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Anmeldedatum: 16.11.2007
Beiträge: 329

Tajalliyat (Der Strahlenglanz)

TAJALLÍYÁT
(Der Strahlenglanz)

+5:1 #65

Dies ist der Sendbrief Gottes, des Helfers in Gefahr, des Selbstbestehenden.

+5:2

Er ist es der aus Seinem Reiche der Herrlichkeit hört.

+5:3

Gott bezeugt, daß es keinen Gott außer Ihm gibt und daß Er, Der erschienen ist, das Verborgene Geheimnis, das verwahrte Sinnbild, das Größte Buch für alle Völker und der Himmel der Großmut für die ganze Welt ist. Er ist das Mächtigste Zeichen unter den Menschen, das Morgenlicht der erhabensten Eigenschaften im Reiche der Schöpfung. Durch Ihn ist erschienen, was seit unvordenklicher Zeit verborgen und vor den Augen der Menschen verhüllt war. Er ist es, Dessen Manifestation die himmlischen Schriften in alter und jüngerer Zeit ankündigten. Wer den Glauben an Ihn, Seine Zeichen und Seine Zeugnisse bekennt, anerkennt wahrlich, was die Zunge der Größe vor der Schöpfung von Erde und Himmel und vor der Offenbarung des Reiches der Namen sprach. Durch Ihn wogte das Meer der Erkenntnis inmitten der Menschheit, und der Strom göttlicher Weisheit quoll hervor auf das Geheiß Gottes, des Herrn aller Tage.

+5:4

Wohl dem Scharfsichtigen, der die Wahrheit erkennt und wahrnimmt, und dem Feinhörigen, der auf Seine süße Stimme lauscht, und der Hand, die Sein Buch entgegennimmt mit einer Entschlossenheit, die aus Gott, dem Herrn dieser und der nächsten Welt, geboren ist, und dem unermüdlichen Wanderer, der zu Seinem herrlichen Horizont eilt, und dem Starken, den weder die Übermacht der Herrscher noch das Geschrei der Glaubensführer erschüttern können. Und wehe dem, der die Gnade und Großmut Gottes zurückweist, der Sein zartes Erbarmen und Seine Vollmacht leugnet. Solch ein Mensch wird fürwahr zu denen gerechnet, die seit aller Ewigkeit das Zeugnis Gottes und Seinen Beweis verwarfen.

+5:5 #66

Groß ist der Segen dessen, der an diesem Tage von sich wirft, was unter den Menschen im Schwange ist, und sich an das hält, was Gott verordnet hat, der Herr der Namen und Gestalter alles Erschaffenen, Er, der durch die Macht des Größten Namens vom Himmel der Ewigkeit gekommen ist, umgürtet mit so unbesiegbarer Allgewalt, daß keine Macht der Erde Ihm widerstehen kann. Dies bezeugt das Mutterbuch, das von der Höchsten Stufe her ruft.

+5:6

O Alí Akbar!¹ Wiederholt haben Wir deine Stimme gehört und dir geantwortet mit dem, was die ganze Menschheit mit all ihrem Lob nie erreichen kann, was die Aufrichtigen den süßen Duft der Worte des Allerbarmers atmen, Seine wahren Liebenden den Hauch himmlischer Wiedervereinigung spüren und die Verschmachtenden das Murmeln der Lebenswasser hören läßt. Selig, wer dahin gelangt und erkennt, was zu dieser Stunde die Feder Gottes, des Helfers in Gefahr, des Allmächtigen, des Allschenkenden, verbreitet.

¹ Ustád Alí-Akbar, einer der treuen Gläubigen in Yazd. Er entwarf den Mashriqu'l-Adhkár von 'Ishqábád; Abdu'l-Bahá hieß seinen Entwurf gut. Ustád Alí-Akbar gab 1903 in Yazd sein Leben als Märtyrer hin.


+5:7 #67

Wir bezeugen, daß du dein Angesicht auf Gott gerichtet hast und weit gereist bist, bis du Seine Gegenwart erreichtest und der Stimme dieses Unterdrückten lauschtest, den die Missetaten der Zweifler an Gottes Zeichen und Zeugnis und der Leugner dieser himmlischen, alle Welt erleuchtenden Gnade in den Kerker brachten. Selig ist dein Angesicht, denn es hat sich Ihm zugewandt, selig dein Ohr, denn es hat Seine Stimme vernommen, und deine Zunge, denn sie hat Gott, den Herrn der Herren, gepriesen und verherrlicht. Wir bitten Gott, dir gnädig beizustehen, ein Banner für die Förderung Seiner Sache zu werden, und dich zu befähigen, Ihm allezeit und in jeder Lage nahe zu kommen.

+5:8

Wir gedenken der Erwählten und Geliebten Gottes dortzulande und künden ihnen als frohe Botschaft, was ihnen zu Ehren vom Reiche des Wortes ihres Herrn, des Alleinherrschers am Tage der Abrechnung, herniedergesandt worden ist. Grüße sie von Mir und erleuchte sie mit der strahlenden Herrlichkeit Meiner Worte. Wahrlich, dein Herr ist der Gnädige, reich an Gaben.

