheit, und mit Bezug auf den Geist ist Sein die geistige Vaterschaft. Adam ist eine lebendige Seele, Christus der lebenspendende Geist.
¹ Abúl-bashar, der Vater des Menschen, ist einer der Namen, den die Muhammadaner Adam gegeben haben.
#121
Diese physische, menschliche Welt ist der Macht der Triebe unterworfen, und Sünde ist die Folge dieser Macht der sinnlichen Begierden, die ja den Gesetzen der Gerechtigkeit und Heiligkeit nicht unterstellt sind. Der Körper des Menschen ist ein Sklave der Natur; was immer sie befiehlt, wird er tun. Es steht also fest, daß Sünden, wie Zorn, Eifersucht, Streit, Habsucht, Geiz, Torheit, Vorurteil, Haß, Stolz und Herrschsucht, in der körperlichen Welt vorhanden sind. Alle diese niedrigen Eigenschaften finden sich in der Natur des Menschen. Ein Mensch ohne geistige Erziehung ist wie ein Tier. Wie die Wilden Afrikas, deren Handlungen, Gewohnheiten und Sitten allein von den Sinnen bestimmt werden, benehmen sie sich entsprechend den Ansprüchen der Natur in einem solchen Maß, daß sie einander zerreißen und fressen. So ist es klar, daß die stoffliche Welt des Menschen eine Welt der Sünde ist. In dieser physischen Welt steht der Mensch nicht höher als das Tier.
Jede Sünde entspringt den Forderungen der Natur, und diese Ansprüche, die der physischen Erde entstammen, sind beim Tier keine Sünde, während sie für den Menschen Sünde sind. Das Tier ist die Quelle von Unvollkommenheiten, wie Zorn, Gier, Neid, Habsucht, Grausamkeit und Selbstsucht; alle diese Mängel werden in Tieren gefunden, stellen aber keine Sünden dar. Beim Menschen dagegen sind sie Sünde.
Adam begründete das körperliche Leben der Menschen, aber die Wirklichkeit Christi, das heißt das Wort Gottes, ist die Ursache des geistigen Lebens. Es ist der belebende Geist. Das bedeutet, daß alle Unvollkommenheiten, die von den Ansprüchen des physischen, menschlichen Lebens herrühren, durch die Lehren und Unterweisungen jenes Geistes in menschliche Vollkommenheit umgewandelt werden. Deshalb war Christus der belebende Geist und die Ursache des Lebens in der ganzen Menschheit.
Adam war die Ursache des physischen Lebens, und weil die stoffliche Welt des Menschen die Welt der Unvollkommenheit und Unvollkommenheit gleichbedeutend mit Tod ist, verglich Paulus die stoffliche Unvollkommenheit mit dem Tod.
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Aber die meisten Christen glauben, daß Adam durch das Essen vom verbotenen Baum sündigte, weil er ungehorsam war, und daß die verheerende Folge dieses Ungehorsams als Erbe übertragen wurde und seinen Nachkommen geblieben ist. So sei Adam zur Ursache des menschlichen Todes geworden. Diese Erklärung widerspricht der Vernunft und ist offensichtlich falsch; denn sie besagt, daß alle Menschen, sogar die Propheten und Boten Gottes, ohne Vergehen und Sünde, nur weil sie aus der Nachkommenschaft Adams stammen, schuldlos schuldig und sündig geworden seien und bis zum Tage des Opfers Christi zu qualvoller Strafe in der Hölle gefangen gehalten wurden. Dies ist weit von der Gerechtigkeit Gottes entfernt. Wenn Adam ein Sünder war, was war die Sünde Abrahams? Was haben sich Isaak und Joseph zuschulden kommen lassen? Was hat Moses Übles getan?
Christus, Der das Wort Gottes ist, hat Sich Selbst geopfert. Dieses Opfer hat zwei Bedeutungen, eine offensichtliche und eine verborgene. Die äußere Bedeutung ist folgende: Christi Absicht war, eine Sache zu vertreten und zu fördern, die das Menschengeschlecht erziehen, die Kinder Adams neu beleben und die ganze Menschheit erleuchten sollte. Weil aber die Offenbarung einer solch großen Sache - einer Sache, die im Widerspruch zu allen Menschen, Völkern und Obrigkeiten stand - es in sich schloß, daß Er getötet und gekreuzigt würde, hat Christus damit, daß Er Seine Sendung verkündete, Sein Leben hingegeben. Für Ihn war das Kreuz wie ein Thron, die Wunden wie Balsam, das Gift wie Honig und Zucker. Er erhob Sich, die Menschen zu lehren und zu erziehen, und so opferte Er Sich Selbst, um den Geist des Lebens zu spenden. Sein Leib ging zugrunde, damit Sein Geist die Menschen neu beseele.
Die andere Bedeutung des Opfers ist die: Christus war wie ein Samenkorn, und dieses Samenkorn opferte seine eigene Gestalt, damit der Baum wachsen und sich entfalten möge. Wenn auch das Äußere des Samenkorns zugrunde ging, so offenbarte sich seine Wirklichkeit in vollendeter, majestätischer Pracht und Schönheit in der Gestalt eines Baumes.
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Die Stufe Christi war reine Vollkommenheit; Er brachte zustande, daß Seine göttlichen Vollkommenheiten wie Strahlen der Sonne auf alle gläubigen Seelen fielen, und die Gaben des Lichts schienen und leuchteten in der Wirklichkeit der Menschen. Daher sagt Er: "Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel gekommen. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit."¹ Das heißt, daß jeder, der an diesem himmlischen Mahl teilnimmt, ewiges Leben findet; jeder, der an dieser Gnade teilhat und diese Vollkommenheiten annimmt, wird ewiges Leben gewinnen, wird immerwährende Gnaden empfangen, wird von der Finsternis des Irrtums befreit und vom Licht Seiner Führung erleuchtet.
Die Gestalt des Samenkorns wurde dem Baum geopfert, aber seine Vollkommenheiten wurden infolge dieses Opfers sichtbar und offenkundig; denn der Baum mit seinen Zweigen, Blättern und Blüten war im Samenkorn verborgen, indem das Äußere des Samenkorns geopfert wurde, zeigten sich seine Vollkommenheiten in der vollendeten Gestalt der Blätter, Blüten und Früchte.
¹ Johannes 6:51
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