+5:9

O du, der du Meinen Lobpreis verkündest! Höre, was das Volk der Tyrannei Mir in Meinen Tagen nachsagt. Manche von ihnen sagen: »Er beansprucht Göttlichkeit«, andere: »Er ersinnt eine Lüge gegen Gott«, wieder andere: »Er ist gekommen, Aufruhr zu entfachen.« Scheitern und verderben sollen sie! Siehe, sie sind fürwahr an eitlen Wahn gekettet.

+5:10

Wir wollen jetzt nicht länger die beredte Sprache¹ gebrauchen. Wahrlich, dein Herr ist der Machtvolle, der Ungezwungene. Gern sprechen Wir in persischer Zunge, damit das Volk Persiens samt und sonders der Worte des barmherzigen Herrn bewußt werde und hervortrete, die Wahrheit zu entdecken.

¹ arabisch


+5:11 #68
Das erste Tajalli,

das im Morgenlicht der Sonne der Wahrheit erstrahlt, ist die Erkenntnis Gottes - erhaben sei Seine Herrlichkeit. Und die Erkenntnis des Königs urewiger Tage kann nur erlangt werden durch die Anerkennung Dessen, Der Träger des Größten Namens ist. Er ist wahrlich der Sprecher vom Sinai, heute hoch auf dem Thron der Offenbarung sitzend. Er ist das verborgene Geheimnis, das Verwahrte Sinnbild. Alle frühen und neueren Bücher Gottes sind mit Seinem Lobpreis geschmückt und verherrlichen Seinen Ruhm. Durch Ihn ist das Banner der Erkenntnis in der Welt aufgepflanzt und die Fahne der Einheit Gottes inmitten aller Völker entfaltet. Die Göttliche Gegenwart kann nur erlangen, wer Seine Gegenwart erreicht. Seine Macht enthüllt nunmehr alles, was seit unvordenklichen Zeiten verschleiert und verborgen war. Er ist offenbar in der Macht der Wahrheit und hat ein Wort gesprochen, durch das alle in den Himmeln und auf Erden vom Donner gerührt sind, ausgenommen die, welche der Allmächtige zu verschonen beliebte. Der wahre Glaube an Gott und Seine Anerkennung sind unvollständig ohne Annahme dessen, was Er offenbart, und ohne Befolgung dessen, was Er verordnet und was die Feder der Herrlichkeit im Buche niedergelegt hat.

+5:12

Wer sich in das Meer Seiner Äußerungen versenkt, sollte allzeit den Geboten und Verboten, die Gott offenbart hat, volle Beachtung schenken. Fürwahr, Seine Gebote stellen die festeste Burg für den Schutz der Welt und die Sicherheit ihrer Völker dar - ein Licht für die, welche die Wahrheit erkennen und anerkennen, ein Feuer für jene, die sich abkehren und leugnen.

+5:13 #69
Das Zweite Tajalli

ist, standhaft in der Sache Gottes - gepriesen sei Seine Herrlichkeit - und unwandelbar in Seiner Liebe zu bleiben. Dies kann nur durch Seine volle Anerkennung erlangt werden; und volle Anerkennung ist nur möglich durch den Glauben an die Gesegneten Worte: »Er tut, was Er will.«¹ Wer sich treu an dieses erhabene Wort hält und tief trinkt vom Lebenswasser der Äußerung, das darinnen ruht, der wird mit solcher Standhaftigkeit erfüllt, daß alle Bücher der Welt außerstande sind, ihn vom Mutterbuche abzulenken. O, wie ruhmreich ist diese hehre Stufe, dieser erhabene Rang, dieses letzte Zielt

¹ vgl. Qur'án 2:253; 14:27; 22:14; 22:18

+5:14

O Alí Akbar! Schau, wie elend der Zustand der Zweifler ist. Alle führen sie die Worte an: »Wahrlich, Er ist zu preisen für Seine Taten, und Ihm ist zu gehorchen in Seinem Geheiß.«¹ Wenn Wir aber etwas offenbaren, das auch nur um die Breite eines Nadelöhrs an ihren selbstsüchtigen Begierden vorbeiläuft, weisen sie es hochmütig zurück. Sprich: Keiner kann die mannigfachen Entscheidungsgrundlagen von Gottes vollendeter Weisheit ausloten. Fürwahr, sollte Er für die Erde bestimmen, was für den Himmel gilt, so hätte keiner das Recht, Seine Vollmacht anzuzweifeln. Dies hat der Punkt des Bayán in all dem bezeugt, was in Wahrheit auf Ihn herniederkam auf Geheiß Gottes, der das Morgenlicht anbrechen ließ.

¹ Worte des Báb in Bezug auf »Den, Den Gott offenbaren wird«.


+5:15 #70

Das dritte Tajalli

betrifft Künste, Gewerbe und Wissenschaften. Wissen gleicht den Flügeln für des Menschen Leben, einer Leiter für seinen Aufstieg. Es ist jedermanns Pflicht, sich Wissen zu erwerben. Jedoch sollten solche Wissenschaften studiert werden, die den Völkern auf Erden nützen, nicht solche, die mit Worten beginnen und mit Worten enden. Viel verdanken fürwahr die Völker der Welt den Wissenschaftlern und den Handwerkern. Dies bezeugt das Mutterbuch am Tage Seiner Wiederkehr. Glücklich ist, wer hörende Ohren besitzt. In der Tat, Wissen ist ein wahrer Schatz für den Menschen, eine Quelle des Ruhmes, der Großmut, der Freude, der Erhabenheit, des Frohsinns und der Heiterkeit. Also spricht die Zunge der Größe in diesem Größten Gefängnis.

+5:16

Das vierte Tajalli

bezieht sich auf Gottheit, Göttlichkeit und dergleichen. Wollte ein Mensch von Einsicht seinen Blick auf den gesegneten, offenbaren Lotosbaum und seine Früchte lenken, so würde er dadurch so bereichert, daß er von allem anderen unabhängig wäre und seinen Glauben an alles bekennte, was der Sprecher des Sinai auf dem Thron der Offenbarung geäußert hat.

+5:17

O 'Alí Akbar! Mache das Volk mit den heiligen Versen deines Herrn vertraut und gib ihnen Seinen geraden Pfad, Seine mächtige Verkündigung bekannt.

+5:18

Sprich : O Volk, wenn ihr redlich und gerecht urteilt, werdet ihr die Wahrheit all dessen bezeugen, was aus der Erhabensten Feder geströmt ist. So ihr zum Volk des Bayán gehört, wird euch der Persische Bayán rechtleiten und sich euch als genügendes Zeugnis erweisen, und so ihr vom Volke des Qur'án seid, denket nach über die Offenbarung vom Sinai und über die Stimme aus dem Busch, die zum Sohne Imráns¹ kam.

¹ Moses

+5:19 #71

Gütiger Gott! Es war beabsichtigt, daß zur Zeit der Offenbarung des einen wahren Gottes die Fähigkeit, Ihn zu erkennen, entwickelt und gereift sei, ja, daß sie ihren Höhepunkt erreiche. Nunmehr ist jedoch klar erwiesen, daß bei den Zweiflern diese Fähigkeit unentwickelt blieb und fürwahr verkümmert ist.

+5:20

O 'Alí! Was sie vom Busch annahmen, das weigern sie sich jetzt, von Ihm anzunehmen, der der Weltenbaum des Daseins ist. Sprich: O Volk des Bayán, redet nicht, was euch Leidenschaft und selbstische Begierde zu reden eingeben. Die meisten Völker der Welt bezeugen die Wahrheit des gesegneten Wortes, das aus dem Busch gekommen ist.

+5:21

Bei der Gerechtigkeit Gottes! Wäre es nicht um der Hymne des Lobpreises willen, die der Herold göttlicher Offenbarung angestimmt hat, dieser Unterdrückte hätte nie ein Wort geäußert, das den Unwissenden Schrecken ins Herz jagt und sie verderben läßt. Am Anfang des Bayán¹ verweilt der Báb ausführlich bei der Verherrlichung Dessen, Den Gott offenbaren wird - erhaben ist Seine Manifestation - und spricht: »Er ist Der, Welcher in jeder Lage verkünden wird: `Wahrlich, wahrlich, Ich bin Gott, es gibt keinen Gott außer Mir, dem Herrn über alles Erschaffene. Alle anderen außer Mir sind fürwahr Meine Geschöpfe. O Meine Geschöpfe! Mich allein betet ihr an.`« Desgleichen preist Er bei anderer Gelegenheit den Namen Dessen, Der offenbart werden wird, und sagt: »Ich wäre der erste, der Ihn anbetet.« Nun sollte man über die Bedeutung des »Anbetenden« und des »Angebeteten« nachsinnen, damit das Volk der Erde eines Tautropfens aus dem Meere göttlichen Wissens teilhaftig und befähigt werde, die Größe dieser Offenbarung wahrzunehmen. Wahrlich, Er ist erschienen und hat Seine Zunge gelöst, die Wahrheit zu verkünden. Wohl dem, der die Wahrheit erkennt und anerkennt, und wehe dem, der eigensinnig trotzt.

¹ Persischer Bayán 1:1

+5:22 #72

O ihr Geschlechter der Erde! Neigt euer Ohr der Stimme aus dem göttlichen Lotosbaum, der die Welt überschattet, und zählt nicht zum Volk der Tyrannei auf Erden, zu den Menschen, welche die Manifestation Gottes und Seine unüberwindliche Allgewalt verwerfen und Seine Gunstbeweise von sich weisen. Sie rechnen fürwahr zu den Verworfenen im Buche Gottes, des Herrn der ganzen Menschheit.

+5:23

Die Herrlichkeit, welche am Horizont Meiner Gunst und Gnade angebrochen ist, sei mit dir und allen, die bei dir sind und deinen Worten über die Sache Gottes, des Allmächtigen, des Allgepriesenen, Gehör schenken.
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Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Verfasst am: 18.11.2007, 13:29
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